SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Sonntag, 30. Juni 2002 (Woche 27) bis (Woche 30)

    Baden-Baden (ots) -      

    19.15 Fahr mal hin
              Winzer, Könige und Künstler    
              Die Weinstraße von Gleisweiler bis Klingenmünster
              Ein Film von Astrid Delgado
    
    Anfang des Jahrhunderts beschloss der Impressionist Max Slevogt,
in diesem Teil der Weinstraße zu bleiben und zu malen. Dem Maler
Bernd Kastenholz erging es ähnlich. Ob es nun die Lebensart der
Menschen ist, die an diesem Stückchen Weinstraße südlich von
Edenkoben, zu Füßen der Ausläufer des Pfälzer Waldes leben? Der
Weinbau hat diese Region Jahrhunderte lang geprägt. Oder ist es die
wahrhaft malerische Landschaft, die Künstler jeder Couleur zum
Bleiben verleitet? Vielleicht ist es auch ein wenig das besonders
milde Klima, das exotische Pflanzen zum Blühen bringt und schon König
Ludwig I. von Bayern hierher verschlug. Im Übrigen nicht der einzige
König, der zwischen Gleisweiler und Klingenmünster seine Spuren
hinterließ.
    
    Geschichten und Legenden um Könige begegnen den Reisenden immer
wieder aufs Neue. Vieles ist nur Vermutung, anderes Tatsache. Davon
zeugt zum Beispiel die bewegte Geschichte der Madenburg oberhalb von
Eschbach, eine der größten Burgruinen der Pfalz. Kürzlich erst wurde
einer der Türme an der Ostseite der Burganlage wieder für Besucher
geöffnet. Von oben bietet sich dem Wanderer ein herrliches
Landschaftspanorama. Den Dornfelderkönig trifft man allerdings auf
keiner Burg an, sondern im historischen Zehntkeller von Leinsweiler.
Der Keller ist seit Jahrhunderten in Besitz der Familie Siegrist.
Thomas Siegrist lässt dort seine Roten im Eichenholzfass reifen - vor
allem Dornfelder. Seine Freunde und Winzerkollegen haben ihn aufgrund
der ausgezeichneten Weine zum Dornfelderkönig gekürt.

    Samstag, 6. Juli 2002  (Woche 28)
    
    21.50 Der Diamantencoup
        
              (The rip-off)
        
              Spielfilm      USA 1979
              Rollen          und Darsteller:
              Chris            Lee Van Cleef
        
              Clarisse        Karen Black
        
              Jeff              Edward Albert
        
              Donati          Robert Alda
        
              Sam                Lionel Stander
        
              Inspektor      Angelo Infanti
        
              Jessica         Antonella Murgia
        
              Van Stratten Peter Carsten
        
              und andere
        
              Regie:          Anthony M. Dawson
        
              Drehbuch:      Simon O'Neill, Mark Princi, Paul Costello
    
    Sein letzter Tresor hatte dem Präzisions-Dieb Chris (Lee Van
Cleef) acht Jahre im Gefängnis beschert. Nun hat er sich auf seiner
eigenen Ranch zur Ruhe gesetzt und will vom Safeknacken nichts mehr
wissen. Bis ihn der Sohn eines inzwischen verstorbenen Komplizen und
guten Freundes aufsucht. Der junge Jeff (Edward Albert) steckt
offenbar in Schwierigkeiten. Für den deutschstämmigen Gangster Van
Stratten (Peter Carsten), der ein florierendes Unternehmen in New
York betreibt und schon einige Profis verschlissen hat, soll Jeff
einen Spezialisten auftreiben, der weiß, wie man altertümliche
Tresore der Marke "Intersafety Incorporate" öffnet. Aus Loyalität und
einer Art Wehmut heraus nimmt Chris den dubiosen Job an, bei dem es
um Diamanten im Wert von mehreren Millionen Dollar geht. Mit Hilfe
des Pfandleihers Sam (Lionel Stander), der ebenfalls zu seiner alten
Gang gehörte, bereitet der Safeknacker den Coup auf gewohnt
professionelle Weise vor. Leider wird sein Arbeitsethos von Van
Strattens Männern nicht geteilt. Es gelingt Chris zwar, die Diamanten
zu stehlen. Aber auf der Flucht wird er angeschossen. Und nun sind
alle hinter ihm her: die Polizei, sein düpierter Auftraggeber und der
ehemalige Besitzer der illegal eingeführten Steine. Außerdem gibt es
da noch die junge Studentin Clarisse (Karen Black), die sich aus
unerfindlichen Motiven geradezu aufopferungsvoll um den verletzten
Chris kümmert.
    
