SWR - Südwestrundfunk

Programmhinweise/-änderungen für das SWR Fernsehen von 7. Oktober (KW 40)bis 12. November 2016 (KW 46)

Baden-Baden (ots) - Freitag, 07. Oktober 2016 (Woche 40)/06.10.2016

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Die Macht der Erinnerung

Welche Rolle spielen Erinnerungen im Leben, wie sehr prägen sie das menschliche Verhalten? Und was, wenn einen die Vergangenheit nicht mehr loslässt? Über die "Macht der Erinnerung" spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im "Nachtcafé". Die Freiheit der Kindheitstage, kleine Abenteuer auf Urlaubsreisen oder schmerzhafte Erfahrungen mit einer gebrochenen Liebe - Erlebnisse und Erfahrungen, die sich ein Leben lang einprägen. Ab dem Alter von drei Jahren ist der Mensch in der Lage, autobiographische Erinnerungen im so genannten Episodischen Gedächtnis abzulegen und diese jederzeit wieder abzurufen. Doch es gibt Erlebnisse, an die man sich nicht mehr erinnern kann oder vielleicht gar nicht mehr erinnern will. Erinnerungen, die zwar nur in Bruchstücken vorhanden sind, die einen aber nicht mehr loslassen. Erinnerungen die Macht über das menschliche Verhalten haben und Handlungen unbewusst steuern - mit Folgen für die Gesundheit und den Alltag. Im schlimmsten Fall sind die Erinnerungen so belastend, dass ein normales Leben unmöglich wird.

Die Gäste:

24 Jahre alt war Bodo Janssen, als er von Kidnappern entführt und acht Tage lang gefangen gehalten wurde. Die Entführer quälten ihn mit Scheinhinrichtungen und seelischer Folter. "Heute habe ich die Macht über meine Erinnerung zurück gewonnen", sagt Janssen, der dieses Erlebnis mithilfe eines Traumatologen verarbeitete.

Bei Ille Ochs setzten sich die Bruchstücke der Kindheitserinnerungen erst im späten Erwachsenenalter zu einem Ganzen zusammen. Die schockierende Erkenntnis: Sie wurde als Kind missbraucht - vom eigenen Vater. Heute weiß sie: "Es war wohl eine Schutzfunktion, dass die Erinnerungen an mein traumatisches Leben verschüttet waren."

Wibke Bruhns Erinnerungen setzen erst mit der Nachkriegszeit ein. Im April 1945 war sie bereits ein siebenjähriges Kind und ihr Vater tot. Die Nazis hatten ihn als Mitwisser des Stauffenberg-Attentats gehängt. "Das Totschweigen der Vergangenheit war bei uns wie in vielen Familien", erinnert sich Bruhns. Erst nach dem Tod der Mutter befasste die Journalistin sich mit dem Leben des Vaters und hat versucht, ein Bild der linientreuen Nazifamilie zu zeichnen.

Auch bei Jens Orback waren es Kriegserinnerungen, die sein Leben prägten - allerdings nicht seine eigenen. Das verdrängte Kriegstrauma seiner Mutter hatte sich Jahrzehnte später wortlos auf ihn übertragen: Panikattacken und Todesängste waren die Folge. "Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass sie im Krieg vergewaltigt wurde", sagt Orback, dem es schließlich gelang, sich gemeinsam mit seiner Mutter auf Spurensuche zu machen.

Für Carl Eduard Scheidt ist die gemeinsame Aufarbeitung das zentrale Instrument in der Bewältigung von Traumata: "Erinnerungen sind nicht einfach nur Bilder in einem Speicher, die abgerufen werden, sondern stehen immer in Abhängigkeit von persönlichen Beziehungen", sagt der Psychosomatiker. In gemeinsamen Erzählungen zwischen Menschen kann so aus Bruchstücken von Erinnerungen wieder ein ganzes Bild entstehen.

