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Große Ausstellung von Félix Vallotton in der Hamburger Kunsthalle
art berichtet über die Bekenntnisse eines Menschenfeindes

    Hamburg (ots) - Er lebte den Traum eines jeden Künstlers: Félix Vallotton residierte seit seiner Heirat mit der vermögenden und verwitweten Gabrielle Rodrigues-Henriques im Jahr 1899 großbürgerlich in Paris. Sorgen musste er sich nicht - im Gegenteil, er konnte sich ganz der Malerei und seinen Holzschnitten widmen. Doch Vallotton war diese Zeit seines Lebens zuwider, wie das Kunstmagazin art in der März-Ausgabe, die am 22. Februar erscheint, berichtet. Unter der glatten Oberfläche seiner Bilder offenbaren sich die Abgründe der Pariser Bourgeoisie.

    Schon früh zeigt sich sein künstlerisches Talent, bereits mit 17 Jahren geht er nach Paris und besucht die Académie Julian. Er gibt sich kühl und distanziert, bei Freunden und Kollegen gilt er als zynischer Eigenbrötler, aber auch als verächtlicher und genialer Beobachter. Weder in Gegenwart von Menschen, noch in Gedanken oder Theorien fühlt sich der französische Künstler zugehörig. Er ist Teil einer Klasse, deren Doppelmoral und Verlogenheit er immer kritisiert hat. Es scheint, als habe Vallotton den Zustand der Unzufriedenheit und des Weltekels regelrecht zelebriert.

    Monet, Manet, Renoir, Degas - es ist die Zeit der großen Impressionisten. Doch Félix Vallotton verweigert sich allen künstlerischen Moden. Er folgt einem realistischen, flächigen Stil, umgesetzt mit großer handwerklicher Meisterschaft. In vielen seiner 1700 Gemälde und rund 240 druckgrafischen Arbeiten lauern Wut, Selbsthass, Spott und Zwänge. Seine Bilder - zeitgemäße Akte, Stillleben, Interieurs und Porträts - sind voller Güte, Distanz und Künstlichkeit. Landschaften wirken bedrohlich, Stillleben werden mit einer hyperrealistischen Genauigkeit, Figuren überspitzt dargestellt. Eine Reihe von Bildern ist von seinem schwierigen Verhältnis von Frauen durchdrungen. So hielt er in seinem Tagebuch fest: "Mir graust vor diesem falschen Leben am Rande des echten; ich leide daran seit dem ersten Tag und, der 20 Jahre Ehe ungeachtet, so schwer wie am Anfang."

    Die Werke von Félix Vallotton sind noch bis zum 18. Mai in der Hamburger Kunsthalle am Glockengießerwall zu sehen.

    art ist Europas größtes Kunstmagazin und Marktführer im Segment der Kunstzeitschriften. Die monatlich erscheinende Zeitschrift informiert auf journalistisch anspruchsvolle, verständliche und unterhaltsame Weise über alle wichtigen Ereignisse, Entwicklungen und neuen Trends der internationalen Kunstszene. Neben Malerei, Plastik und Architektur wird auch über jüngere Gattungen wie Fotografie, Videokunst, Design und CrossCulture berichtet.

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