SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Sonntag, 7. Juli 2002 (Woche 28) bis Freitag, 2. August 2002 (Woche 31)

    Baden-Baden (ots) -
    Sonntag, 7. Juli 2002  (Woche 28)/26.06.2002
    
    22.35    Wortwechsel
                 Prof. Peter Voß im Gespräch mit Prof. Roman Herzog und
Prof. Hans Küng
                 "Die neue Verwundbarkeit und ihre öffentliche Wahrnehmung"
    
    Deuten die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 und die
Radikalisierung des öffentlichen Lebens - etwa die
Gewalt-Ausschreitungen am Rande politischer Gipfeltreffen oder
politische Morde und Amokläufe in Schulen - auf eine neue
Verwundbarkeit unserer hochtechnisierten und -zivilisierten
Gesellschaften hin? Beginnt sich die politische, mediale und soziale
Entwicklung dieser Gesellschaften zu verdüstern? Über diese und
weitere gesellschaftspolitische Fragen diskutiert SWR-Intendant Prof.
Peter Voß mit dem früheren Bundespräsidenten Prof. Roman Herzog und
dem Theologen Prof. Hans Küng in Stuttgart.
    Unter dem Eindruck eines Ereignisses, das stark kollektive
Empfindungen wie Entsetzen, Trauer, Mitgefühl, aber auch das Gefühl
der Bedrohung und der Bereitschaft zum Widerstand hervorruft,
verwandelt sich die angeblich nur noch in den unterschiedlichsten
Interessen unterteilte Gesellschaft wieder in eine gefühlsbestimmte,
wertorientierte, eventuell auch kampfbereite Gemeinschaft. Voß
beleuchtet mit dem Politiker Herzog und dem Theologen Küng die Frage,
ob möglicherweise die "Gemeinschaft" zu sehr aus dem Gesichtsfeld
geraten ist.
    
    
    Freitag, 12. Juli 2002  (Woche 28)/26.06.2002
    
    21.45    Nachtcafé
                 Gäste bei Wieland Backes
                 Familientradition - Segen oder Fluch?
    
    Ob mächtige Familiendynastien, erfolgreiche Unternehmerfamilien
oder alteingesessene Handwerksbetriebe - eines haben sie gemeinsam:
Sie sind der Tradition verpflichtet. Über Generationen hinweg pflegen
sie Werte und Geisteshaltungen, die die Sprösslinge bereits mit der
Muttermilch aufsaugen. Loyalität, Fleiß und Disziplin als tradierte
Eckpfeiler für den eigenen Lebensweg und die Stärkung des
Familienclans nach Innen  wie nach Außen. Für manch einen entpuppt
sich dieser Segen als Fluch. Hier die materielle Sicherheit und ein
Name, der Türen öffnen kann; dort die Verpflichtung, das von den
Vorfahren unter Mühen und Entbehrungen Aufgebaute weiterzuführen -
selbst dann, wenn die eigenen Interessen in eine andere Richtung
weisen. Wird die Familientradition zur unerträglichen Last, bleibt
meist nur der Ausbruch. Die Heirat mit einer "Bürgerlichen", die
ungeklärte Nachfolge auf dem Chefsessel oder der Streit ums
Tafelsilber treiben schließlich einen Keil in das lang gehegte
Familienidyll. Haben diese Traditionen in der modernen Gesellschaft
noch ihre Berechtigung? Wie stark ist ihre Bindungskraft innerhalb
der Familien? Und: Um welchen Preis sollte man an ihrer Fortführung
festhalten? Darüber diskutiert Wieland Backes mit seinen Gästen:
    
    
    
    
    Maja Prinzessin von Hohenzollern zählt König Karl Gustav von
Schweden und Spaniens König Juan Carlos zu ihrer engeren
Verwandtschaft: Die Bürgerliche stieg durch ihre Hochzeit mit dem
Prinzen Ferfried von Hohenzollern in den europäischen Hochadel auf.
Ob beim Pferderennen in Ascot oder in den besseren Kreisen der
Hauptstadt - die gelernte Immobilienwirtin schätzt Stil und Etikette.
Als Lebensmittelpunkt zieht die Neu-Adlige das pulsierende Berlin dem
traditionsreichen Familiensitz "Schloss Sigmaringen" vor. Denn wer
möchte schon - wie sie sagt - im "schwäbischen Urwald" leben?
    
