Tönnies

Tierwohl-Diskussion: Ansprüche der Verbraucher sind legitim und wachsen weiter

Berlin (ots) - 2. Symposium der Tönnies-Forschung in Berlin / Geplante Tierwohl-Initiative wird als wichtiger Meilenstein bewertet / Jan Grossarth (FAZ) und Edgar Verheyen (SWR) mit Bernd-Tönnies-Preis ausgezeichnet

"Das Tierwohl in der Nutztierhaltung ist ein sehr komplexes Thema, auch da Kenntnisse zu Tieren und ihren Bedürfnissen in vielen Teilen noch immer fehlen. Im Rahmen unserer Arbeit müssen wir uns diesem Thema noch intensiver stellen, denn die Ansprüche der kritischen Verbraucher sind legitim und wachsen weiter."

Zu diesem Fazit kam Prof. Dr. Werner Zwingmann, Ministerialdirigent a. D. und Vorsitzender des Kuratoriums der Tönnies Forschung, am Ende des 2. Symposiums der Tönnies Forschung, zu dem sich Vertreter der gesamten Wertschöpfungskette in der deutschen Fleischproduktion und im deutschen Handel, sowie Politiker und Vertreter aus Tierschutz und weiteren NGO´s in Berlin trafen.

"Wir brauchen keine Haustüridylle bei der Nutztierhaltung. Aber wir müssen die Ökonomie mit dem Tierschutz vereinen. Wir brauchen das Tierwohl im Mittelpunkt, nachhaltige Änderungen in der Haltung, und Tierhalter mit weitgehender Sachkunde", so Prof. Zwingmann.

Brancheninitiative Tierwohl als Meilenstein

Ein wichtiger Meilenstein auf diesem beschriebenen Weg hin zu mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung ist die geplante "Initiative Tierwohl", darin waren sich die Teilnehmer des Symposiums einig. Noch im Herbst soll die Initiative an den Start gehen, mit der sich die deutsche Landwirtschaft, die Fleischwirtschaft und der deutsche Lebensmittelhandel gemeinsam klar zu einer nachhaltigen Fleischerzeugung bekennen, die besonders das Wohl der Tiere berücksichtigt.

In der branchenweiten Initiative werden Schweinehalter sowie Hähnchen- und Putenmäster auf freiwilliger Basis über das gesetzliche Maß hinausgehende Leistungen für mehr Tierwohl erbringen. Der Lebensmitteleinzelhandel wird den Landwirten für den entstehenden Mehraufwand einen Kostenausgleich zahlen. "Dass sich alle relevanten Akteure zusammen gefunden haben, ist fantastisch", sagte Guido Siebenmorgen, Leiter Strategischer Einkauf REWE Group, bei der zentralen Podiumsdiskussion des Symposiums. Clemens Tönnies, Gastgeber in der Hauptstadtrepräsentanz der Bertelsmann-Stiftung, ergänzte: "Die Initiative Tierwohl gibt Antworten auf berechtigte Fragen der kritischen Verbraucher und Stakeholder. Daher wird sie sich auch immer weiter entwickeln müssen. Aber das Wichtigste ist der Einstieg, dass wir im Herbst nun endgültig starten."

Geförderte Forschungsarbeiten zum Tierschutz

Im Rahmen des Symposiums wurden dem Fachpublikum wieder ausgesuchte Forschungsarbeiten vorgestellt, die sich mit dem Tierschutz im Allgemeinen und der Nutztierhaltung im Speziellen befassen. So etwa Verbesserungen in der Schweinezucht, die das bekannte Schwanzbeißen in den Ställen reduzieren sollen, eine verbesserte Analytik bei der Frage nach einem angemessenen Platzangebot für Tiertransporte, und mögliche Einkreuzungen von alten Schweinerassen in der modernen Schweinezucht.

Bernd-Tönnies-Preis 2013 für Jan Grossarth (FAZ) und Edgar Verheyen (SWR)

Bereits am Vorabend des Symposiums wurde im Rahmen einer festlichen Veranstaltung wieder der Bernd-Tönnies-Preis 2013 für wissenschaftliche und journalistische Arbeiten, die sich mit zukunftsorientierten tierschutzrelevanten Aspekten der Nutztierhaltung beschäftigen, überreicht. Preisträger und damit Gewinner eine Prämie von je 5.000 Euro waren in diesem Jahr Jan Grossarth für seinen Artikel in der FAZ vom 24.09.2012 "Im Gespräch mit Peter Wesjohann, Vorstand des größten deutschen Geflügelkonzerns, der PHW-Gruppe: Den Menschen fehlt einfach das Geld fürs Bio-Huhn", sowie Edgar Verheyen für seinen Filmbeitrag "Schweine für den Müllcontainer" am 26.09.2012 im SWR.

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