SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Sonntag, 9. Juni 2002 (Woche 24)

    Baden-Baden (ots) -      

    11.00 Die Bestenliste - das Literaturmagazin
              Die besten Bücher im Monat Juni
    
    Die Bestenliste, das Literaturmagazin des SWR, stellt die
Neuerscheinungen der traditionsreichen SWR-Bestenliste vor. 35
renommierte deutschsprachige Literaturkritiker und -kritikerinnen
bestimmen Monat für Monat, welchen Büchern sie möglichst viele Leser
und Leserinnen wünschen. Es moderiert Hubert Winkels.
    
    Folgende Bücher werden vorgestellt:
    Jürgen Lodemann: Siegfried und Krimhild
    Fritz Rudolf Fries: Diogenes auf der Parkbank
    Reinhard Jirgl: Genealogie des Tötens
    Clarín: Sein einziger Sohn
    Dubravka Ugresic: Lesen verboten
    Anna Gavalda: Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf mich wartet
    
    Gäste im Studio: Jürgen Lodemann erzählt in "Siegfried und
Krimhild" die älteste deutsche Geschichte neu: Er stellt uns die
Quelle des Nibelungenliedes vor und gleichzeitig eine Aktualisierung.
Sibylle Cramer, Jury-Mitglied der Bestenliste über Reinhard Jirgls
Trilogie  "Genealogie des Tötens", entstanden aus dem Untergrund der
letzten zehn Jahre der DDR. Damals unveröffentlicht - jetzt bereits
vergriffen. Die Literaturkritiker Eberhard Falcke und Hermann Kurzke
haben unterschiedliche Meinungen zu den Erinnerungen von Fritz Rudolf
Fries "Diogenes auf der Parkbank" - eine Lebensrückschau auf 40 Jahre
DDR.
    
    Beiträge kommen über "Lesen verboten" von Dubravka Ugresic. Thomas
Palzer hat die kroatische Schriftstellerin in Berlin getroffen und
mit ihr über ihre Essays gesprochen. Dubravka Ugresic erhielt 1998
den "Preis der SWR-Bestenliste". Ferner ein Beitrag über Anna
Gavaldas Debüt-Erzählung "Ich wünsche mir, daß irgendwo jemand auf
mich wartet" - ein Bestseller in Frankreich. Außerdem: Lesung mit
Barbara Stoll aus dem Roman von Clarín "Sein einziger Sohn". Ein
Meisterwerk der spanischen Literatur aus dem 19. Jahrhundert.
Außerdem wird am 7. Juni beim Kritikertreffen in Baden-Baden der
Gewinner des "Preises der SWR-Bestenliste 2002" ermittelt und in der
Sendung bekanntgegeben. Der Literaturpreis des SWR ist mit Euro 5000
dotiert.

    Donnerstag, 6. Juni 2002  (Woche 23)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    11.30 Fliege
              "Ich habe kein Dach überm Kopf"
              (Erstsendung: 23.01.2002, Das Erste)
    
    
    Freitag, 7. Juni 2002  (Woche 23)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    11.30 Fliege
              Abschied in die Einsamkeit
              (Erstsendung: 28.01.2002, Das Erste)
    
    
    Freitag, 7. Juni 2002 (Woche 23)
    
    21.45 Nachtcafé
              Gäste bei Wieland Backes
              Doppelleben
    
    Dr. Jekyll und Mr. Hyde sind die bekanntesten ihrer Gattung. Zwei
Gestalten in ein- und derselben Person. Doch die zwei Seelen in der
Brust gebären nicht nur thriller-taugliche Monster. Es gibt sie
häufiger als man denkt. Der treu sorgende Familienvater zum Beispiel,
bei dem sich irgendwann herausstellt, dass er seit Jahren einen
schwulen Liebhaber hat, die nette Sachbearbeiterin, die eines Tages
als Agentin verhaftet wird oder der Normal-Bürger, der sich nebenher
als genialer Erpresser etwas Geld für den Ruhestand beschaffen
möchte. Was heißt Identität, was ist das "wahre Ich", nach dem die
Menschen suchen, solange sie leben? Kommt nur der zum Ziel, der
Eindeutigkeit zum obersten Handlungs-Prinzip macht? Soll man ein
Leben lang sein, was man ist? Oder spielt man nicht ohnehin permanent
nur irgendwelche Rollen? Und warum soll  man nicht mal jemand Anderes
sein dürfen? Darüber dieskutiert Wieland Backes mit seinen Gästen:
    
    Arno Funke: Bekannt geworden ist der Berliner aber unter dem
"Künstlernamen" Dagobert. Als Erpresser großer Kaufhäuser führte er
über mehrere Jahre ein kriminelles Doppelleben, bastelte heimlich an
Bomben und den unterschiedlichsten Geldübergabetechniken, während
Familie, Freunde und Nachbarn glaubten, den braven Schildermaler und
Fotografen Arno Funke vor sich zu haben.

