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Zwischen Konflikt und Normalität
art präsentiert sechs Gegenwartskünstler aus der Kunstszene Israels

    Hamburg (ots) - Kaum 60 Kilometer entfernt vom Gazastreifen arbeitet die israelische Kunstszene in Tel Aviv. Dort versucht man die Mauer, die Israel gegen seine palästinensischen Nachbarn abschottet, in der Kunst zu überwinden und die äußere Wahrnehmung der Szene zu stärken. Videokunst, Kurzfilme, Aquarelle, Collagen, Rauminstallationen, Fotoserien - die Kunst der Gegenwart in Israel ist so vielfältig wie anderswo. Das Kunstmagazin art stellt sechs Künstler in Israel vor, deren Arbeiten unter anderem dazu beitragen, dass sich der Kunstmarkt in Tel Aviv mittlerweile wie in London, Berlin oder New York entwickelt.

    Begriffe wie "Normalisierung" und "Weltoffenheit" stehen in der laut der britischen Times  "weltcoolsten Stadt" den Attentaten und Vergeltungsschlägen aus den Tagesnachrichten entgegen. "Die Produktionsbedingungen für Künstler haben sich normalisiert", so Ido Bar-El, Maler und Leiter der Kunstfakultät der Bezalel Kunst- und Designakademie Jerusalem. Zwar sei die junge Generation in Israel mit schweren Konflikten konfrontiert, doch die Welt sei für sie offener geworden.

    Mitten in diesem politischen Zwiespalt versucht man sich in Dialogbereitschaft und Öffnung, um das Kunstschaffen aus dem Fahrwasser der offiziellen Politik zu manövrieren. Nicht nur Irit Mayer-Sommer bemüht sich mit ihrer Galerie "Sommer Contemporary" um "Normalisierung der internationalen Wahrnehmung israelischer Kunst". Auch die von einer israelischen Kuratorin gemeinsam mit ihren palästinensischen Kollegen zweimal organisierte Riwaq-Biennale soll in Ramallah und den umliegenden Autonomiegebieten die politische Kluft von Seiten der Kunst schließen. Zwar kämen noch immer zu wenige Kunstinteressenten nach Israel, doch die lokale Szene habe sich laut Mayer-Sommer professionalisiert. Durch die israelische Hightechindustrie entstand ein kaufkräftiger Markt von Jungsammlern - mit "Fresh Paint 01", der ersten im März in Tel Aviv eröffneten Messe für junge israelische Kunst, wurde der modernen Kunstlandschaft ein frischer Anstrich verpasst.

    Wenn Tel Aviv 2009 seinen 100. Geburtstag feiert, soll ein groß angelegtes Festival à la Berlin-Biennale lokale Kunstproduktion und International Style verbinden. "Denn letzten Endes geht es darum, dem Gefühl von Isolation zu begegnen", so Bar-El. Auch wenn dies mit palästinensischer und israelischer Kunst vorerst nur "Rücken an Rücken" geschehen könne.

    art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie, Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.

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