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Presseinformation REPORT Mainz, Montag, 6.5., 21.00 Uhr im ERSTEN / REPORT MAINZ: Anschlag von Djerba galt gezielt Touristen
Deutsche Sicherheitsbehörden: Indizien weisen auf Al-Kaida-Attentat hin

    Mainz (ots) - Der Anschlag von Djerba, bei dem 14 Deutsche ums
Leben gekommen sind, war nach einem Bericht des ARD-Politikmagazins
REPORT Mainz offenbar gezielt gegen Touristen gerichtet. Drei Wochen
nach dem Attentat liegen den deutschen Sicherheitsbehörden neue
Zeugenaussagen zum Tathergang vor. Danach habe der Attentäter den
Lastwagen mit der Bombe schon sehr früh am Morgen vor die Synagoge
gefahren. Da es aber zu diesem Zeitpunkt noch keinen Publikumsverkehr
gegeben habe, sei er wieder weggefahren und habe eine halbe Stunde
lang auf einem Feldweg gewartet. Dann sei er zur Synagoge
zurückgekehrt, wo zwischenzeitlich Touristen eingetroffen waren. Kurz
darauf habe der Attentäter das Ventil des Gastanks geöffnet.
Schließlich, als die Polizei misstrauisch wurde und sich dem Fahrzeug
näherte, habe er im Führerhaus eine Stange Dynamit gezündet und so
das Flüssiggas zur Explosion gebracht.
    
    Nach den Erkenntnissen der Fahnder war der Attentäter Nizar Nawar
allein im Lastwagen. Er sei im Führerhaus verbrannt. Ein Onkel von
Nawar habe ihm geholfen, den Gastank auf dem Laster festzuschweißen.
Am Morgen des Attentats habe sich Nawar von seinem Onkel mit den
Worten verabschiedet: "Jetzt mach ich es".
    
    Der inhaftierte Onkel habe gegenüber der tunesischen Polizei
ausgesagt. Er wurde offenbar drei Wochen vor dem Attentat in die
Anschlagspläne eingeweiht.
    
    Bei der Durchsuchung des Hauses von Nizar Nawar hat die tunesische
Polizei brisante Beweise gefunden, die auf einen
Al-Kaida-Zusammenhang hindeuten. So stellten die Fahnder ein
Satellitentelefon des Typs sicher, der auch von AL-Kaida-Kämpfern in
Afghanistan verwendet wurde. Von diesem Apparat wurde auch am Morgen
des Anschlags ein Telefonat mit Pakistan geführt. Dort, so vermuten
die deutschen Sicherheitsbehörden, halten sich noch immer Reste der
AL-Kaida-Kader versteckt. Ferner fanden die Polizisten im Haus von
Nawar offenbar Mitbringsel aus afghanischen Trainingscamps wie
Granatsplitter und eine Anleitung zum Bau von Bomben. Im Haus des
arbeitslosen Attentäters stellte die Polizei zudem 5000 Euro Bargeld
in neuen Zweihunderter-Scheinen sicher.
    
    
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