SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR)
Samstag, 4. Mai 2002 (Woche 19) - Dienstag, 14. Mai 2002 (Woche 20)

    Baden-Baden (ots) -
    Samstag, 4. Mai 2002 (Woche 19)/03.05.2002
    
    22.20  Frank Elstner: Menschen der Woche
    Talkshow aus dem E-Werk Baden-Baden
    
    Prof. Dr. Harald Dörig: Harald Dörig ist Vorsitzender des
Fördervereins des Erfurter Gutenberg Gymnasiums und hat selbst Kinder
auf der Schule. Er spricht eine Woche nach dem Amoklauf über die
Situation der Schüler und Lehrer und die Stimmung in der Stadt.
    
    Steven Hopper: In Dunblane kam es 1996 zu einem Blutbad. Ein
Amokläufer ermordete in der örtlichen Grundschule 15 Kinder, die
meisten waren nicht älter als sechs Jahre. Steven Hopper war damals
elf Jahre alt und hat alles mitbekommen, da er in der Klasse nebenan
saß. Wie hat er das traumatische Erlebnis verarbeitet?
    
    Cornelia Canady: In ihrem vielgerühmten Buch die "Die
Gottestänzerin" erzählt die Autorin von ihrem elfjährigen Aufenthalt
bei den Bayaka-Pygmäen in Afrika. Dort lernte sie, wie hart der
Überlebenskampf im Dschungel ist: Sie nahm an gefährlichen Jagdzügen
nach Elefanten und Antilopen teil und erlebte einen Überfall von
Treiberameisen, die das ganze Dorf buchstäblich kahl fraßen. Erst im
Herbst 2001 verließ sie - durch den Bürgerkrieg gezwungen - ihre
Wahlheimat und lebt heute in München.
    
    Prof. Dr. Wolfgang Schild: Er ist Mitglied des "Arbeitskreises
interdisziplinäre Hexenforschung". In Berlin ist am Donnerstagabend
eine Ausstellung zum Thema "Hexenwahn - Ängste der Neuzeit" im
Deutschen Historischen Museum eröffnet worden. Man möchte einen
Beitrag zur Aufklärung der Frage leisten, wer die Hexen waren und
warum sie verfolgt und getötet wurden. Zugleich geht es darum,
herkömmliche Meinungen und Vorurteile zu hinterfragen und neue
Sichtweisen auf das Thema zu bieten.
    
    René Kollo: Er gilt immer noch als der beste Wagner-Tenor der
Welt. Seit 30 Jahren ist er die Nummer eins. Vom 23. Juni bis 19.
Juli wird man ihn wieder in Trier bei den Antikenfestspielen erleben,
in der Operette "Orpheus in der Unterwelt". Von der Opernbühne möchte
er sich auch in den nächsten Jahren noch nicht verabschieden.
    
    Andreas Müller: Am Sonntag ist der "Weltlachtag" - deswegen kommt
"Lachexperte" Andreas Müller in die Sendung. Der SWR3-Comedy-Star ist
im Moment gerade auf Tournee und die Vorstellungen sind nahezu
ausverkauft. Er kann zahlreich Prominente imitieren: von Gerhard
Schröder, über Arnold Schwarzenegger bis zu Xavier Naidoo. Fast 100
Stimmen in einer Kehle, "das hält nur eine mehrfach gespaltene
Persönlichkeit aus", sagt der populäre Stimmen-Imitator.
    
    Montag, 6. Mai 2002 (Woche 19)
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    21.00 Teleglobus
              Djerba - Wallfahrt nach dem Anschlag
              Eine Reportage von Susanne Sterzenbach
    
    Am 11. April fand der Anschlag auf die Synagoge La Ghirba auf der
Ferieninsel Djerba statt. Gut 14 Tage später kommen trotz alledem
Tausende von Juden aus aller Welt zur jährlichen Wallfahrt nach
Djerba. La Ghirba ist die älteste Synagoge Afrikas, seit 2.600 Jahren
leben Juden auf der Insel. Vor knapp 1.400 Jahren wurde Nordafrika
von den Arabern erobert, seitdem leben auf Djerba Juden und Moslems
friedlich zusammen. Dort findet die größte jüdische Wallfahrt in
einem arabischen Land statt. In einer Prozession wird eine der
ältesten Thora-Rollen der Welt durch das jüdische Viertel getragen,
Tücher werden versteigert, deren Erlös in diesem Jahr vor allem dazu
dient, die Explosionsschäden zu beseitigen. Auch die tunesische
Regierung lässt es sich nicht nehmen, hochrangige Beamte zu schicken,
um das Bild der religiösen Toleranz in Tunesien wiederherzustellen.
Es ist eine schwierige Wallfahrt, denn der Krieg in Palästina löst
bei allen Emotionen aus, bei den moslemischen Tunesiern wie bei den
jüdischen Pilgern.
    