Für Stefan Arzberger steht das in weiter Ferne. Mehr als 16 Monate lang kämpfte der renommierte Kammermusiker um seine Unschuld. "Versuchter Mord" lautete der Tatvorwurf, doch eine Erinnerung an die verhängnisvolle Nacht in New York hat Arzberger bis heute nicht. K.O.-Tropfen hatten ihm jegliches Erinnerungsvermögen geraubt. "Das ist, wie wenn man versucht, im Dunkeln einen Lichtschein zu erhaschen - und man sieht doch nichts", sagt Arzberger.

Dass man sich auf seine Erinnerungen nicht verlassen kann, hat die Rechtspsychologin Julia Shaw nachgewiesen. "Wir müssen uns von der Idee verabschieden, unser Gedächtnis funktioniere wie eine innere Kamera", sagt Shaw, der es in einer aufsehenerregenden Studie gelungen ist, ihren Studienteilnehmern falsche Erinnerungen einzupflanzen. Am Ende waren sie davon überzeugt, sich an ein Erlebnis zu erinnern, das so nie stattgefunden hat.

23.30 Spätschicht - Die SWR Comedy Bühne Florian Schroeder mit Gästen Folge 69

Die Zeiten ändern sich. Was gestern noch selbstverständlich schien, ist heute schon überholt. Brad Pitt und Angelina Jolie sind kein Paar mehr und selbst mit einem Ehrenamt kann man plötzlich Millionen verdienen, wie Franz Beckenbauer gezeigt hat. Florian Schroeder und seine außergewöhnlichen Gäste bringen die Gegenwart kabarettistisch wieder auf Normalniveau.

Dieses Mal sind dabei:

Hans Werner Olm lebt seinen eigenen Ausnahmezustand. Er hat die bunte Welt Hollywoods für sich entdeckt und stellt fest: Im Alltag tut Außergewöhnliches gut. Er liefert passende Filmzitate für jede Lebenslage, wie beispielsweise "Hasta la vista, Baby".

Alain Frei zeigt: Auch Schweizer sind gewöhnliche Europäer, nur mit Geld. Warum erscheinen manche Kulturen als normal und andere als befremdlich? Als neutraler Eidgenosse kann er sogar dem Burkini etwas abgewinnen, solange er von Männern getragen wird.

Rolf Miller ist ein Ruhepol in bewegten Zeiten und flüchtet sich gerne in seine wilde Rocker-Vergangenheit. Damals waren die Träger von langen Bärten noch keine Anhänger von IS und Terror, sondern von ZZ Top und AC/DC.

Michael Frowin findet das aktuelle Konsumverhalten nicht mehr normal. Damit meint er nicht die vom Innenminister empfohlenen Hamsterkäufe. Auch am Kauf einer herkömmlichen erdbebensicheren Outdoorjacke kann der normale Bürger verzweifeln. Und das obwohl es den Deutschen eigentlich so gut geht wie noch nie.

Martina Schwarzmann verzweifelt am normalen Wahnsinn mit den lieben Verwandten. Die Familie sucht man sich bekanntlich nicht aus. Beim Smalltalk über Thermomix und Darmspiegelung sinkt jedes Stimmungsthermometer garantiert auf den Nullpunkt.

Samstag, 08. Oktober 2016 (Woche 41)/06.10.2016

10.15 Füller/11.55 Ich trage... entfallen, NC rückt auf 10.15 Uhr, 11.40 zusätzl. Beitrag

10.15 (VPS 10.25) Nachtcafé (WH von FR) Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher

11.40 Capri, Ischia und Procida

Erstsendung: 26.05.2013 in SWR/SR

Textergänzung:

23.15 Hurra, wir werden aufgeklärt

Als der Sex in die Kinos kam Folge 1/3

Der Krieg ist vorbei. Langsam normalisiert sich das Leben in Deutschland. Mit der Währungsreform beginnt das deutsche Wunder. Die Zeit der rationierten Waren ist Vergangenheit. Mode und Luxus werden zum Ausdruck eines neuen Selbstbewusstseins. Die Frauen in Deutschland wollen endlich wieder schön angezogen sein - sich hübsch machen.

