Jahreszeiten Verlag, PETRA

Low sexual desire - die neue Sexmüdigkeit nicht gleichbedeutend mit dem Ende der Liebe

    Hamburg (ots) - Mit Sex sei es wie mit Currywurst und Kaviar: Sei
er leicht zu haben, werde er nebenbei konsumiert - rücke er in
unerreichbare Ferne, werde er schnell zum Objekt der Begierde.
Wieviel Sex eine Beziehung tatsächlich brauche, um richtig rund zu
sein, sei von Fall zu Fall verschieden. "Hauptsache, beide Partner
sind sich einig und haben Spaß " sagt die Münchener Psychologin
Camilla Engelsmann in der Frauenzeitschrift PETRA (März-Ausgabe).
    
    Sie warnt vor zuviel Leistungsdruck. Ein gestresster und
übermüdeter Mann neige sowieso zu Lustlosigkeit. Werde er dann noch
unter Druck gesetzt, bekäme er gar nichts mehr geregelt.
    
    Vor allem unter Vierzigjährigen  sei es peinlich zuzugeben: Bei
uns herrscht öfter tote Hose, weil wir zu gestresst und müde sind
oder keinen Spaß mehr daran haben, so Professor Erwin Haeberle vom
Robert-Koch-Institut in Berlin. Viele junge Paare hätten das Tamtam
um Befriedigung und sexuelle Erfüllung längst über. Bei
Unstimmigkeiten lasse man es eben sein und trenne sich. "Low sexual
desire" - das LSD-Syndrom - die neue Sexmüdigkeit, sei der
Expertenbegriff.
    
    Sexueller Frust würde in zwei Drittel aller Fälle mit
Seitensprüngen ausgeglichen. Die Sex-Therapeutin Gerda Christiansen
empfiehlt, das für sich zu behalten. "Mit einem Geständnis können sie
nichts rückgängig machen und verschlimmern die Lage nur."
    
    Der Zustand des Dauer-Verliebtseins könne zudem nicht ewig
andauern, dann würde man "den Verstand verlieren, denn die
Voraussetzung zu einer tiefen Bindung ist das vorherige Ende des
geistigen und körperlichen Liebestaumels", sagt der US-Psychiater
Thomas Lewis, Autor des Bestsellers "General Theory of Love".
    
    Für 72 Prozent der Männer und 62 Prozent der Frauen zwischen 16
und 40 Jahren werde Sex  mit der Zeit zwar seltener, aber besser.
Immer wieder spannend werde er mit folgenden Tips: Häufiger getrennte
Wege gehen, beim Lieben reden, neue Liebespunkte entdecken,
Erinnerungen wecken, Sport treiben, Routine durchbrechen, streiten
und vom anderen lernen.    
    
    Diese Meldung ist unter Quellenangabe PETRA zur Veröffentlichung
frei.    
    
    
ots Originaltext: Petra
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