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Karasek bevorzugt lila Tinte an Stelle von SMS-Nachrichten

Stuttgart (ots) - "connect"-Interview: Im Umgang mit den modernen Kommunikationsmedien ist der Literaturpapst ein kritischer Pragmatiker Seit er die Telefonnummern auf seinem Handy speichert, kann er sich keine Nummern mehr merken: Literaturpapst Hellmuth Karasek hat ein zwiespältiges Verhältnis zur mobilen Kommunikation und den modernen Kommunikationsmitteln, obwohl er am Ende des Monats auf eine Telefonrechnung von rund 1.000 Mark blickt. "Telefonieren ist ein intimer Vorgang", bekennt der 67-jährige in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "connect" (Nr. 3/2001). Etwas peinlich ist es ihm daher schon, in aller Öffentlichkeit sein Handy zu benutzen: "Ich würde auch ungern auf der Straße drei Bockwürste in mich hineinschieben. Einer zur Schau gestellten Verfallenheit muss man sich immer schämen." Statt knapper SMS-Botschaften schreibt Karasek lieber ausschweifende Essays - und die nicht mit Schreibmaschine oder PC, sondern bevorzugt mit lilafarbener Tinte aus einem seiner sechs Füllfederhalter. Technologiefeindlich? Nein, nur kritisch gegenüber den Auswüchsen moderner Kommunikationstechnik, etwa dem Hang zum "drahtlosen Oralverkehr", wie er ihn bei vielen Mobiltelefonierern vermutet. Mithin gesellschaftskritisch: "Ein Handy macht einen leicht erreichbar. Aber wenn man um Rückruf bittet, besteht die Gefahr, zurückgestoßen zu werden. Im amourösen Bereich ist das besonders schlimm: Da gibt es regelrechte Bestrafungs- und Foltermöglichkeiten. Beispielsweise, per SMS mit jemandem Schluss zu machen." Gleichwohl weiß Karasek auch die Vorteile seines mobilen Kommunikators zu schätzen: "Manchmal erzähle ich Leuten, die auf meinem Handy anrufen: 'Ich würde Sie ja gern treffen, aber ich bin leider nicht in Berlin.' Dabei bin ich doch in der Stadt", gesteht er gegenüber "connect". An seinem Luxushandy der Marke Nokia schätzt der Feuilletonist das blaue Display sowie dessen silbern glänzende Oberfläche. Er moniert aber, dass er das Telefon dauernd polieren muss. Und was sagt Handy-Man Karasek zum Thema M-Commerce? "Handy-Shopping oder so was kommt für mich nicht in Frage. Ich gehe lieber selber zum Metzger und lasse mir das Fleisch zeigen. Softdrinks könnte ich per Handy bestellen. Aber dafür ist unser Kindermädchen zuständig." Seine nächste Hightech-Anschaffung stehe auch schon fest "Ein Navigationssystem fürs Auto" stehe jetzt an. "Ich bin schon so oft in der Irre herumgekurvt." ots Originaltext: "connect" Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Für Rückfragen der Redaktionen: Frank Erdle, Redaktion "connect" Tel. 0711/182-1352, Fax 0711/182-1832 E-Mail: ferdle@connect-online.de Original-Content von: connect Telekomm.magazin, übermittelt durch news aktuell

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