SWR - Südwestrundfunk

Das Erste
16.30 - 17.00 Uhr
Europamagazin

    Baden-Baden (ots) -
    Moderation: Immo Vogel
    
    Geplante Themen:
    
    Die Fünf aus Turje - Vom Dorfsterben in Russland
    
    48 Dörfer gab es mal in Turje, einem Dorf bei Smolensk in
West-Russland. Die Häuser sind noch da, nicht aber die Menschen. Nur
noch fünf Bewohner hat Turje, die Jüngste ist 75. Kein fließend
Wasser, kein Telefon, der nächste Arzt 30 Kilometer entfernt. Man
nennt diese russischen Dorf- ruinen "Wartedörfer". Wenn die letzten
fünf Bewohner einmal nicht mehr sind, wird das Dorf verfallen, wird
aus der russischen Gemeindestatistik gestrichen. Turje, eines von
rund 200 Dörfern in der Gegend von Smolensk, die dabei sind ihr Leben
auszuhauchen. Und die Fünf von Turje, die von der Privatisierung des
russischen Agrarlandes, vor wenigen Tagen erst beschlossen, nichts
mehr haben werden.
    
    Umzug für das Dorf des Lichts - Die Gemeinde Aldeia da Luz in
Portugal muss einem Staudamm weichen
    
    Der größte künstliche See Europas wird immer voller. Deshalb
wartet das portugiesische Dorf Aldeia da Luz, das 'Dorf des Lichts'
auf seine Verlegung. Denn das Dorf des Lichts liegt genau in dem
Gebiet, das bald schon vom Wasser des Alqueva-Staudamms bedeckt sein
wird. Eine Fläche von 250 Quadratkilometern wird überflutet, so groß
wie die Mittelmeerinsel Malta. Es hat Monate gedauert, bis der Umzug
beginnen konnte. Die Dorfbewohner waren mit dem Neubau ihrer Heimat,
Nova Luz, nicht einverstanden, Schwierigkeiten machte vor allem die
Verlegung des Friedhofes. Diese Woche hat der Umzug begonnen.
    
    Gegenwind  für Windenergie - Dänemark verabschiedet sich als
ökologisches Vorbild
    
    Deutschlands nördliches Nachbarland Dänemark hatte sich immer als
Pionier in Umweltfragen gefeiert. Beispiel Windenergie: Dänische
Hersteller von Windmühlen zur Energiegewinnung dominieren den
Weltmarkt. Rund 15 Prozent seines Energiebedarfes decken die Dänen
mit Wind, etwa 6000 Windmühlen sind es. Jetzt geht die
rechtsgerichtete Regierung, seit einigen Monaten erst im Amt, auf
Gegenkurs. Von fünf geplanten Windmühlenparks werden nur noch zwei
neue vor der Küste gebaut. Als Grund wird der Sparzwang genannt.
    
    Hauptstadt der Hausbesetzer - Nirgendwo sind in Europa so viele
Häuser besetzt wie in Genf
    
    Eigentlich hätte man das in Genf so gar nicht erwartet: dass hier
hunderte von Häusern besetzt sind, und die konservative Bürgerschaft
damit ganz einverstanden ist; dass die Polizei besetzte Häuser nur
dann räumt, wenn dies "konfliktfrei" möglich ist. Es ist aber so. Im
Genf des Establishments haben sich nicht nur Banken, Diplomaten und
Fürsten aus aller Welt etabliert, sondern auch Hausbesetzer. Grund
für die tolerante Haltung der bourgeoisen Genfer sind offenbar die
horrenden Mietpreise in der Innenstadt von Genf, und daraus
resultierend ein gewisses Mitleid mit den ärmeren Wohnungssuchenden.
    
    Schnelle Entscheidung - Das sogenannte "Fast Dating" wird in Polen
Mode
    
    Immer wieder sonntags, in den Szene-Kneipen: Nümmerchen ziehen und
dann für jedes Rendezvous genau 180 Sekunden Zeit haben. Das reiche
vollkommen aus um zu wissen, ob der - oder diejenige zu einem passe,
so der Betreiber eines neuen Trends, bei dem tatsächlich von Sonntag
zu Sonntag immer mehr junge Warschauer begeistert mitmachen. Die Rede
ist vom Fast-Dating, einem Modeimport aus den USA, den übrigens ein
Deutscher gerade in Polen populär machen will.
    
    
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