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art 6/09: Raubkunst aus dem zweiten Weltkrieg löst kontroverse Diskussion aus

    Hamburg (ots) - Zahlreiche Kunstwerke wurden während der NS-Zeit von deutschen Machthabern entwendet, ihre Rückgabe an die jüdischen Besitzer oder deren rechtmäßige Erben ist allerdings umstritten.

    Die Erben des Expressionisten George Grosz verklagten kürzlich das Museum of Modern Art in New York auf Rückgabe von zwei Gemälden und einem Aquarell. Von einem Ende der Wiedergutmachung halten sie nichts. Auch Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger gab drei Renaissancegemälde an die rechtmäßigen Erben der Holocaust-Opfer zurück.

    Der britische Kunstexperte und Sohn jüdischer Flüchtlinge Sir Norman Rosenthal treibt die Diskussion auf die Spitze, indem er ein Ende der Rückgabe von Kunstwerken fordert. Raphael Gross, der Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt, das derzeit die Ausstellung "Raub und Restitution" zeigt, vermutet jedoch ökonomische Interessen hinter Rosenthals Forderungen, da dieser selbst im Kunsthandel aktiv ist.

    Schon 1953 soll der damalige Direktor des Städel-Museums in Frankfurt, Ernst Holzinger, "die sofortige Einstellung aller Restitutionen von Objekten, die im freien Handel erworben wurden" gefordert haben. Dabei hat er selbst als Sachverständiger des Reichserziehungsministeriums, das beschlagnahmte jüdische Kunstwerke prüfte und für das Museum ankaufte, gearbeitet. Ein aktuelles Forschungsprojekt soll nun die Rolle des Städels innerhalb der NS-Kulturpolitik aufarbeiten. Dazu fühlt man sich im Städel verpflichtet, denn "Kunst, die einem rechtmäßig oder moralisch nicht gehört, will man auch nicht im Haus haben", so Direktor Max Hollein. Gross beurteilt dieses Vorhaben kritisch, "denn eine Institution, die über sich selbst forschen lässt, wird womöglich zu anderen Ergebnissen kommen."

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