    Der ruppige, in wunderbar authentisch und schmuddelig wirkenden
New Yorker Settings gefilmte 70er Jahre-Krimi um eine Reihe von
Gangstern, die sich gegenseitig matt zu setzen suchen, wartet am Ende
mit überraschenden Wendungen auf. Lee Van Cleef spielt hier ein
großstädtisches Pendant zu seinen Westernhelden: einen ausgebufften,
aber nicht ganz gefühllosen Profi, dem der Zigarillo aus dem
Mundwinkel hängt, als wäre er dort angewachsen.
    
    
    Sonntag, 7. Juli 2002 (Woche 28)
    
    Geänderten Beitrag beachten!
    
    10.00 (VPS 09.59)
              Zum 90. Geburtstag von S. Celibidache
              Sergiu Celibidache dirigiert das Radio-Sinfonieorchester
              des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart
              Nikolai Rimsky-Korssakoff
              (Erstsendung: 17.11.1982)
              (bis 10.50)
    
    weiter wie mitgeteilt
    
    Sonntag, 7. Juli 2002 (Woche 28)
    
    11.00 Literatur im Foyer
              Christa Wolf - Leibhaftig
              Diskussionsleitung: Martin Lüdke
              (Aufzeichnung vom 13. Juni 2002, SWR Mainz)
    
    Eindrucksvoll und überzeugend hat sich Christa Wolf
zurückgemeldet. Ihre neue Erzählung beschreibt die Krise eines
Systems, allerdings, wie es der Titel schon sagt: "Leibhaftig". Das
heißt zunächst die Krise eines Körpers, dessen Immunsystem
zusammengebrochen ist. Die Ärzte kämpfen vergeblich dagegen an. Die
Patientin schwebt zwischen Leben und Tod. In diesem Kampf drückt
sich, wie nebenbei, auch der Zusammenbruch eines Gesellschaftssystems
aus. So gesehen ist "Leibhaftig" vermutlich das letzte große Buch,
das die untergegangene DDR hervorgebracht hat.
    
    Mit Christa Wolf diskutieren über ihr Buch:
    - die Berliner Schriftstellerin Anett Gröschner ("Moskauer Eis"),
    - die Mainzer Literaturwissenschaftlerin und Wolf-Expertin Sonja
        Hilzinger,
    - der Literaturkritiker der Süddeutschen Zeitung Lothar Müller.

    Sonntag, 7. Juli 2002 (Woche 28)
    
    19.15    Fahr mal hin
                 Stadt der weißen Steine
                 Ein Film von Lutz Offenhammer
    
    Wo der Rhein gemächlich fließt und seine größte Breite erreicht,
da liegt Ingelheim. Dort, zwischen Mainz und Bingen, laden
naturgeschützte Inseln und Auwälder zu Erkundungstouren ein. In
einiger Entfernung zum Fluss erhebt sich der historische Ortskern,
geprägt durch mittelalterliche Befestigungsanlagen aus Kalkstein.
Wahrzeichen der Stadt ist die Burgkirche mit ihrer Wehrmauer,
Deckenmalereien und einem Chorfenster aus dem 15. Jahrhundert. Karl
der Große residierte oft in Ingelheim und ließ dort eine Kaiserpfalz
bauen, in der er die Regierungsgeschäfte führte. Die Reste des
Palastes werden nach und nach von Archäologen freigelegt und
restauriert. Im landwirtschaftlich genutzten Umland von Ingelheim
wechseln sich Weinberge, Kirschplantagen und Spargelfelder ab.
    
    
    Sonntag, 14. Juli 2002 (Woche 29)
    
    14.00 Festumzug vom Internationalen Trachtentreffen Kröv
              (Aufzeichnung vom 06. und 07.07.02)
              Moderation: Judith Kauffmann
    
    Das Trachtenfest in Kröv an der Mosel ist alljährlich Treffpunkt
für Trachten- und Musikgruppen aus ganz Europa. Zuerst wird auf einer
schwimmenden Moselbühne eine einzigartige Flussfeier zelebriert.
Höhepunkte sind die Ankunft der Festkönigin "Mosella", der
Lichterzauber auf der Mosel und die Beleuchtung der Moselberge.
Danach zieht ein farbenprächtiger Trachtenfestzug durch die engen
Gassen der Moselgemeinde. Die Besucher erleben das singende,
klingende, tanzende und weinfrohe Kröv. Der SWR zeigt den Festumzug
und Ausschnitte vom "Festlichen Spiel" auf der Moselbühne am 14.7.02
ab 14.00 Uhr. Es kommentiert Judith Kauffmann.