    Günter Wallraff: Für überraschte Gesichter sorgte der Journalist, als er sich als Chemiefabrikant, Obdachloser, Waffenhändler, Reporter bei der Bildzeitung oder Arbeiter bei Thyssen ausgab und seine Erlebnisse anschließend öffentlich machte. Wie ein roter Faden durchzieht der Rollenwechsel Wallraffs Leben. Für ihn waren die anderen Identitäten immer mehr als nur ein Arbeitsprinzip.

    Olivia Jones: Die Verwandlung vom Privatmann Oliver Knöbel in die Drag Queen Olivia Jones ist für ihn mit größtem Vergnügen und Spaß verbunden. Dressed as a Girl war Oliver Knöbel irgendwann so erfolgreich, dass aus der Berufung der Beruf geworden ist. Ein frei gewähltes Doppelleben: Hier der unbekannt-bescheidene Oliver, dort die provokative Olivia.

    Wilfried Wember: Der Familienvater und Ehemann hat seine homosexuelle Seite jahrelang nur im Geheimen gelebt, fantasievolle Ausreden erfunden, um sich für ein paar Stunden, für eine Nacht mit anderen Männern treffen zu können. Hin- und hergerissen zwischen Familie und Schwulsein verwickelte er sich schließlich in so große Widersprüche, dass sein Doppelleben nach sechs Jahren aufflog.

    Marian Ulrich: Das Doppelleben ihres Mannes hat sie erst nach zehn Jahren entdeckt. Ein Telegramm der Geliebten an den Mann ließ alles auffliegen, ließ so manche Dienstreise, so manches Arbeitsessen nachträglich in ganz anderem Licht erscheinen. Die gemeinsamen Jahre waren für sie plötzlich nichts als Lug und Trug. Als wäre das nicht schon genug für die Schweizer Schriftstellerin, stellte sich rund zehn Jahre nach der Scheidung heraus, dass zu dem Doppelleben des Mannes auch noch eine 17-jährige Tochter gehörte.

    Antje Müller: Im Alter von 17 Jahren hörte die hochbegabte Schülerin plötzlich Stimmen, so als stände jemand neben ihr. Bis heute, sie ist mittlerweile 30 Jahre alt, wird die Berlinerin von vier akustischen "Kumpanen" begleitet. Alle Versuche, das Phänomen zu verdrängen, schlugen fehl. Eines Tages offenbarte sie sich und erzählte Ärzten, Familie und Freunden von ihrem Problem. Mittlerweile hat sie gelernt mit dieser oft genug sehr schwierigen inneren, doppelten Welt in sich selbst umzugehen.

    Klaus-Dieter Pempeit-Weyers: Als er noch Klaus Dieter Pempeit hieß, war er ein ganz normaler katholischer Pfarrer und dem Zölibat verpflichtet. Eines Tages trat die Witwe Angela Weyers  in sein Leben, und das Doppelleben war vorprogrammiert. Als das Gerede in der Gemeinde zu groß wurde und den beiden von Kirchenseite ein "unmoralisches Angebot" unterbreitet wurde, war ihnen klar, dass ihre Liebe nur außerhalb der Kirche eine ehrliche Chance hat.

    Montag, 10. Juni 2002  (Woche 24)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    11.30 Fliege
              "Die Pille hat unser Leben verändert"
              (Erstsendung: 29.01.2002, Das Erste)

    Dienstag, 11. Juni 2002  (Woche 24)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    11.30 Fliege
              Was wurde aus ...?
              (Erstsendung: 30.01.2002, Das Erste)
    
    
    Donnerstag, 13. Juni 2002  (Woche 24)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    11.30 Fliege
              Allein gegen alle
              (Erstsendung: 31.01.2002, Das Erste)

ots Originaltext: SWR
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Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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