SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Freitag, 14. Juni 2002 (Woche 24)

    Baden-Baden (ots) -    

    21.50 Nachtcafé
              Gäste bei Wieland Backes
              Streit, Aggression, Gewalt - Wie lösen wir Konflikte?
    
    Gewalt an Schulen, Gewalt auf der Straße, Gewalt in der U-Bahn.
Immer wieder und immer häufiger werden wir mit realer Gewalt oder mit
den Bildern von ihr konfrontiert, wenn uns diese via Fernsehschirm
ins Haus geliefert werden. Wenn Jugendliche zu Gewalttätern werden,
wie in Erfurt, sind das Entsetzen und die Hilflosigkeit über so viel
sinnlose Gewalt besonders groß. Und mit Schuldzuweisungen und
Lösungsvorschlägen ist man schnell bei der Hand.

    Doch reicht es, Gewaltdarstellungen in den Medien zu verbieten und die bestehenden Waffengesetze zu verschärfen?          Die Gäste:

    Claude-Oliver Rudolph ist ein Filmbösewicht, oft verkörperte er gewalttätige Charaktere. Ob als Schurke bei James Bond oder als fieser Zuhälter. Nicht nur im Film oder auf der Bühne schlägt er auch mal zu, selbst im wahren Leben legt der Karatekämpfer und Thai-Boxer gerne mal Hand an - aber nur wenn er sich ungerecht behandelt fühlt.

    Petra Gerster plädiert dafür, dass Konflikte im Elternhaus offen ausgetragen werden müssen, "damit die Kinder sehen, wie man das macht". Die Nachrichtenfrau des ZDF legt großen Wert darauf, Kinder gut zu erziehen und ihnen Werte, vor allem aber Respekt zu vermitteln.

    Udo Rauchfleisch bedauert die zunehmend brutale Gewalt in den Medien und einer immer gewalttätigere Gesellschaft. Allerdings seien Aggressionen "etwas Menschliches und Gutes, die dazu führen, dass man sich Dingen annähert", so der Psychologe und Psychoanalytiker. "Erst wenn die Aggression in Gewalt umschlägt, ist sie etwas Destruktives und meist die Reaktion auf Ausgegrenztheit, Erniedrigung und Hilflosigkeit" - in diesem Stadium beginnt für den Gewalt-Experten die Prävention.

    Bruno Kassel hat rohe Gewalt schon am eigenen Körper zu spüren bekommen. Als Neunjähriger wurde er Opfer des ersten Schulamoklaufes in Deutschland. Der Amokläufer attackierte Lehrer und Schüler mit einem selbstgebauten Flammenwerfer. Bruno Kassel brannte lichterloh und musste ein Jahr im Krankenhaus um sein Leben bangen, da seine Haut großflächig verbrannt war. Noch heute leidet er unter den seelischen und körperlichen Folgen dieser Tat.

    Die Ex-RAF Terroristin Silke Maier-Witt akzeptierte früher Gewalt als Mittel zum politischen Kampf. Heute denkt sie anders darüber. Seit über zwei Jahren arbeitet sie als engagierte Friedensaktivistin im Kosovo und versucht ethnische Konflikte friedlich zu lösen, unter anderem zwischen serbischen und albanischen Jugendlichen. Mit ihrer terroristischen Vergangenheit setzt sie sich nach wie vor kritisch auseinander.

    John Worthington nutzte Gewalt als Mittel zur Konfliktbewältigung. Mit 17 Jahren, hatte er eine Gewaltkarriere bereits hinter sich. Schwerste Körperverletzungsdelikte, Jugendarrest, Rauswurf aus der Schule, Alkohol und Drogen. Erst ein erfolgreich absolviertes Anti-Aggressivitäts-Training half ihm, aus der Gewaltspirale auszubrechen. Heute will er mit Gewalt nichts mehr zu tun haben und sagt: "ich habe eingesehen, dass es nichts bringt, zuzuschlagen. "

    An der Bar: Jan von Bergen und Ali Percin haben einen Täter-Opfer-Ausgleich gemacht. Bei einem Universitätsfest fühlte sich Ali Percin von Jan von Bergen provoziert und schlug ihn zusammen. Percin hat man zwar gefasst aber nicht vor den Kadi gestellt. Stattdessen gab es den Täter-Opfer-Ausgleich, bei dem sich beide Kontrahenten miteinander an eine Tisch setzen.  Percin ist geläutert, und Student von Bergen ist begeistert von dem Programm, da sein Groll verraucht ist und er frei von Wut und Aggressionen ist.