    Quadratisch, praktisch, gut - wer kennt die Schokolade aus dem
Hause Ritter nicht. Für Alfred Ritter, den Enkel des Firmengründers,
war der Lebensweg als Nachfolger auf dem Chefsessel vorgezeichnet.
Dieses Schicksal hat er als Kind oft genug verflucht. Die Nähe zum
Volk im heimischen Waldenbuch war vom Vater nicht erwünscht - Alfred
durfte nicht in den Fußballklub eintreten. Mittlerweile ist er mit
Leib und Seele Unternehmer und wurde durch sein großes
Umweltengagement auch zum "Öko-Manager des Jahres" gewählt.
    
    Mehr als 40 Jahre war er geschäftsführender Gesellschafter des
Keks-Imperiums Bahlsen, dann warf er das Handtuch. Hermann Bahlsen,
Enkel des gleichnamigen Firmengründers, war die ständigen Querelen
mit Onkeln und Vettern um den Kurs des Familienbetriebs leid. Anfang
der 90er Jahre herrschte in der Familie ein "offener Krieg", immer
häufiger fanden sich die Streithähne vor Gericht wieder. An diesem
"Dallas von Hannover" wollte er nicht mehr länger beteiligt sein und
zog sich aus dem Unternehmen zurück, verkaufte seine Anteile. Einige
Zeit später zerbröselte das Keks-Imperium, doch noch heute gilt
Hermann Bahlsen als der Grandseigneur des Traditionshauses.
    
    Ihr schaut ganz Deutschland beim Kaffeetrinken zu: Stephanie
Gräfin von Pfuel. Aber es gibt sie auch im wirklichen Leben - die
Liebhaberin der röstfrischen Bohnen lebt als sechsfache Mutter
gemeinsam mit ihrem Mann auf dem Familiensitz Schloss Tüssling in
Bayern. Nach dem Tod ihres Vaters vor zehn Jahren fühlte sich die
Forstwirtin der Tradition verpflichtet und führt seitdem den geerbten
Familienbesitz ganz im Sinne ihrer Vorfahren weiter. Mit den
Dreharbeiten zum Kaffeewerbespot verbindet die bayerische Gräfin das
Angenehme mit dem Nützlichen: die willkommenen Abwechslung im sonst
eher beschaulichen Leben auf dem Lande deckt gleichzeitig die
Renovierungskosten für den einen oder anderen altertümlichen
Dachziegel.
      
    Bereicherung durch Verzicht - nach dieser Maxime lebt Hubert
Liebherr, seit ein Autounfall im Jahr 1981 für ihn die Lebenswende
brachte. Bis dahin arbeitete der Jungmanager mit Leib und Seele im
Baumaschinen-Weltkonzern seines Vaters mit einem
Verantwortungsbereich über Tausende von Mitarbeitern und allen
Annehmlichkeiten die einem das Leben so bietet. Doch das
einschneidende Unfallerlebnis veränderte sein Leben, das er fortan in
den Dienst der heiligen Maria stellte. Er verzichtete auf sämtliche
Firmenanteile und gab seinen millionenschweren Erbteil dem Vater
zurück.
    
    Die geistige Tradition seines Großvaters fortzuführen - diese
Aufgabe hat sich Ludvik Sahranam Mann gestellt. Der Sexualtherapeut
und Enkel des Schriftstellers Heinrich Mann will die Gesellschaft von
Doppelmoral befreien. Deshalb betreibt er in Brasilien das Projekt
"Liebesinsel", mit dem die menschliche Lust ohne Zwänge ergründet
werden soll. Einer der "Manns" zu sein, war ihm lange egal -
mittlerweile aber fühlt er sich dem Werk seines berühmten Vorfahren
verpflichtet, obwohl er ihn nie kennen gelernt hat.
    
    Ihr Großvater persönlich überlieferte ihr das nötige Wissen, um
die weltweit einzige Glockengießer-Meisterin zu werden: Cornelia
Mark-Maas leitet heute den Familienbetrieb in der Eifel, einen von
nur noch sieben Gießereien in Deutschland. Seit sie als Zwölfjährige
zum ersten Mal den Guss einer Glocke miterlebte, stand ihr
Berufswunsch fest. Für sie bedeutet Tradition Geborgenheit, aber auch
Belastung: wenn nämlich der seit 1620 betriebene Broterwerb
ausgerechnet von ihr nicht mehr aufrechterhalten werden könnte.
    
