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Keine Angst vor dem Gespenst Stagflation
BayernLB: Trotzdem - längere Durststrecke steht bevor

München (ots) - Die BayernLB-Konjunkturexperten erwarten für Deutschland zwar keine Stagflation (Stagnation und Inflation) aber eine sehr schwache Konjunktur in den kommenden Quartalen. Das gleichzeitige Auftreten steigender Inflationsraten und fallender Konjunkturdaten hat zwar das Gespenst der Stagflation wieder auferstehen lassen und für zusätzliche Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt. Eine genauere Betrachtung zeigt jedoch nach Ansicht der BayernLB, dass dieses Konzept weder in den 70er-Jahren zutraf noch heute brauchbar ist. Trotz dramatisch gestiegener Ölpreise hat sich der Preisauftrieb deutlich weniger verstärkt als in den 70er-Jahren (Juni 2008: USA: 5,0 Prozent, Deutschland: 3,3 Prozent).

"Für das zweite Halbjahr 2008 und Anfang 2009 ist zwar für die USA und für Deutschland mit einer schwachen konjunkturellen Dynamik zu rechnen. Uns bleibt aber aller Voraussicht nach ein Einbruch der Konjunktur erspart und die Teuerungsraten werden sich gegen Ende 2008 deutlich zurückbilden. Die Wirtschaftspolitik und die Tarifvertragsparteien haben aus den Fehlern von damals gelernt. Überdies stabilisiert die nur wenig verminderte Dynamik der Schwellenländer in Asien, Mittel- und Osteuropa sowie in Lateinamerika die Weltkonjunktur", prognostiziert Dr. Jürgen Pfister, Chefvolkswirt der BayernLB.

Für die US-Konjunktur erwartet die BayernLB den Tiefpunkt im Winterhalbjahr 2008/09, geht aber anschließend von einer moderaten Erholung aus. Die amerikanische Notenbank wird in Reaktion auf die hohen Teuerungsraten in den USA im Herbst den Leitzins voraussichtlich um einen ½ Prozentpunkt anheben. Im Euroraum bzw. in Deutschland fällt das Wachstum 2009 mit jeweils gut 1 Prozent schwächer aus als im laufenden Jahr. Dahinter verbirgt sich jedoch ebenfalls eine Belebung im Jahresverlauf. Ohne weitere deutliche Verteuerung der Rohstoffe sieht die BayernLB die Preissteigerungsrate 2009 in den USA und in Deutschland auf etwa 2 ¼ Prozent zurückgehen. Eine nachhaltige Straffung der Geldpolitik ist auf beiden Seiten des Atlantik weder angezeigt noch zu erwarten.

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