Auch der Hunger nach Unterhaltung ist groß. Mitte der 50er Jahre gibt es rund 7.000 Kinos in der Bundesrepublik Deutschland. Aber auf der Leinwand geht es noch züchtig zu - doch dann der erste Sexskandal. Der Film "Die Sünderin" kommt in die Kinos.

Die Gesellschaft wird freier. Das spiegelt sich auch auf der Kinoleinwand wider. Der Sex kommt in die Kinos. Vom künstlerischen Ingmar Bergmann - Film "Das Schweigen" bis zu den sogenannten Aufklärungsfilmen. Nackte Haut füllte die Kinokassen. Um jeden Zentimeter Haut, der auf der Leinwand zu sehen ist, wird vor der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, erbittert gekämpft. Im Kino werden Ärzte in weißen Kitteln zu heimlichen Filmstars. Denn sie sind die Deckmäntelchen der frühen Aufklärungsfilme. Unter dem Vorwand der wissenschaftlichen Aufklärung begeistern die Bilder von nackten Frauen das männliche Kinopublikum.

Die sexuelle Revolution auf der Leinwand gewinnt Schlacht um Schlacht. Aus verschämten Busenblitzern sind längst ausführliche Szenen mit nackten Körpern geworden. Die Zeiten des "Heimchens am Herd" neigen sich dem Ende entgegen. Ende der 50er Jahre beginnt langsam die weibliche Emanzipation. Auch die Aufklärungsfilme werden konkreter. Sex, Schwangerschaft, Verhütung, das sind Ende der 50er Jahre brisante Themen, die auch auf der Leinwand behandelt werden. Doch das ist erst der Anfang. Schon bald feiert die "Sexwelle" in den deutschen Kinos ungeahnte Erfolge. Bald geht es um mehr als nur nackte Haut.

Montag, 10. Oktober 2016 (Woche 41)/06.10.2016

18.50 h für SR: Andere Sendung beachten!

18.50 SR: direkt dabei

Off da Hitt - von Schaffern, Malochern und einer Stadt in der Stadt Erstsendung: 09.05.2016 in SR

Dienstag, 11. Oktober 2016 (Woche 41)/06.10.2016

09.35 h für SR: Andere Sendung beachten!

09.35 SR: direkt dabei (WH von MO) Off da Hitt - von Schaffern, Malochern und einer Stadt in der Stadt Erstsendung: 09.05.2016 in SR

Textergänzung:

Tagestipp

20.15 Marktcheck

Hendrike Brenninkmeyer moderiert die Sendung mit folgenden Themen:

Handwerkerabzocke - wie dubiose Firmen Notlagen ausnutzen

Bei verstopften Rohren, Problemen mit der Elektrik oder anderen dringenden Reparaturen kommt man um die Beauftragung eines Handwerkers oftmals nicht herum. Doch gerne nutzen schwarze Schafe die Notsituation ihrer Kunden aus. Mit zum Teil mafiösen Strukturen werden überhöhte Pauschalpreise verlangt und unnötiges Spezialwerkzeug eingesetzt. Bei Verbraucherzentralen gehören Beschwerden gegen das Vorgehen von Handwerkern mittlerweile zum Alltag. "Marktcheck" ist einem besonders schweren Fall nachgegangen und zeigt, wie man sich vor den Abzockern schützen kann.

Natürlich genießen - so tricksen uns die Lebensmittelhersteller aus

Immer mehr Lebensmittelhersteller werben mit der Natürlichkeit ihrer Produkte. Versteckt sich dahinter nur ein Marketingtrick oder sind die Produkte tatsächlich so naturbelassen, wie die Hersteller angeben? "Marktcheck" hat sich in Supermärkten umgeschaut und festgestellt, dass die Produkte oft nicht halten, was die Verpackungen versprechen.

Im Test: Erdbeerjoghurt - lecker und frei von Schadstoffen?