    
    Dienstag, 7. Mai 2002  (Woche 19)
    21.45  Blickpunkt Europa
    Moderation: Ute Brucker
    
    Die Themen:
    
    Betreuter Urlaub: Mallorca für Senioren und Behinderte
    Parlamentswahlen in Holland: Der Rechtspopulist Pim Fortuyn auf
    dem Vormarsch?
    Ausgemustert: Die Schiffsfriedhöfe in der Bretagne
    
    
    Sonntag, 12. Mai 2002 (Woche 20)
    
    22.35 Wortwechsel
              Fritz Frey im Gespräch mit Rezzo Schlauch
              (Fraktionsvorsitzender Bündnis 90 / Die Grünen) (19/52)
    
    Er ist ein Genussmensch und bodenständig. Das Repräsentieren, so
sagt man, liegt ihm mehr als der Nahkampf mit den Akten. Der
54-jährige Jurist Rezzo Schlauch ist seit Jahrzehnten ein
Vollblutpolitiker, eine Kombination, die für ihn viel Spannung
verspricht: "Hier sind die Hebel, hier muss ich eingreifen, hier kann
ich was bewegen." Bewegen tut der Grünen-Fraktionschef in Berlin
viel. Er gilt als einer der wenigen Grünen, die von Schröder für voll
genommen werden - und das, obwohl oder gerade weil er dem Bekenntnis
zur Streitkultur treu geblieben ist.

    Rezzo Schlauch wurde am 4. Oktober 1947 in Gerabronn geboren. Sein
Vater war dort 35 Jahre lang als evangelischer Pfarrer tätig.
Schlauch machte 1966 Abitur und studierte danach in Freiburg und
Heidelberg Jura. Dort kam er auch mit der 68er-Studentenbewegung in
Kontakt. Nach dem zweiten Staatsexamen und einem Auslandsaufenthalt
in Kanada war er ab 1975 als Rechtsanwalt in Stuttgart tätig. Zu den
Grünen stieß er 1980. Er war lange Mitglied des Landtages und
schrammte 1996 bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart knapp an
einem Sieg vorbei. Er sitzt seit 1994 im Bundestag und ist seit
Oktober 1998 Vorsitzender der Fraktion Bündnis90/Die Grünen. Rezzo
Schlauch lebt mit seiner Lebensgefährtin in Berlin.
    
    
    Dienstag, 14. Mai 2002 (Woche 20)
    Geänderten Gast beachten!
    
    23.00  Um Elf: Über Geld spricht man doch
    Gesprächsrunde
    Moderation: Andreas Malessa
    
    Geld ist ein flüchtiges Gut. Die Marktschreier des Neuen Marktes
haben in den Hochzeiten desselben jedem der es hören wollte,
immerwährende Kurs- und Gewinnsteigerungen versprochen. Doch nach dem
Börsencrash sind sie kleinlaut geworden. Über das Geld, das sie in
ihren Start-ups verbrannt haben, würden sie lieber schweigen. "Über
Geld spricht man doch," behauptet dagegen Moderator Andreas Malessa
bei "Um Elf". Die Sendung ist Teil einer fünfteiligen Reihe in "Um
Elf" über Reichtum und Armut, über bewussten und fahrlässigen Umgang
mit materiellen Gütern, über Gott und Geld.
    
    Über Geld sprechen, wer könnte das besser als Frank Lehmann, der
ARD-Mann auf dem Parkett der Frankfurter Börse. Immer einen
fröhlichen Spruch auf den Lippen geleitet Lehmann sein Publikum durch
die Niederungen des Dax und durch die Höhen der
Arbeitslosenstatistik. Doch er weiß mehr, als nackte Zahlen zu
verkaufen. Seine christlichen Überzeugungen bringen ihn zu ganz
eigenen Ansichten über einen rechten Umgang mit Euro oder Dollar.
    
    Reich werden, sei nicht verwerflich, meint Karl Konrad Graf von
der Groeben. Wohl aber, reich zu sterben. Nach diesem Motto lebt der
Mann, der als Flüchtling aus dem Osten kam und in der jungen
Bundesrepublik ein Vermögen gemacht hat. Mit dem Abfüllen eines
braunen, koffeinhaltigen, US-amerikanischen Süßgetränks. Im Ruhestand
hat von der Groeben einen Großteil seines Vermögens in gemeinnützige
Projekte gesteckt. So zum Beispiel in die "Stiftung Weltethos" des
Tübinger Theologen Hans Küng.
    
    Mit viel Geld zu tun hat auch Beatus Fischer. Der Kirchenmann lebt
neuerdings im Ruhestand. Doch im Vorstand der Evangelischen
Ruhegehaltskasse Darmstadt ist Fischer weiterhin mitverantwortlich
für die Pensionen für viele Tausend Kirchenbeamte. Mehrere Milliarden
Euro müssen "arbeiten". Doch nicht jede Anlage ist erlaubt: Mit
Rüstung, Tabak oder Kinderarbeit dürfen die Firmen nichts zu tun
haben, in denen das Geld angelegt wird. Wie das funktioniert, das
erläutert Beatus Fischer bei "Um Elf".
    
    
ots Originaltext: SWR Südwestrundfunk
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