SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweis von Freitag, 10. Mai 2002 (Woche 19)

    Baden-Baden (ots) -
    Freitag, 10. Mai 2002 (Woche 19)/07.05.2002
    
    21.45    Nachtcafé
                 Gäste bei Wieland Backes
                 Sich trennen oder zusammenbleiben?
                 Familie in der Zerreißprobe
    
    "Ja, ich will!" Mit diesen drei Worten wird der Bund fürs Lebens
besiegelt, der immer seltener ein Leben lang hält. Jede dritte Ehe
wird heutzutage wieder geschieden. Gleichzeitig ist der Wunsch, eine
intakte und harmonische Beziehung zu führen, ausgeprägter denn je.
Für viele ist die Ehe eine Etappe im Leben und bedeutet scheinbar nur
noch Lebensabschnittsbegleitung. Wieso ist die klassische Familie
immer seltener der Ort, an dem sich die Glückserwartungen erfüllen
und Kinder mit Nestwärme groß werden? Sind wir nicht mehr
krisenresistent und laufen zu schnell auseinander? Oder haben wir
einfach verlernt, mit Frustrationen in Beziehungen umzugehen?
    
    Die Gäste:
    
    Die erfolgreichste deutsche Fechterin Anja Fichtel-Mauritz
durchlebt zur Zeit eine familiäre Zerreißprobe. Nach 15 Jahren
glücklicher Beziehung kam es vor einiger Zeit zur Ehekrise. Sie
verließ vorübergehend ihren Mann und lebt seitdem mit den Kindern bei
ihren Eltern.
    
    Volker Brandt hält das Bestreben nach dem lebenslangen Bund für
reines Wunschdenken. Der Schauspieler kann nichts Verwerfliches daran
finden, dass die Ehe für ihn lediglich eine Episode im Leben ist.
Seit fünf Jahren ist der schauspielernde Herzensbrecher jetzt mit
Lebensgefährtin Susi glücklich. Zwei gescheiterte Ehen liegen hinter
ihm.
    
    In zermürbenden Streitereien und Auseinandersetzungen zwischen den
Eltern saß Marc Jung meist zwischen allen Stühlen. Als er sich dann
nach der Scheidung auch noch für einen Elternteil entscheiden musste,
fühlte er sich endgültig zerrissen. Spurlos ist diese bittere
Erfahrung nicht an ihm vorübergegangen und wenn Marc Jung heute auf
seine Jugend zurückblickt, dann weiß er: "Ohne meinen Bruder hätte
ich das niemals durchgestanden."
    
    Die Verfahrenspflegerin und Familientherapeutin Ursula Kodjoe
prangert das gängige Scheidungsverfahren als "66-Millionen-Markt
raffgieriger Scheidungsanwälte" an. In ihrer Praxis setzt sie sich
für eine versöhnliche Trennung der Eltern ein und rückt ins
Bewusstsein, dass die Kinder die Leidtragenden bei Trennungen sind.
    
    
    
    
    
    Das Ende der Ehe von Michael Zaunbrecher kam unerwartet. Nach
einem Wellnesswochenende seiner Frau verließ sie ihn und die Kinder
für einen anderen Mann. Trotz Wut und Verletzung über die Trennung
stand für den alleinerziehenden Vater fest: "Wir wollten die Kinder
unsere Verfehlungen nicht spüren lassen." Und so schafft Michael
Zaunbrecher, was nur wenigen gelingt: Auch nach der Scheidung zum
Wohle der Kinder mit seiner Exfrau an einem Strang zu ziehen.
    
    Bei Stefanie Wilke lief die Trennung von ihrem Mann nicht ganz so
versöhnlich ab. Nach einer Liebesheirat folgte die Geburt von
Wunschkind Greta. Doch die plötzlich veränderten Rollenbilder
überforderten die frischgebackenen Eltern und lösten eine Ehekrise
aus.
    
    An der Bar: Der Pfarrer Thomas Binder nimmt den Satz "drum prüfe
wer sich ewig bindet" wörtlich. Er führte in seiner schwäbischen
Gemeinde den "Ehe-Tüv" ein. In einem Fragenkatalog mit 165 Fragen aus
unterschiedlichen Persönlichkeitsbereichen wird das heiratswillige
Paar auf "Ehetauglichkeit" geprüft.
    
    
    
    
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