    Samstag, 15. Juni 2002 (Woche 25)
    
    18.00 Sport extra
              Franziska Schenk: Auf ein Wort mit Niki Lauda
    
    Der Nürburgring wird 75. Die legendäre Nordschleife ist heute die
Formel 1-Strecke für jedermann. Für die echten Formel 1-Boliden wurde
die Grüne Hölle zu gefährlich. Einmal wollten die Fahrer am 1.8.1976
dort noch ein Rennen fahren. Für Niki Lauda war es beinahe ein Rennen
zuviel. Mit seinem Ferrari rast er gegen eine Felsmauer, der Bolide
steht in Flammen. Schwerverletzt kämpft Niki Lauda drei Tage lang um
sein Leben. Sein Gesicht ist heute noch von den Brandverletzungen
gezeichnet. Franziska Schenk hat Niki Lauda bei Jaguar Racing in
London getroffen und mit ihm über den Nürburgring, den Unfall und das
Leben danach gesprochen.

    Samstag, 15. Juni 2002 (Woche 25)
    
    21.55 Die Samstags-Reportage
              Es fährt ein Korb nach irgendwo
              Eine Reportage von Jörg Stolpe
    
    Wer einmal gewonnen hat, gehört zu den ganz Großen in der
Ballonfahrer-Szene. Willi Eimers und Bernd Landmann waren beim
Gordon-Bennet-Rennen schon dreimal erfolgreich und gehören auch in
diesem Jahr wieder zu den Favoriten. Wer am weitesten kommt, hat
gewonnen. Letztes Jahr ist das Duo 70 Stunden nach dem Start in
Belgien im schwedischen Malmö gelandet. Die Konkurrenten hat der Wind
nach Italien getrieben. 2001 wurde im sauerländischen Warstein
gestartet. Bei Vollmond, damit die Ballonfahrer in der Nacht
möglichst viel sehen können. Und auch diesmal ist alles möglich, das
Ziel unbekannt. Etwa 20 Teams aus aller Welt stellen sich der
Herausforderung. Tag und Nacht im Ballonkorb, der zugleich Esszimmer,
Schlafzimmer und Toilette ist. Dazu kommt die Furcht vor Gewittern
und Temperaturen bis zu zehn Grad minus in 5.000 Metern Höhe. Geht es
in Richtung Norden über den Ärmelkanal nach England oder vielleicht
Richtung Süden über die Alpen? Das ist auch eine Herausforderung für
das Begleitteam, das dem Ballon im PKW folgt. Denn zur Landung muss
es möglichst schnell zur Stelle sein, um die erschöpften Ballonfahrer
aufzunehmen.

    Sonntag, 16. Juni 2002 (Woche 25)
    
    14.00 Der Rheinland-Pfalz-Tag tanzt
              vom RP-Tag in Zweibrücken
              Moderation: Martin Seidler und Kerstin Bachtler
              Aufzeichnung vom 14.06.2002
    
    Der Rheinland-Pfalz-Tag tanzt auf dem Schlossplatz in Zweibrücken.
Wenn die SWR Big Band zum Tanz aufspielt, dürfte kaum einer still
sitzen bleiben. Beim Rheinland-Pfalz-Tag tritt die soundstarke Truppe
unter der Leitung von Dieter Reith zusammen mit der Gesangssolistin
Bridget Fogle auf. Schon seit über 50 Jahren ist die SWR Big Band
eine feste Größe für alle, die sich für Swing, Big Band Jazz sowie
Unterhaltungs- und Tanzmusik begeistern. Seit rund zehn Jahren ist
die Formation personell und dadurch auch musikalisch jünger geworden.
Anfang des Jahres wurde die SWR Big Band für eines ihrer Arrangements
für einen Grammy nominiert.

ots Originaltext: SWR
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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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