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Sinkendes Rentenniveau brandgefährlich für die Demokratie "Leif trifft: Arme Rentner - Kein Wohlstand mehr im Ruhestand?"
12.10., 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

SÜDWESTRUNDFUNK Leif trifft... SWR-Chefreporter Thomas Leif begibt sich für diese Sendung auf Spurensuche zu kontroversen politischen Themen. Im Zentrum seiner Reportagereisen stehen Begegnungen mit Personen, die für das Konfliktthema stehen: als Verantwortliche, als Entscheider, als prominente... mehr

Mainz (ots) - Mit der Frage, wie die Rentenlücke zu schließen ist, beschäftigt sich die Sendung "Leif trifft: Arme Rentner - Kein Wohlstand mehr im Ruhestand?" am Mittwoch, 12. Oktober 2016, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen. Zahlreiche Experten kommen darin zu Wort.

Prof. Dr. Franz Ruland, der frühere Geschäftsführer des Verbandes der Rentenversicherungsträger (VDR) und ausgewiesene Experte zum Thema, äußerte sich dem SWR gegenüber zur Zukunft der staatlichen Rente: "Es ist unvermeidlich, dass die Beitragssätze steigen werden. Es ist unvermeidlich, dass das Rentenniveau sinken wird. Infolgedessen - wegen der steigenden Beiträge - wird auch der Bundeszuschuss deutlich ansteigen." In der Sendung "Leif trifft: Arme Rentner - Kein Wohlstand im Ruhestand?" am Mittwoch, 12.10.2016, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen warnt er vor einer kurzsichtigen Rentenpolitik, die - etwa mit der geplanten Lebensleistungsrente oder dem Ausbau der Mütterrente - einzelne Gruppen privilegiere und die heutigen Beitragszahler über Gebühr belaste. "Die Rentenversicherung ist ein ungeheurer Faktor der gesellschaftspolitischen Stabilität", mahnt Ruland, der in Fachkreisen auf Grund seiner langjährigen Erfahrung als Vorsitzender des Sozialbeirats der Bundesregierung auch als "Rentenpapst" bezeichnet wird.

Auch der frühere Sozialrichter und Rentenexperte Dr. Jürgen Borchert warnt in der gleichen SWR-Sendung vor den Folgen von Rentenkürzungen und der drohenden Altersarmut für Geringverdiener: "Der Sozialstaat und die Demokratie sind siamesische Zwillinge: Stirbt der eine, müssen Sie ein Doppelgrab haben für beide. Und das ist für die Demokratie brandgefährlich, dass immer mehr Menschen extreme Zukunftsangst haben. Die führt nämlich zu Extremismus und Verführbarkeit."

Jens Spahn, CDU-Präsidiumsmitglied und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, fordert mit Blick auf das für November von der Bundesregierung angekündigte Gesamtkonzept zur Rentenpolitik einen Verzicht auf "teure" Förderprojekte einzelner Gruppen und eine Konzentration auf solche Rentner, die es wirklich schwer hätten. Wörtlich sagt er: "Es gibt viele Vorschläge im Moment in der Rentendebatte, die sehr, sehr teuer sind. Das geht vom Anheben des Rentenniveaus für alle bis zur Mütterrente. Wir sollten lieber gezielt etwas für diejenigen tun, die es wirklich schwer haben. Das sind Erwerbsgeminderte, die mit Mitte Fünfzig nicht mehr arbeiten können; die haben eine kleine Rente. Da kann man mit wenig Geld viel helfen. Lieber da was tun, als am Ende in einer wirklich guten Lage, wo es vielen auch gut geht, noch zusätzlich Geld ausgeben."

Im Gegensatz zu Spahn wollte sich der stellvertretende SPD-Vorsitzende Olaf Scholz nicht zu dem angekündigten rentenpolitischen Gesamtkonzept der Bundesregierung äußern. Gegenüber dem SWR sagte er zur Begründung: "Über Rente rede ich nicht mehr. [...]. Nein, [das Thema ist] nicht zu heiß. Ich verstehe zu viel davon."

Mit "Leif trifft: Arme Rentner. Kein Wohlstand mehr im Ruhestand" sendet das SWR Fernsehen am 12. Oktober 2016 ab 20:15 Uhr eine Fernsehdokumentation zur aktuellen Rentenpolitik.

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