    Sonntag, 14. Juli 2002 (Woche 29)
    
    19.15    Fahr mal hin
                 Westerwälder Windgeflüster
                 Auf den Höhen rund um Rennerod
    
    "Oh Du schöner Westerwald, über deinen Höhen pfeift der Wind so
kalt." Diese Liedzeilen haben den Westerwald bekannt, aber auch
berüchtigt gemacht. Die Landschaft gilt als rau, abweisend und
ungemütlich. Zu Unrecht: Die Region hat ihren eigenen Charme, trotz
oder gerade wegen des Windes. Vor allem im Hohen Westerwald rund um
Rennerod hat der Wind das Landschaftsbild geprägt. Dutzende von
Windrädern ragen in den Himmel, jede Brise bringt ihre Flügel zum
Rotieren - und das rund 7.000 Stunden im Jahr. Stromerzeugung mit
Windkraft lohnt sich im Westerwald und schafft eine skurrile Einheit
zwischen Technik und Natur. Und die ist wohl die eindrucksvollste
Sehenswürdigkeit der Region, die sich am besten zu Fuß erkunden
lässt. Wanderwege führen vorbei an einzigartigen Blumenwiesen,
außergewöhnlichen Basaltformationen oder seltenen Naturdenkmälern,
wie der Wacholderheide.
    
    
    Samstag, 20. Juli 2002  (Woche 30)
    
    21.50 Sturmhölle
        
              (Undertow)
        
              Spielfilm USA 1995
              Rollen und Darsteller:
        
              Jack Ketchum      Lou Diamond Phillips
        
              Willie Yates      Mia Sara
        
              Lyle Yates      Charles Dance
        
              und andere
        
              Regie:  Eric Red
        
              Drehbuch: Eric Red, Kathryn Bigelow
    
    Der 28-jährige Jack Ketchum (Lou Diamond Phillips) ist ein
moderner Wanderarbeiter: Seit seiner Jugend beständig unterwegs auf
der Suche nach einem neuen Job. Auf einer seiner Touren gerät er im
finstersten amerikanischen Hinterland in ein Gewitter und überschlägt
sich mit seinem Wagen. Als er aus tiefer Bewusstlosigkeit erwacht,
findet er sich in einem Blockhaus wieder, das von einem merkwürdigen
Paar bewohnt wird. Lyle Yates (Charles Dance) ist ein paranoider
Einzelgänger, der seine altmodische Waffensammlung respektvoller
behandelt als seine mädchenhafte Frau Willie (Mia Sara), die er sich
als 13-Jährige buchstäblich gekauft hat. Lyle hasst Fremde und
misstraut seinem ungebetenen Gast. Aber Jack kann die Hütte nicht
verlassen, denn der Sturm wächst sich allmählich zu einem
fürchterlichen Hurrikan aus. Zwischen den auf engstem Raum zusammen
geschlossenen Männern entwickelt sich eine fatale psychologische
Dynamik. Lyle zwingt Jack immer wieder zu gefährlichen Mut- und
Kraftproben. Bald wird klar, dass Willie im Zentrum dieses zunächst
noch verhaltenen Duells steht. Sie fühlt sich zu dem jungen Mann
hingezogen - und Lyle reagiert darauf mit beinahe krankhafter
Eifersucht. Als er Willie vergewaltigt, begreift Jack, dass etwas
geschehen muss. Doch die Flucht mit Lyles klapprigem Lastwagen
misslingt, und es kommt in der mit tödlichen Waffen und Geräten voll
gestopften Hütte zu einer brutalen Auseinandersetzung, bei der es
kein Unentschieden geben kann.
    
    Der Drehbuchautor und Regisseur Eric Red ist ein Spezialist für
Thrillerstoffe: Er machte sich einen Namen mit dem Skript zu
"Hitcher" und produzierte zusammen mit Kathryn Bigelow die Kulthits
"Near Dark" und "Blue Steel". "Sturmhölle" ist sein dritter selbst
inszenierter Film: ein düsteres Drei- Personen-Stück, das die
pathologische, autoritäre und verklemmte Seite der amerikanischen
Seele erforscht, sparsam in den Mitteln, aber hochspannend und
wirkungsvoll bis ins dramatische Finale. Lou Diamond Phillips,
bekannt aus "La Bamba" und "Young Guns", und der britische
Charakterschauspieler Charles Dance ("Plenty", "Alien 3") liefern
sich hier auch darstellerisch einen Zweikampf auf hohem Niveau.

