SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Freitag, 21. Juni 2002 (Woche 25)/19.06.2002

    Baden-Baden (ots) -

    23.15 Nachtkultur

    Moderation: Markus Brock

    Die Themen:

    "... und kein bisschen weise" - Zum 20. Todestag von Curd Jürgens

    Curd Jürgens galt als Lebenskünstler und war mit seinen strahlend blauen Augen und seiner stattlichen Größe ein Frauenschwarm. Mit den Chansons "60 Jahre und kein bisschen weise" und "Seemann, fährst du nach Shanghai" feierte er seine großen musikalischen Erfolge. Doch vor allen Dingen wurde Curd Jürgens, der 1915 in München geboren wurde, als Schauspieler berühmt. 1935 startete er seine Bühnen- und Film-Karriere. Während er für Herbert Maischs "Königswalzer" als jugendlichen Kaiser Franz Joseph vor der Kamera stand, gab er fast gleichzeitig am Berliner Metropoltheater als singender "Bonvivant" sein Bühnendebüt. Mehr als 160 Filme ("Des Teufels General", "Michael Strogoff" oder "Die Luftschlacht um England") hat er im Laufe seines Lebens gedreht und zahlreiche Bühnenauftritte absolviert, unter anderem ab 1973 als "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen. "Nachtkultur" erinnert an den "normannischen Kleiderschrank", wie Curd Jürgens durch eine fälschliche Übersetzung immer wieder genannt wurde.

    Supermodels ganz privat - Der Ausnahmefotograf Juergen Teller in München

    Er zählt zu den Stars der Modefotografie, obwohl er mit seinem Stil die herkömmlichen Konventionen der Branche unterläuft. Top-Models wie Claudia Schiffer oder Kate Moss lichtet er - abseits der Welt des Glamours - am liebsten in ihrer Privatsphäre ab. Nach seiner Ausbildung an der Münchner Fachakademie für Fotodesign entstanden seine ersten Modeportraits für die britischen Szene-Magazine "ID", "The Face" und "Arena". Berühmt wurde er 1996 durch die Titelgeschichte für das SZ-Magazin mit dem unbekleideten Model Kristen McMenamy, die ungeschönt die körperlichen Strapazen und Blessuren der Modepräsentationen wiedergab. In den jüngsten Jahren wandte sich Juergen Teller verstärkt seinem familiären Umfeld und seiner fränkischen Heimat zu, wo die Serie "Märchenstüberl" als Erinnerungsarbeit an die eigene Kindheit entstand. Das Fotomuseum des Münchner Stadtmuseums zeigt jetzt die erste international umfassende Werkschau über den in London lebenden Fotografen. Gezeigt werden 125 Originalaufnahmen, der Videofilm "Go Sees" sowie zahlreiche Fotos aus Modezeitschriften der 90er Jahre. Frank Rother hat Juergen Teller in München besucht.

    "Aktive Unterlassung" - Georg Winter und seine Kameras ohne Bilder

    In seiner Wohnung stehen zwar zahlreiche Fernsehgeräte, doch auf keinem davon kann man irgendein Programm empfangen. Wie seine Fernseher sind auch alle seine Filmkameras und Fotoapparate linsenlose Geräte aus glatt geschmirgeltem und schwarz lackiertem Holz. Das ist nicht etwa ein Kalauer, sondern durchaus ernst gemeint von Georg Winter. "Aktive Unterlassung" nennt Winter selbst den Vorgang, der in Gang gesetzt wird, wenn man seine Monitore betrachtet, die garantiert nichts zeigen, aber ebenso garantiert unsere Wahrnehmungskonventionen in Frage stellen. Georg Winter, 1962 in Biberach an der Riss geboren, ist Konzeptkünstler und beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Thema Fotografie und Film, ohne dabei Bilder entstehen zu lassen. Mit dem Bauen allein lässt er es nicht bewenden. Georg Winter verfasst Kamerahandbücher, gibt Seminare, weist Kunststudenten in den Umgang mit seinem "Ukiyo Camera System" ein. Nikolai Vialkowitsch war bei Georg Winter.

    Auf der Suche nach dem Land, wo der Pfeffer wächst - Die Gewürzstraßen dieser Welt     Viele Gewürze haben auch heute noch einen Hauch von Exotik und Abenteuer, obwohl es inzwischen Aromen aus der ganzen Welt überall zu kaufen gibt. Ihre fremdländische Herkunft weckt Bilder von Kamelkarawanen, Segelschiffen und orientalischen Basaren. Der Gewürzhandel veränderte nicht nur die Weltkarte, sondern auch die Kultur und Küche vieler Länder. Die passionierten Globetrotter Chris und Carolyn Caldicott folgen in ihrem Buch "Die Gewürzstraßen der Welt" den alten Handelsrouten und der Herkunft der würzenden Lebensmittel. Kombiniert mit eigenen Erlebnissen zeichnen sie ein lebhaftes Bild der Gewürzländer, ihrer Menschen und Bräuche nach. Als kleines Bonbon verraten die Autoren, die selbst ein renommiertes Restaurant in London führen, exotische Rezepte, die sie von ihren Reisen mitgebracht haben. Melanie Fischer über ein inspirierendes Buch für alle Sinne.

ots Originaltext: SWR
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