Erdbeerjoghurt ist die beliebteste Joghurtsorte der Deutschen. Doch lediglich eine Erdbeere steckt durchschnittlich in einem Becher. Um dennoch ein fruchtiges Geschmackserlebnis zu erzeugen, helfen manche Hersteller mit Zucker und Aromen nach. Was für den Verbraucher nur schwer zu erkennen ist, untersucht "Marktcheck". Im Test werden fünf Erdbeerjoghurts auf ihren Geschmack und ihre Inhaltsstoffe überprüft.

Bankgebühren - wo es für Kunden jetzt teuer wird

Volksbanken, Sparkassen und viele private Institute erhöhen derzeit ihre Gebühren für Konten und Karten. Die Institute begründen die Erhöhung mit der anhaltenden Niedrigzinsphase. Für Experten ist das allerdings nur ein vorgeschobenes Argument. "Marktcheck" klärt auf, wie Banken und Sparkassen Kunden täuschen und wie sich Verbraucher wehren können.

Krankgeschrieben - Worauf Arbeitnehmer unbedingt achten sollten

Immer wieder kommt es im Krankheitsfall zu Auseinandersetzungen zwischen Arbeitnehmern und Vorgesetzten. Oft werden diese Konflikte auch vor Gericht ausgetragen. Welche Rechte haben Arbeitnehmer im Krankheitsfall? "Marktcheck" fragt den Rechtsexperten Karl-Dieter Möller

Studiogast Karl-Dieter Möller, Rechtsexperte

Der "Marktcheck" Rechtsexperte gibt Infos rund um das Thema Krankmeldungen. Er erklärt, ob man bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest vorlegen muss und ob das Krankengeld gestrichen werden kann. Außerdem klärt Karl-Dieter Möller darüber auf, was während einer Krankschreibung erlaubt ist.

Der "Marktcheck"-Tipp - Aufkleber leicht und spurlos entfernen

Im Internet zeigt ein Video eine einfache Methode, mit der man lästige Aufkleber rückstandslos von Geschirr oder CDs entfernen kann. Funktioniert der Tipp tatsächlich? "Marktcheck" probiert es aus.

"Marktcheck"

Kritisch, hintergründig, unabhängig berichtet das SWR-Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin "Marktcheck".

Mittwoch, 12. Oktober 2016 (Woche 41)/06.10.2016

06.30 h für SR: Andere Sendung beachten!

06.30 SR: direkt dabei (WH von MO) SR-Videoreporter berichten Erstsendung: 09.05.2016 in SR

Donnerstag, 13. Oktober 2016 (Woche 41)/06.10.2016

04.55 h für SR: Andere Sendung beachten!

04.55 SR: direkt dabei (WH von MO) Off da Hitt - von Schaffern, Malochern und einer Stadt in der Stadt Erstsendung: 09.05.2016 in SR

Freitag, 14. Oktober 2016 (Woche 41)/06.10.2016 Textergänzung:

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Der Nächste bitte! Wenn Liebe austauschbar wird

Noch nie war es so leicht, einen neuen Partner kennenzulernen. Es reicht ein Handy mit der passenden App und schon rauschen im Sekundentakt liebes- und beziehungshungrige Gesichter vorbei. Bei Nichtgefallen wird einfach weggeklickt und weitergesucht - innere Werte hin oder her. Schließlich könnte der Nächste ja noch attraktiver, noch charismatischer oder vielleicht doch noch ein klein wenig jünger sein. Partnersuche im Schnelldurchlauf findet immer mehr Anhänger, die oberflächliche Ex- und Hopp-Mentalität hat fast schon Volkssportcharakter. Und das, obwohl sich Umfragen zufolge gerade die junge Generation nach Beständigkeit in der Partnerschaft sehnt. Auch langjährige Beziehungen kommen heutzutage viel schneller auf den Prüfstand. In guten wie in schlechten Zeiten - was früher noch ein Versprechen fürs Leben war, ist heute für viele nur noch eine Floskel. Auch der kleine Seitensprung als verlockende Abwechslung aus der Ehe-Tristesse ist nur noch einen Mausklick entfernt. Welchen Einfluss hat dieses neue Paarungsverhalten auf die eigenen Erwartungen an Romantik, Treue und Familienleben? Wenn dauerhafte Partnerbindungen immer mehr Ausnahme als die Regel sind, welche Auswirkungen hat das auf die Gesellschaft? Was bedeutet das für Kinder, wenn sie sich ständig in wechselnden Patchwork-Konstellationen zurechtfinden müssen? Antworten darauf im Nachtcafé bei Michael Steinbrecher.