    Sonntag, 21. Juli 2002  (Woche 30)
    
    23.05 Showgeschichten
        
              mit Gerhard Schmitt-Thiel und Max Greger
    
    Eigentlich sollte er die Metzgerei seines Vaters übernehmen. Doch
das Schlachterhandwerk war dem jungen Max so ziemlich wurscht! Schon
mit zwölf Jahren war er auf die Musik fixiert, zumal er sein
Akkordeon in einer überwiegend aus Mädchen bestehenden Gruppe
spielte. Max' Pech: Er schleppte die Akkordeons der Mädchen, seine
Freunde schleppten die Mädchen ab. Das wollte er ändern. Vor mehr als
50 Jahren gründete Greger eine eigene Musik-Gruppe - ein Sextett. Nur
kurze Zeit später wurde aus der Sechs-Mann-Combo ein Orchester und
aus dem Orchester eine Big-Band. Max Greger hatte das große Glück in
einem amerikanischen, schwarzen Army-Club in Bayern zu spielen, traf
dort auf Größen wie Ella Fitzgerald, Duke Ellington und Lionel
Hampton, die seinen Hang zum Big Band-Sound à la Glenn Miller
verstärkten. "Moonlight-Serenade" und "In the Mood" hießen seine
Lieblings-Stücke. Über die "Weißwurst-Grenzen" hinaus berühmt wurde
Max Greger, als er mit seiner Big Band als erster in der Sowjetunion
spielen durfte - und sich nicht an die vorgegebenen Stücke hielt. Das
Politbüro fluchte, das Publikum tobte und er hatte in Deutschland
Schlagzeilen von Flensburg bis Garmisch. Jahrelang war er danach
Haus-Band des ZDF, machte nicht nur Musik, sondern spielte auch
Sketche mit Peter Frankenfeld. Das einzige, was der heute 76-Jährige
vielleicht bereut, ist, dass er, der Perfektionist, nie die
Leichtigkeit, Lockerheit seiner amerikanischen Kollegen hatte.
    
    Bei Gerhard Schmitt-Thiel erzählt Max Greger warum Louis Armstrong
für ihn der Größte war, weshalb er Bandleader wurde, wieso er Josef
Stalin mit Sepp ansprach und warum Max Greger jun., der acht Jahre in
seiner Band spielte, heute arrangiert.

    Freitag, 26. Juli 2002 (Woche 30)
    
    21.45 Thema M ... wie Menschen
              Moderation: Kristina Roth und Jo Frühwirth
              Selbstbewusst oder ängstlich
              Wie die Familie unser Leben prägt
    
    Ein Schatzkästchen voll angenehmer Erinnerungen. Eine Quelle
schwärzester Alpträume. Erlebnisse in der Kindheit sind oft für immer
in die Seele gebrannt. Die ersten Jahre entscheiden meistens über das
ganze Leben. Wie prägen die Erfahrungen, die wir in der Familie
machen, unsere Zukunft? Wie beeinflussen sie unser Fähigkeit zu
lieben, zu vertrauen oder zu kämpfen? Geben Eltern unbewusst die
Muster weiter, nach denen sie in ihrer eigenen Kindheit erzogen
wurden? Einsamkeit und Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen
schockieren und machen ratlos. Liegt die Ursache in der
Beziehungslosigkeit zu den Eltern? Erziehung und Bildung werden zu
Wahlkampfthemen, die Kindheit rückt ins Blickfeld öffentlicher
Diskussionen. Auch bei der erbitterten Auseinandersetzung um die
anonyme Geburt steht die Frage im Mittelpunkt: Wie viel Bindung an
die Familie brauchen wir?
    
    "Thema M" geht den Fragen hinter diesen Diskussionen nach: Was
sind Gründe für Urvertrauen und für Verlassenheit? Wie viel Familie
brauchen wir auf unserem Weg ins Leben? Und wie können Erwachsene
lernen, die Narben ihrer Kindheit heilen zu lassen?
    
    Als Gäste eingeladen sind unter anderen bei Jo Frühwirth und
Kristina Roth: der Kinderbuchautor und "Vater" des Sams Paul Maar ,
die Psychotherapeutin Rotraud Perner und Anita-Verena Brandsch, die
erst spät erfuhr, dass sie adoptiert wurde.
    
    
ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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