SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmergänzungen Woche 22, 24

    Baden-Baden (ots) -

    Sonntag, 26. Mai 2002 (Woche 22)/24.05.2002
    
    22.35    (VPS 22.34)
                 Wortwechsel
        
                 Fritz Frey im Gespräch mit Hans-Dietrich Genscher
(Bundesaußenminister a.D.)
    
    Der gelbe Pullunder ist sein Markenzeichen, "Genschman" sein
Ehrentitel. Der 75-jährige Hans-Dietrich Genscher ist ehemaliger
Außenminister und Architekt des neuen Europas. Er hat fast zwei
Jahrzehnte den Auswärtigen Dienst geprägt und als einer der ersten
auf Gorbatschow gesetzt. Legende ist sein an die DDR-Flüchtlinge
gerichteter und nie beendeter Satz auf dem Balkon der Prager
Botschaft. Als Ehren-Vorsitzender der FDP gestaltet Genscher
weiterhin aktiv die Parteipolitik mit. Dabei ist der Staatsmann
Genscher nie um griffige und geschmeidige Formeln verlegen. Dies
beweist er in diesem Sommer auch als dritter Inhaber der
Johannes-Gutenberg-Stiftungsprofessur. In acht Abendveranstaltungen
diskutiert er mit Studenten, europäischen Politikern und Zeitzeugen
den Wandel in Europa. Hans-Dietrich Genscher im Gespräch mit Fritz
Frey.
    Hans-Dietrich Genscher wurde 1927 in Reideburg (Saalkreis)
geboren. Mit 16 wird er als Flakhelfer eingesetzt und noch am 6.
Januar 1945 zum Kriegsdienst eingezogen. Nach kurzer Gefangenschaft
kehrt er nach Halle zurück, wo er sein Abitur nachholt und ein
Jurastudium beginnt, dass er in Leipzig beendet. 1952 geht Genscher
in den Westen und tritt noch im selben Jahr der FDP bei. Von 1969 an
ist er 23 Jahre lang Minister, davon allein 18 Jahre Außenminister.
Nach seinem Abschied aus dem Parlament arbeitet er als Anwalt und
führt eine eigene Beratungsfirma. Hans-Dietrich Genscher ist in
zweiter Ehe verheiratet und hat eine Tochter.
    
    
    Montag, 27. Mai 2002 (Woche 22)/24.05.2002
    
    22.15    Saldo
        
                 Das Wirtschaftsmagazin
                 Moderation: Karin Lambert-Butenschön
    
    Die Themen:
    
    Teure Tonne - Wie die Bürger bei der Müllentsorgung draufzahlen
    Die Bürger sortieren fleißig ihren Müll, trotzdem steigen die
Gebühren. Zugleich machen Entsorgungsunternehmen Riesenprofite.
"Saldo" berichtet, wie Städte und Landkreise privaten
Papierentsorgern jahrelang hohe Gewinne geschenkt haben - auf Kosten
ihrer Bürger.
    
    Freistoß - Wie sich Fans und Vereine aus der Kirch-Falle retten
wollen
    Überzogene Spielergehälter, Managementfehler und Selbstbedienung
in der Chefetage konnten sich viele Fußballvereine leisten. Seit der
Kirch-Pleite aber stehen sie mit heruntergelassenen Hosen da. "Saldo"
nimmt die finanzielle Seite der Clubs unter die Lupe. Viele kämpfen
um das Überleben, und ein paar wenige schöpfen aus dem Vollen. Hat
das Geld schon über den nächsten Meister entschieden?
        
    Placebo-Pille - Wie ein Modellprojekt im Abrechnungsdickicht
stecken bleibt
    Dreißig Milliarden Euro an Krankenkassengeldern sind im
vergangenen Jahr an die Arztpraxen geflossen. Doch kein Patient weiß,
was und wie viel der Arzt in seinem Namen abrechnet. Selbst die
Krankenkassen wissen es nicht. Die Ärzteschaft kassiert und rechnet
unter sich ab. Jetzt soll das rheinland-pfälzische Modellprojekt
"Patientenquittung" erstmalig Transparenz schaffen. Doch "Saldo"
zeigt, warum die "Patientenquittung" kaum ihr Papier wert ist.
    
    Mensch-Maschine - Wenn die Technik endlich sprechen lernt
    "Ich habe Sie nicht verstanden" - der monotone Satz der
Computerstimme hat schon so manchen Anrufer bei Call-Centern oder
Vermittlungsstellen zur Verzweiflung getrieben. Und künftig muss sich
der Verbraucher auf weitere Einsatzmöglichkeiten der "verbalen
Fernsteuerung" einstellen. "Saldo" demonstriert Mensch-Computer
Dialoge, wie man sie bisher nur aus "Star Wars" kannte. Und Experten
rechnen in den nächsten zwei bis drei Jahren mit einem
sprachgesteuerten Auto bis zum Fernsehgerät.
    
    
    Dienstag, 28. Mai 2002 (Woche 22)/24.05.2002
    
    21.45    Blickpunkt Europa
                 Moderation: Ute Brucker
    
    Die Themen:
    
    Wütende Basken in Spanien
    Am Sonntag werden wieder Hunderttausende baskische Schüler mit
ihren Eltern durch die Straßen ziehen, um Geld für ihre "Icastolas",
die privaten Basken-Schulen, zu schnorren. Das machen sie jedes Jahr.
"Um das kulturelle Erbe zu erhalten", sagen die Eltern, haben sie die
Privatschulen gegründet. "Brutstätten des Terrors" nennt sie Spaniens
Ministerpräsident Aznar, und hat die finanzielle Unterstützung
gestrichen. Am Sonntag könnte es deswegen hoch her gehen in Algorta,
wo das diesjährige gemeinsame Umzugsfest stattfindet. Bianca Leitner
ist mit Kindern der San Nicolas Schule unterwegs und versucht
herauszufinden, ob sie kleine Terroristen oder brave Traditionalisten
sind.
    
    Melancholische Deutsche in Litauen
    Geblieben sind nur noch die Alten. Die jungen Deutschstämmigen
haben Litauen längst verlassen, noch bevor die Baltenrepubliken vom
Wirtschaftsboom erfasst wurden. Sie hatten in ihrer Heimat nur wenig
Chancen auf einen anständigen Job. Sie galten noch Jahrzehnte nach
dem Ende des Zweiten Weltkrieges als Feinde. Ohne staatliche
Unterstützung leben viele der Alten heute auf abgelegenen Höfen in
der Einsamkeit. Ein kleiner Lichtblick: Care-Pakete aus Deutschland,
dann und wann. Edgar Verheyen hat auf seiner Reise durch Litauen die
abgeschiedene Welt der Deutsch-Letten besucht.
    
    Fahrende Legenden auf Malta
    Die Public Transport Association ist nicht einfach ein
Transportunternehmen. 430 Busfahrer zählt sie und jeder von ihnen ist
sein eigener Chef. Ihre Busse pflegen sie mit Hingabe und so haben es
nicht wenige bis zum Oldtimer-Alter geschafft. So kapriziös wie ihre
Busse sind auch die Fahrer, Fahrpläne gibt es nicht und die
Verkehrsregeln werden bestenfalls als Empfehlungen gesehen. Doch für
die fahrenden Legenden hat die letzte Stunde geschlagen. Wenn Malta
2004 EU Mitglied wird, müssen die Busse aufs Altenteil. Robert Jahn
hat zuvor das Abenteuer Bus-Fahren getestet.
    
    
    
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