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"Im Zweifelsfall entscheiden wir im Interesse der Kunst"
art sprach exklusiv mit David Zwirner über den amerikanischen Kunsthandel, Konkurrenz zu den Museen und seinen Platz in der bildenden Kunst

    Hamburg (ots) - Als David Zwirner seine Galerie in New York eröffnete, brach der Kunstmarkt gerade zusammen. "Ich hatte keinen Businessplan, kein Budget, sondern nur die Idee." Heute wurde er mit seinem Partner Iwan Wirth in einer Umfrage unter Künstlern auf Platz eins und zwei der besten internationalen Galerien gewählt. Künstler wie Neo Rauch, Daniel Richter oder Raymond Pettibon werden von Zwirners Galerie auf dem amerikanischen Markt vertreten. Das Kunstmagazin art sprach mit dem deutschen Galeristen über Loyalität, Museen und seinen berühmten Vater Rudolf Zwirner.

    Das Ergebnis der Umfrage freut die beiden New Yorker Galeristen. "Denn schließlich sind die Künstler unsere eigentlichen Kunden - und nicht die Sammler", so Zwirner. Loyalität ist ihm besonders wichtig: "Nicht jeder unserer Künstler ist extrem erfolgreich, einige von ihnen werden subventioniert, aber die Galerie steht hinter ihnen." Er wollte immer mit den Karrieren der Künstler wachsen und nicht eines Tages rechts und links von ihnen überholt werden. Im Gegensatz zu den Museen seien New Yorks Galerien im vergangenen Jahrzehnt wesentlich stärker geworden. Mit fast 3000 Quadratmetern schätzt Zwirner seine drei Galerien in Chelsea sogar größer als das New Museum in New York ein. Er bemüht sich, im Sekundär- und Primärmarkt Ausstellungen auf Museumsniveau zu machen.

    Zwar hat die Kunstwelt David Zwirner immer fasziniert, doch erst sein Weg nach New York 1993 ermöglichte ihm den Aufbau einer eigenen Identität in der bildenden Kunst. Zu lange Schatten hatte das Schaffen seines Vaters, dem Kölner Galeristen und Art-Cologne-Mitbegründer Rudolf Zwirner, in der deutschen Kunstwelt geworfen. "Die Welt der bildenden Kunst ist einzigartig", bemerkt Zwirner. "Wie die Künstler es schaffen, die Kraft aus sich selbst zu ziehen, erstaunt mich eigentlich zunehmend, je länger ich in diesem Geschäft arbeite." Anders als die Kulturindustrie insgesamt könnten die Galeristen trotz des zunehmend wachsenden Geschäftsvolumens nach wie vor frei entscheiden, abseits von Konzerninteressen - "Im Zweifelsfall entscheiden wir im Interesse der Kunst".

    art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie, Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.

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