    Peter Eich heißt genau wie sein Vater, sein Großvater, sein
Urgroßvater, sein Ur-Urgroßvater und so weiter. Vor sechs
Generationen wurde der erste Peter Eich geboren und fortan hießen
alle männlichen Stammhalter der Familie Eich "Peter" mit Vornamen. So
steht der 33-jährige Peter Eich also vor der großen Frage, was er
macht, wenn er einmal Vater eines Sohnes wird - ihn ganz im Sinne der
Tradition "Peter" nennen oder mit einer 210-jährigen Tradition
brechen? Glücklicherweise hat der 6. Peter Eich noch ein bisschen
Zeit, denn ein Kind ist noch nicht in Planung.
    
    
    
    
    Samstag, 27. Juli 2002  (Woche 31)/26.06.2002
    
    Der Samstag Abend der klugen Tiere
    
    20.40    Wal "Keiko" will nicht in die Freiheit
                 (Erstsendung: 07.10.2001, NDR)
    
    Vor mehr als 20 Jahren wurde er bei Island gefangen: Keiko, der
Schwertwal. In den folgenden Jahren machte er als Held der "Free
Willy"-Filme in Hollywood Karriere. Als es für ihn keine Rollen mehr
gab, landete er in einem Aquarium in Oregon. Vor allem seine
jugendlichen Fans forderten immer wieder seine Freiheit. Die
Free-Willy-Foundation wurde gegründet. Sie machte es sich zur
Aufgabe, Keiko auszuwildern. Mit einer großen Transportmaschine wurde
er auf die Westmännerinseln bei Island geflogen. Ein riesiges Becken
im Meer, überwacht von Videokameras, sollte vorübergehend sein neues
Zuhause werden. Wissenschaftler betreuten Keiko, machten mit ihm
Ausflüge ins offene Meer zu seinen Artgenossen. Doch jetzt droht die
"Free-Willy-Story" anders als erwartet zu enden: Keiko will partout
nicht in Freiheit leben. Die Gesellschaft der Menschen, die tägliche
Fütterung, die geschützte Bucht: Keiko genießt ganz offensichtlich
sein behagliches Leben in Unfreiheit.
    
    
    20.45    Die Supernase - Ein Schäferhund auf Drogenfahndung
                 (Erstsendung: 31.03.2000, NDR)
    
    Ike ist Mitarbeiter beim Hauptzollamt in Nordhorn, nahe der
holländischen Grenze. Er ist der Schrecken aller Dealer und Junkies.
Ihm entgeht nichts, nicht der Joint im Auto-Verbandskasten und nicht
das Drogenpäckchen im Handtuchhalter der Zug-Toilette. Ike, genannt
die Supernase, ist ein Schäferhund auf Drogenfahndung. Sein Herrchen,
Zollinspektor Günther Puschin, ist mächtig stolz auf ihn. Er und sein
Drogenspürhund gehören zur mobilen Kontrollgruppe, die Abend für
Abend an Autobahnen oder im so genannten Kifferexpress nach
Rauschgift fahnden. Bei Großrazzien und normalen Fahrzeugkontrollen
ist ihnen schon mancher Dealer ins Netz gegangen. Für die Beamten ist
das ein gefährlicher Job, für Ike ist es ein Spiel.
    
    
    21.15    Der Junge und der Delfin
                 Therapie in Florida
                 (Erstsendung: 28.12.2000, NDR)
    
    Wie klug und hilfsbereit Delfine sind, hat uns "Flipper",
Fernsehstar der 60er Jahre, immer wieder unter Beweis gestellt. Seit
längerem nutzen auch Ärzte und Verhaltenstherapeuten die Sensibilität
der Tiere, etwa Dr. David Nathanson, Begründer der Delfin-Therapie
auf Key Largo im Süden Floridas. Eine Spendenaktion verhilft auch dem
neunjährigen Malte Oldermann zu einer dreiwöchigen Therapie auf Key
Largo. Malte ist stark bewegungs- und sprachgestört. Schon der erste
Kontakt mit Niki, seinem "Therapeuten", macht ihn ganz aufgeregt.
Niki zeigt ihm, was er kann, dreht Pirouetten und lässt sich von
Malte streicheln. Schon nach wenigen Tagen sind der Junge und der
Delfin dicke Freunde. Und das Kind lernt jeden Tag ein bisschen mehr,
zum Beispiel sich an der Schwanzflosse des Delfins festzuhalten: ein
riesiger Fortschritt für den kleinen Malte.
    
