SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk optimiert sein Südwestfernsehen
Programmstart ab Ende September im Dritten

    Stuttgart (ots) - Der Südwestrundfunk (SWR) wird zum Herbst 2002
das Südwestfernsehen optimieren, wobei neben Qualität, Image und
Akzeptanz auch ökonomische Überlegungen eine wichtige Rolle spielen.
Besonders auf die Bereiche Information, Beratung und Service müsse
verstärkt Wert gelegt werden, sagte SWR-Intendant Peter Voß am
Freitag, 24. Mai der Presse. Zuvor hatte der SWR-Fernsehausschuss
abschließend über die Programmoptimierung beraten.
    
    Das Programm müsse die Menschen nicht nur interessieren und
fesseln, sondern ihnen auch Orientierung in allen Lebensbereichen
sowie Identifikation bieten, so Voß. Die Verlegung der Nachrichten
von 21:30 Uhr auf 22:15 Uhr ermögliche zudem eine flexiblere
Gestaltung des Abendprogramms. Bislang erfolgreiche Sendungen sollen
gestärkt und durch neue Angebote weitere Zuschauergruppen gewonnen
werden.
    
    Fernsehdirektor Dr. Christof Schmid erklärte, der Aufbau des
Programms als ganzheitliches Angebot müsse für den Zuschauer ein klar
erkennbares Profil ausweisen. Schmid wörtlich: "Es soll eine
Programmheimat geschaffen werden. Starke, sich ergänzende Sendeplätze
(Programm-Marken) sowie ein insgesamt aktuelleres, kontroverseres und
überraschenderes Programm sollen als einheitlicher Programmfluss die
Zuschauer stärker an das Südwestfernsehen binden. Ein klar
strukturiertes Sendeschema gewährleistet eine inhaltliche und formale
Wiedererkennbarkeit des Südwestfernsehens." Als Beispiel nannte
Schmid den Freitagabend mit der Abfolge von "Regionaler
Unterhaltung", "Nachtcafé", "Nachtkultur" und der neuen
Büchersendung.
    
    Die beiden Landesprogramme Südwest Baden-Württemberg und Südwest
Rheinland-Pfalz tragen mit aktueller Information,
Hintergrundberichterstattung, Service und Unterhaltung zum
Programmprofil des Südwestfernsehens bei. Gerade in der Zeit von 18
bis 20 Uhr steigern sie ihr serviceorientiertes Angebot.
    
    Landessenderdirektor Baden-Württemberg Dr. Willi Steul sagte dazu,
das Zuschauerpotenzial könne in dieser Zeit noch besser mit einem
Programm, das Nähe, Nutzen und Neuigkeiten biete, ausgeschöpft
werden. Das Kernstück sei die "neue" Landesschau: Eine Stunde
Information, Hintergrund, Service und Unterhaltung. Sie wird eine
Vertiefung der Aktualität, Orientierung und Erläuterung bieten. Mit
ergänzenden Hintergrundinformationen zu den Nachrichten des Tages,
mit aktueller und journalistische Schwerpunktsetzung, mit einer
Serviceleiste und unterhaltsamen Elemente durch Boulevard und
prominente Gäste.
    
    Für den stv. Landessenderdirektor Rheinland-Pfalz Bernhard
Nellessen müssen der Nutzwert sowie die journalistischen Anteile im
Landesprogramm gestärkt werden, damit das Angebot von Südwest
Rheinland-Pfalz unverwechselbarer und im Sendegebiet verstärkt werde.
Das wird vor allem mit Sendungen der Treffpunkt-Leiste montags bis
samstags, 18:15 Uhr, umgesetzt.
    
    Bernhard Nellessen: "Eine zusätzliche Sportsendung wird am Montag
das Sportgeschehen vom Wochenende spiegeln. Die Sendung "Treffpunkt
vor Ort" wird jeden Mittwoch im Land unterwegs sein, um Menschen mit
ihren Sorgen, Problemen, aber auch mit ihren Initiativen zu Wort
kommen zu lassen." Neu wird in Rheinland-Pfalz in der Zeit zwischen
18 und 20 Uhr ein Serviceprogramm zu Themen wie "Haus, Garten,
Tiere", "Arbeit, Beruf, Ausbildung" sowie "Freizeit und Gesundheit"
zu sehen sein.
    
    Einige erfolgreiche Sendungen werden ab dem 30. September
ausgeweitet. So wird "Nachtcafé" jeden Freitagabend zu sehen sein und
das "Rasthaus" jeden Samstagnachmittag. Ausgeweitet wird ebenfalls
die "Regionale Unterhaltung", Freitag 20:15 Uhr, das Kulturangebot,
Donnerstag, 22:30 Uhr sowie am Dienstag der Sendeplatz "Kirche,
Religion, Gesellschaft". Der "Große Dokumentarfilm" und der "Junge
Dokumentarfilm" haben in Zukunft einen festen Sendeplatz am
Donnerstag ab 23:15 Uhr. Dies gilt auch für attraktive Spielfilme,
Fernsehfilme und Serien.
    
    Neu eingeführt werden u.a. im Tagesprogramm eine werktägliche
Bildungsleiste um 14 Uhr sowie eine nachmittägliche Wunschsendung um
15 Uhr. Am Samstagnachmittag wird um 16 Uhr eine Sportsendung
ausgestrahlt.
    
    Im Hauptabendprogramm (20 bis 22:15 Uhr) wird es mittwochs um
20:15 Uhr einen SWR-Talk geben und für 21:45 Uhr ist im
halbjährlichen Wechsel ein "Lachformat" und ab Januar 2003 ein
unterhaltsames Rateformat vorgesehen. Am Freitag wird es ab 0:00 Uhr
eine 14-tägige Büchersendung geben und ab Januar 2003 ist ein "Großes
Samstagsabendformat" geplant.
    
    Im Vergleich zum bisherigen Südwestfernsehen entfallen die
Sendungen "Thema M", "Report nachgefragt", "Tatort"-Wiederholungen
und die Kindersendung "Yo!Yo!Kids".
    
    Neben programmlichen Überlegungen spielen auch ökonomische
Faktoren eine wichtige Rolle bei der Optimierung des
Südwestfernsehens. Voß dazu: "Wir wollen die Schere zwischen dem
finanziellen Zuwachs von 2 Prozent und der medienspezifischen
Teuerung von etwa 5,5 Prozent soweit schließen, dass wir unseren
Auftrag auch in Zukunft erfüllen können." Er betonte weiterhin, dass
die bewährte Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Rundfunk (SR) auch
in der Phase der Programmoptimierung unverändert fortgeführt wurde.
Die Verantwortlichen des SR waren jederzeit in die Beratungen
eingebunden.
    
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