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Abstrakte Kunst ist wieder ganz groß Das Kunstmagazin art präsentiert einen Trendreport aus den Ateliers in Berlin und New York

    Hamburg (ots) - Verschobene Farbfelder im Mark-Rothko-Stil oder expressiv Verwischtes wie von Emil Schumacher - längst schon kann man abstrakte Kunst im Internet, von Fließbandmalern in China gefertigt, oder in der Posterabteilung bei Ikea erwerben. Keine andere Richtung moderner Kunst ist derartig abgestürzt wie die abstrakte Malerei. Doch heute ist die ungegenständliche Kunst in all ihren Varianten wieder da: geometrisch, minimalistisch, cool und expressiv. In seiner aktuellen Ausgabe präsentiert das Kunstmagazin art einen Trendreport aus den Ateliers in Berlin und New York.

    Kalin Lindena zum Beispiel zieht seit ihrer frühesten Teeniezeit mit der Sprühdose um die Häuser, um Graffitis zu sprayen. In ihren Wandbildern jedoch findet sich die seltsame Schwerelosigkeit von Paul Klee wieder, der eine wichtige Referenz für sie ist. Sie sieht die Kunstgeschichte als "Fundus, aus dem sich bedienen zu dürfen eine große Freiheit bedeutet", malt mit staubiger Kreide und Holzbeize, nutzt statt Leinwänden graue Filzmatten, die sie mit Farbe, Schnitten und collagierten Fetzen bearbeitet, bis sie Bild und Skulptur zugleich sind. Auf den Zeichnungen des Antiästheten Bara hingegen finden sich mit Anklängen an Punk und Hardrock Slogans wie sie häufig auf Jacken von Motorradrockern sind. Tomma Abts schichtet unermüdlich geometrische Form auf geometrische Form und der Berliner Maler Frank Nitsche zeigt immer neue, aufregende Abstraktionen in Bonbonfarben, die wie gewaltig vergrößerte Comics aussehen. Der in New York lebende Terry Haggerty knüpft mit seinen handwerklich perfekten Streifenbildern und 3-D-Effekten an die Op Art an, und die Wienerin Esther Stocker produziert Malerei mit Hilfe von Computern zu hochmoderner Systemirritation.

    Doch die meisten jüngeren Künstler, die sich heute mit Abstraktion beschäftigen gehen wieder auf die historischen Avantgarden, den russischen Konstruktivismus und die Anfänge geometrischer Malerei zurück. Ein solch sorgfältig reflektierter Rückgriff rettet die neue Abstraktion vor der Beliebigkeit: Sie braucht keine Ironie, denn das Interesse ist echt. Sie wollen an die reinen Formen anknüpfen, denen einmal gesellschaftliche Sprengkraft zugeschrieben wurde, um so Welten aus Farbe, Linie und Form zu schaffen. Am Ende sieht Bara den Künstler immer auf sich Selbst zurückgeworfen. Man müsse darauf vertrauen, dass dieses Selbst stets etwas Neues finde. "Es gibt noch ganz viel!", bestätigt Lindena. "Und ich freue mich darauf, es zu machen!"

    art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie, Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.

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