Samstag, 15. Oktober 2016 (Woche 42)/06.10.2016

10.15 Füller/11.55 Ich trage... entfallen, NC rückt auf 10.15 Uhr, 11.40 zusätzl. Beitrag

10.15 (VPS 10.25) Nachtcafé (WH von FR) Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher

11.40 Die Kanarischen Inseln: Teneriffa, El Hierro und La Palma Erstsendung: 07.07.2013 in SWR/SR

Textergänzung:

23.20 Hurra, wir werden aufgeklärt

Der Kampf mit der Zensur Folge 2/3

Oktober 1968. Uraufführung eines deutschen Films, über den das ganze Land spricht: "Du - Zwischenzeichen der Sexualität". Dieser Film erschüttert Sittenwächter, erregt Zensoren und Richter. Vor den Kinokassen stehen die Besucher Schlange.

Ende der 60er Jahre tut sich Ungeheuerliches. Das Kino zeigt nackte Paare auf den Laken, reale Prostituierte bei der Arbeit und präsentiert dem fassungslosen Kinopublikum vermeintliche Perversionen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Aber noch gibt die FSK, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, nicht alle Szenen frei. Immer, wenn's zu deutlich wird, schiebt sich schnell ein kluger Kopf vor die Akteure, der das Ganze wissenschaftlich erklärt - was ist und warum es so ist und dass es nicht so sein muss. Um den Film durch die Zensur zu bekommen, treten seriöse Professoren auf.

Die Zensoren echauffieren sich über Masturbation, Schamhaare, Dildos und bemalte Brustwarzen. Die Produzenten befinden sich in dieser Zeit im Dauerkrieg mit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft.

Auf der Leinwand räkelt sich ein Fotomodell splitterfasernackt vor der Kamera. Die seriösen Sex-Apostel teilen den Körper, das unbekannte Land, in erogene Zonen. Sexuelle Aufklärung wird zum großen Thema. Noch bleiben die wirklich gewagten Szenen hier die Ausnahme. Einen großen Raum nehmen Wissenschaftler ein, die den Aufklärungsfilmen eine wichtige Legitimation verschaffen. Der Sexualwissenschaftler Prof. Dr. Giese diskutiert mit seinen Studenten. Er vertritt die damals revolutionäre These, "dass man Sexualität auch in einer anderen Optik als der des Zeugens und Empfangens sehen kann."

Während die Gesellschaft noch über Sexualität und Freiheit diskutiert, hat eine Frau längst begonnen zu handeln und Handel zu treiben: Beate Uhse. Sie verkauft diskret verpackt Sexartikel, Verhütungsmittel und Aufklärungsliteratur - und baut damit ein wahres Sex-Imperium auf. Die ehrgeizige und unbeugsame Frau aus dem hohen Norden wird so zur Vorkämpferin für Sexualität.

Sexualität im Alltag dieser Zeit ist eher brav. Ein bisschen schmutzig geht es allenfalls in den Rotlichtvierteln deutscher Großstädte zu. In einem Film wird der Besuch eines Freiers bei einer Prostituierten dokumentiert. Im Bordell kommt es zu einem ärmlichen Akt vor laufender Kamera. Bilder, die so natürlich nicht ins Kino kommen dürfen - in Deutschland Anno 1968.

