SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): 25 Jahre "Ich trage einen großen Namen" vom SWR
- Marquis de Sade betreibt heute ein Weingut
TV-Klassiker aus Baden-Baden um Nachfahren berühmter Persönlichkeiten

    Baden-Baden (ots) Der Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden kann mit dem Fernseh-Ratespiel "Ich trage einen großen Namen" ein Doppeljubiläum feiern. Mit der Aufzeichnung der 250. Folge am Donnerstag, 16. Mai 2002, besteht diese Sendereihe mit Nachfahren berühmter Persönlichkeiten seit 25 Jahren. Nur ein gutes Dutzend Mal wollten die Väter der Ratesendung im Gründungsjahr 1977 ursprünglich auf Suche gehen. Daraus wurden 108 Folgen, die der Schweizer Journalist und Autor Hans Gmür moderierte. Seine Nachfolge übernahm der damalige Kulturchef des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und jetzige Intendant des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB), Hansjürgen Rosenbauer. Seit drei Jahren liegt die Rolle des Gastgebers in den Händen von "Nachtcafé"-Moderator Wieland Backes. Mit einem Marktanteil von bis zu 14 Prozent (9,3 Prozent durchschnittlich) und einer halben Million Zuschauer im Sendegebiet gehört das zum TV-Klassiker avancierte Ratespiel zu den Erfolgen des SWR. Bundesweit schließen sogar bis zu 800.000 Zuschauer pro Sendung die Augen, wenn zwei Mal pro Quiz wenige Takte Musik aus dem Zeitalter des Gesuchten ertönen und die Ahnenforschung im Fernsehstudio beginnt. "Der auch nach über 25 Jahren nicht nachlassende Erfolg in unserem dritten Programm Südwestfernsehen belegt auf das Schönste, dass das Konzept der Sendung aufgeht. Das amüsante Ratespiel vermittelt auf völlig beiläufige und selbstverständliche Weise ein Stück Bildung: In dieser nach wie vor originellen Verbindung liegt für mich das Geheimnis des Erfolgs der Sendung", gratuliert SWR-Fernsehdirektor Christof Schmid.          Die nächsten Sendetermine von "Ich trage einen großen Namen" sind jeweils sonntags um 18.15 Uhr. Im Südwestfernsehen am 26. Mai, 9. Juni, 23. Juni, 7. und 21. Juli, 4. und 18. August sowie 1. September 2002. Im ORB-Fernsehen läuft die Reihe jeweils sonntags um 18.00 Uhr. Beim SFB geht das Ratespiel aus Baden-Baden jeden Samstag um 17.00 Uhr auf Sendung. Und ab 12. Juli wird die Sendung auch im WDR-Fernsehen jeweils freitags um 13.30 Uhr gezeigt. Das Rateteam der 250. Ausgabe besteht aus Gabriele von Arnim, Susanne Offenbach, Bernadette Schoog, Bernd Schröder, Manfred Schulze und Wilhelm Wieben. Doch auch diesem Team müssen die großen Namen bis zur Aufzeichnung geheimgehalten werden. Namen von berühmten Bankiers, Rocklegenden, mittelalterlichen Malern und Salonbesitzern.          Mehr als 500 Nachfahren berühmter Persönlichkeiten wurden im vergangenen Vierteljahrhundert zunächst in den Studios des ehemaligen Süddeutschen Rundfunks (SDR) in Stuttgart, danach beim SWR in Baden-Baden vorgestellt. Nahe oder entferntere Verwandte von Goethe, Diesel, Bach, Einstein, Montezuma, Nelson, Prey, Wallenstein, Tagore, Stradivari, Tolstoi, Adenauer, van Gogh, Orff, Daimler, Medici, Hugo, Luther, Creutzfeldt, Dante Alighieri, Münchhausen, Hegel, de Sade, Opel, Puccini, Ben Gurion, Graf Dracula, Klee, Alzheimer, Nobel und viele mehr antworteten auf einem Sofa kurz und bündig auf die Fragen des Rateteams. Doch nicht immer stellte sich der Erfolg dieser Sendung von alleine ein. So ist etwa die Suche nach den Ahnen auch Glückssache. "Den Nachfahren von Wilhelm von Humboldt habe ich beim Schwimmen in einer mallorquinischen Bucht kennengelernt", erzählt Redaktionsleiterin Ulrike Schmid. "Er sah seinem Vorfahren so ähnlich, dass ich ihn einfach ansprach und überredete, bei einer der nächsten Folgen mitzuwirken." Die direkte Nachfahrin des amerikanischen Präsidenten Thomas Jefferson hat sogar erst vor ein paar Jahren durch Genanalyse ihre Verwandtschaft nachweisen können. Ihr Familienzweig entstand aus der Beziehung Thomas Jeffersons mit seiner Sklavin Sally Hemmings. Und Gianluigi Verdi, selbst Kunstmaler, hörte sich bei einem Vorbereitungstreffen die Fragen nach seinem berühmten Vorfahren Giuseppe Verdi einige Zeit geduldig an, bis er wütend aufsprang und ausrief: "Ich bin Verdi, warum reden Sie denn immer über Giuseppe?"          Bei vielen Vorfahren allerdings gestaltet sich die Suche einfach. Sie leben dort, wo ihr großer Vorfahr gelebt hat. Die Enkelin von Giacomo Puccini bewohnt das Sommerhaus ihres Großvaters in Torre del Lago, die Nachfahren von Dante Alighieri leben auf einem Weingut in Valpolicella, das Dante für seinen Sohn gekauft hat. Der Marquis de Sade betreibt das Weingut seines Vorfahren und produziert einen hervorragenden Champagner. Und die Nachfahrin von Franz Sacher betreibt im ehemaligen Sommersitz des "Erfinders" der Sachertorte in Baden bei Wien ein Hotel mit dem Namen Sacher und bietet dort die einzig echte Sachertorte an. Sie besitzt nämlich das Originalrezept von Franz Sacher, das sie in einem Tresor verwahrt hat.          Bisweilen sind die Nachfahren selbst Berühmtheiten. Während sich Paloma Picasso oder Isabella Rossellini vor dem dreiköpfigen Rateteam hinter einem Paravent versteckten, blieb Vicco von Bülow alias Loriot seinem Ruf treu: Er veränderte sein Aussehen nur leicht durch eine seiner berühmten Masken und spielte während der Raterunde den etwas verschüchterten Nachfahren. So richtig abgelenkt hat er aber das Rateteam durch einen dicken und leicht verschmutzten Verband am Zeigefinger, an dem er ständig herumspielte. Es hat ihn jedenfalls niemand erkannt. Und die Ehefrau des Schriftstellers Ephraim Kishon meinte auf die Frage des Rateteams, ob ihr berühmter Verwandter noch lebe: "Hoffentlich !" Er saß hinter den Kulissen und wartete auf seinen Auftritt.          Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter         www.swr.de/presse/news/index.html.

    Ein Foto mit Moderator Wieland Backes, den Lotsen und dem Rateteam
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