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"Mein letzte Kunstwerk"/ Künstler Chrstian Boltanski lässt sein Leben mitfilmen

Hamburg (ots) - Ein Sammler zahlt einem Künstler bis an dessen Lebensende eine monatliche Leibrente? Und darf dafür sein Atelier mit Kameras überwachen? Der französische Künstler Christian Boltanski und der australische Sammler haben den Deal gewagt. In der März-Ausgabe des Kunstmagazins art spricht Boltanski über sein "letztes Kunstwerk". Der Franzose kämpft seit 40 Jahren mit seiner Kunst für die Erinnerung und gegen den Tod. Seit 1967 schafft er Installationen und Skulpturen mit realen und fiktiven Kindheitserinnerungen, mit Fotos von NS-Verbrechern und jüdischen Schulkindern, Vermisstenanzeigen des Roten Kreuzes oder Todesanzeigen aus Schweizer Tageszeitungen. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere stellte der 65-Jährige nun ein, wie er selbst sagt, "letztes Kunstwerk" vor. Thema: die verbleibende Zeit bis zum Tod. Boltanski verkauft dem australischen Multimillionär und Sammler David Walsh seinen künstlerischen Alltag: Bis zu seinem Ableben darf Walsh das Leben und Schaffen des Künstlers im Atelier mit fest installierten Webkameras filmen und zeigen. Der Werkvertrag mit Sammler Walsh wurde von Boltanski allerdings mit einigen besonderen Pointen versehen. So übertragen die drei im Atelier installierten Kameras seit Februar via Satellit den Alltag des Künstlers nicht etwa in das Privatmuseum des Sammlers, sondern in eine in den Bergen gelegene, schwer zugängliche Grotte. Der Künstler arbeitet nur selten in seinem Pariser Atelier, da er nicht gern allein bleibt und häufig für Projekte auf Reisen ist. Vor allem aber schlug er Walsh, der sein Vermögen mit Spielkasinos machte und als fanatischer Zocker gilt, ein Glücksspiel vor: Anstelle eines festen Kaufpreises gibt es eine monatliche Leibrente, die mit dem Tod des Künstlers erlischt. "Nur wenn ich mindestens noch acht Jahre lebe und arbeite, lohnt sich das Geschäft für Walsh. Sterbe ich vorher, bleibt ihm nicht besonders viel Material, und er hat zu viel gezahlt", so Boltanski gegenüber art. art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie, Videokunst, Design und CrossCulture berichtet. Pressekontakt: Maike Pelikan art Marktkommunikation 20444 Hamburg Telefon +49 (0) 40 / 37 03 - 21 57 Telefax +49 (0) 40 / 37 03 - 56 83 E-Mail presse@art-magazin.de Internet www.art-magazin.de Original-Content von: Gruner+Jahr, art, übermittelt durch news aktuell

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