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Freier Eintritt für staatliche Museen
art sprach mit Daniel Birnbaum, international gefragter Kurator und Rektor der Städelschule in Frankfurt am Main, über die Vorteile

    Hamburg (ots) - Großbritannien macht es vor: Seit 2001 ist der Zugang zu den Sammlungen der staatlichen Museen kostenlos; für Leihgaben, Transportversicherungen oder zusätzliches Personal darf Eintritt verlangt werden. So stiegen die Besucherzahlen, allein in Londons Museen, um durchschnittlich 62 Prozent. In Deutschland werden staatliche Museen zwar von Steuergeldern finanziert, der Bürger muss jedoch Eintritt zahlen. Das Kunstmagazin art, dessen neueste Ausgabe ab sofort im Handel erhältlich ist, hat die Debatte unserer Nachbarländer um freien Eintritt in staatliche Museen genauer unter die Lupe genommen und sprach mit Daniel Birnbaum, international gefragter Kurator und Rektor der renommierten Städelschule in Frankfurt am Main, über die Vorteile.

    Die Regelung des kostenpflichtigen Eintritts gilt in den meisten europäischen Staaten - ausgenommen sind Ermäßigungen oder Gratiseintritte für Kinder, Jugendliche, Arbeitslose oder Senioren. Das große Geld bringt diese Maßnahme allerdings nicht. So machten die Eintrittsgelder in der Stuttgarter Staatsgalerie, die im vergan-genen Jahr rund 160 000 Besucher zählte, nur 2,2 Prozent der Gesamteinnahmen aus. Einige Länder wie Österreich oder Frankreich möchten dies ändern. In Schweden war der Eintritt in staatliche Museen in den Jahren 2005 und 2006 kostenlos, seit dem Regierungswechsel im Jahr 2007 muss wieder gezahlt werden. Die Folge: Allein die Stockholmer Museen zählten seitdem 1,5 Millionen Besucher weniger.

    Die Erfahrung zeigt also: Wenn der kostenpflichtige Eintritt abgeschafft wird, steigen zwar die Besucherzahlen, die Museen klagen jedoch über sinkende Einnahmen. Nach Daniel Birnbaum sollten deshalb nur die Sammlungen kostenlos sein, Wechselausstellungen dagegen nicht. Denn Ausstellungen, die eigens für das Museum zusammengestellt oder von anderen Häusern übernommen werden, sind oft teuer. Der gebürtige Schwede sieht klare Vorteile. "Die Sammlungen sind doch sozusagen Volkseigentum. Als Steuerzahler haben die Bürger die Häuser wie auch Exponate schließlich mitfinanziert und was sie bezahlt haben, sollen sie auch ungehindert sehen können. Eintritt zu nehmen, bedeutet zweimaliges Bezahlen." Am meisten würden davon Kunstgenießer profitieren, also diejenigen, die eine Ausstellung mehr als einmal besuchen möchten.

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