    
    
    
    21.50    Blind Date mit einem Hund
                 Eine Blinde und ihr neuer Begleiter
                 (Erstsendung: 16.06.2001)
    
    Bettina Krahfuß ist seit ihrer Kindheit blind. Heute hat ihr die
Krankenkasse einen Blindenhund bewilligt. Mit seinen Augen will sie
die Welt neu entdecken, selbstständiger werden. Die Kamera beobachtet
dieses ungewöhnliche "Blind Date mit einem Hund". Bevor Aika und
Bettina zusammen losziehen, müssen sie sich aber erst einmal
gründlich beschnuppern. Drei Wochen üben sie mit einer Trainerin den
Alltag: Straßen überqueren, Zug fahren, Treppen steigen, Baugruben
ausweichen, Einkaufen gehen. Ein gutes Gespann fällt schließlich
nicht vom Himmel. Bis zu 80 Zielkommandos merkt sich ein kluger
Blindenhund. Ob zum Bäcker, Metzger oder Friseur, Aika findet den Weg
bald allein, Bettina Krahfuß ist nicht mehr auf die Hilfe anderer
angewiesen. Aber nicht nur ihr Leben, auch das ihrer Kinder ändert
sich mit dem neuen Hausgenossen schlagartig. Aiko hält die ganze
Familie in Atem.
    
    22.20    Babyalarm im Elefantenhaus
                 Ein Dickhäuter wird geboren
                 (Erstsendung: 12.04.2002)
    
    Keiner hatte die beiden gesehen, aber eines Tages gab es keinen
Zweifel mehr: Trinh, die 20-jährige Elefantendame aus Vietnam, ist
kurz vor der Niederkunft. Eine Sensation für den Leipziger Zoo.
Niemand hatte damit gerechnet, denn der einzige Mann im Elefantenhaus
liebt seit Jahren eine andere, bei der aufgrund ihres
fortgeschrittenen Alters nicht mehr mit Nachwuchs zu rechnen ist.
Infrarotbilder, Urinproben: Babyalarm im Elefantenhaus. Der Countdown
läuft. Nachtwachen im Elefantenhaus, Geburtsbesteck im Notfallkoffer,
Tütenmilch in der Zooküche. Seit Wochen bereiten sich Pfleger und
Ärzte auf das große Ereignis vor. Die erstgebärende Trinh ist
hypernervös. Wie Mutter, Kind und Pfleger die Geburt überstehen,
zeigt diese Reportage aus Leipzig, wo es seit 70 Jahren keinen
Elefantennachwuchs mehr gab.
    
    
    Montag, 29. Juli 2002  (Woche 31)/26.06.2002
    
    20.15    Mit Gerd Ruge unterwegs in China
                 Bauern, Bräute, Wolkenkratzer und Maos Restaurant
                 Folge 1/3
                 (Erstsendung: 27.12.1998, Das Erste)
    
    Gerd Ruges große Chinareise führt von den Palmenstränden der
tropischen Insel Hainan im äußersten Süden Chinas bis zu den kargen
Ebenen am Amurfluss, wo China an Sibirien grenzt. Er begleitet
chinesische Touristen auf einer fröhlichen Schiffstour durch die
Berge am romantischen Li-Fluss und trifft nachdenkliche Leute vor
Maos Geburtshaus. Zu Gast bei Bauern, bei denen er vor 22 Jahren eine
Woche lang wohnte, entdeckt er, dass sie reiche Leute geworden sind.
Und er spricht mit armen Bauern, Wanderarbeitern auf den
Großbaustellen der neuen Wolkenkratzer- Kultur, mit Brautpaaren,
Studenten, Fußballfans im Borussia Dortmund-Trikot und mit einem
Mann, der Nachfahre von Konfuzius in der 77. Generation ist. Seine
Reise führt ihn in Großbetriebe der Schwerindustrie, die im Zuge der
Wirtschaftsreform Arbeitsplätze abbauen müssen, und zu neuen
High-Tech-Unternehmen, deren Gründer Arbeit schaffen und schnell
reich werden. Es ist eine Reise durch das alte und das neue China,
durch das Reich der Mitte in der Phase des Umbruchs. Teil 2 am
05.08.2002, Teil 3 am 12.08.2002, jeweils um 20.15 Uhr.
    
    
    Freitag, 2. August 2002  (Woche 31)/26.06.2002
    
    Geändertes Thema beachten!
    
    21.45    Nachtcafé - Auslese
                 Gäste bei Wieland Backes
    
    
ots Originaltext: SWR
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