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Kunstmagazin ART: Duisburg verweigert Gemälderückgabe

Hamburg (ots) - Die Stadt Duisburg weigert sich, ein wertvolles Gemälde des deutschen Expressionisten Emil Nolde (1867 bis 1956) an die Erben des jüdischen Sammlers Ismar Littmann zurückzugeben. Das berichtet das Kunstmagazin ART in seiner neuesten Ausgabe. Das 1909 entstandene Gemälde "Buchsbaumgarten" war eines der Hauptwerke der Sammlung des in Breslau lebenden Rechtsanwaltes Ismar Littmann. Als ihn die Nationalsozialisten beruflich ruinierten und die Werke seiner Kollektion zu "entarteter Kunst" erklärten, nahm sich Littmann im September 1934 das Leben. Um die Familie ernähren zu können, musste seine Witwe die wertvollen Kunstwerke im Februar 1935 zu Schleuderpreisen versteigern lassen. Der "Buchsbaumgarten" gelangte auf Umwegen 1956 ins Duisburger Wilhelm-Lehmbruck-Museum. Dessen Direktor, Christoph Brockhaus, behauptet in einem Brief an die hochbetagt in Israel lebenden Littmann-Erben nun aber, sein Haus habe das Werk "juristisch wie moralisch einwandfrei erworben". Dem widerspricht allerdings der in Washington lebende Raubkunst-Experte Willi A. Korte: "Bei der Holocaust-Konferenz Ende 1998 in Washington haben alle teilnehmenden Nationen, darunter Deutschland, erklärt, dass es nach Hitlers Machtübernahme im Januar 1933 in Deutschland keinen Kunsthandel mehr gab, der juristisch oder moralisch einwandfrei gewesen ist. Die Familie Littmann hat sich unter Zwang von dem Bild trennen müssen, die Familie hat deshalb einen Anspruch auf das Bild. Duisburg wird seine Argumentation, mit der es sich vom internationalen moralischen Konsens verabschiedet, nicht halten können." Museen in Köln, Berlin und Emden haben bereits vor Monaten Werke aus der Sammlung Littmann an deren Erben zurückgegeben. ots Originaltext: ART Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen und Belege Gabriele Pfau e-mail: pfau.gabriele@geo.de Telefon: (040) 3703-2157 Telefax: (040) 3703-5748 Original-Content von: Gruner+Jahr, art, übermittelt durch news aktuell

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