Während die Jugend immer selbstbewusster wird, stehen veraltete Paragraphen der freien Liebe unverrückbar im Weg. Die körperliche Vereinigung unverheirateter Menschen ist laut Gesetz verboten. Der sogenannte Kuppelei-Paragraph verbietet es, dass Mädchen ihren Freund über Nacht mit nach Hause bringen. In den Aufklärungsfilmen werden auch diese Grenzen thematisiert und überschritten.

Aber nicht nur Kuppelei steht in dieser Zeit noch unter Strafe. Ein weiterer Paragraph ist umstritten, aber gültig. Homosexualität ist unter Strafe verboten. Der Film "Du" greift auch das Thema Homosexualität auf, offen und authentisch. In dieser Zeit ein mutiger Schritt. Die Welle der Aufklärungsfilme erreicht ihren absoluten Höhepunkt. Bald geht es auf der Leinwand nicht mehr um Aufklärung oder wissenschaftliche Erläuterungen. Es geht allein um Sex. Das Publikum verlangt nach mehr.

Samstag, 22. Oktober 2016 (Woche 43)/06.10.2016

11.45 h Programmänderung laut neuem Schema

11.45 (VPS 11.44) Meine Traumreise nach Italien Fünf Monate in Neapel Erstsendung: 24.03.2013 in SWR/SR

Textergänzung:

23.20 Hurra, wir werden aufgeklärt

Freiheit für die Liebe Folge 3/3

Ende der 60er Jahre kommt auch der erste nackte Mann auf die Kino-Leinwand. Es ist Jochen Busse in dem Film "Ellenbogenspiele". Das Medienecho ist gewaltig. Nach der Kinoleinwand erobert der Sex auch die Bühnen. Nackte Darsteller füllen die Theatersäle von München über London bis New York. "O Kalkutta", "The Beard" oder "The Geese" werden internationale Klassiker. Künstler gehen Anfang der 70er Jahre noch einen Schritt weiter. Die amerikanische Malerin Betty Dodson sorgt mit ihren Zeichnungen des Sexualaktes für Aufsehen. Als Modelle halten echte Paare her.

Das Ehepaar Phyllis und Eberhard Kronhausen, zwei international anerkannte Sexualforscher, zeigen in Stockholm ihre private Sammlung erotischer Kunst der Öffentlichkeit. Ihr erster in Farbe gedrehter Film "Freiheit für die Liebe" ist so gewagt, dass er von der FSK, der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, nur in schwarz-weiß freigegeben wird. Aber die Gesetzeslage hat sich verändert, man kann auch Kämpfe gegen die Zensur gewinnen. Acht Tage nach Start der schwarz-weiß Fassung in den Kinos wird der Film von der FSK in Farbe freigegeben und wird zum Kassenschlager. Was vor wenigen Jahren noch undenkbar war, der Koitus kommt auf die saubere Leinwand. Ein echter Akt vor der Kamera. In Amsterdam wird eine echte Gruppensexparty dokumentiert. Was da gezeigt wird, war nach den damals herrschenden Gesetzen noch verboten. Aber diese Szenen beflügeln die Fantasie der Kinobesucher - und das nicht nur in Deutschland. Auch die gleichgeschlechtliche Liebe und Partnerschaft wird thematisiert. In der Gesellschaft ist die Meinung über Homosexualität nach wie vor geteilt.

Anfang der 70er Jahre verändert sich der deutsche Film grundlegend. Die nackten Sternchen in den Sexfilmen verdrängen den Heimatfilm mit seinen Stars von der Leinwand. Der deutsche Film der 70er lockt mit Busen und Po und auch bekannte Schauspieler ziehen sich aus. In den Kinosälen der 70er läuft ein Sexfilmchen nach dem anderen. Die damaligen Produzenten erkennen den Zeitgeist und legen mit großem Erfolg Aufklärungsfilme, Sexkomödien und Erotikfilme nach. In den Filmstudios wird ein Streifen nach dem anderen gedreht. Kaum ein Film kommt mehr um das Thema Sex herum. Die Sexfilmwelle nimmt Fahrt auf. Die Aufklärungsfilme sind überholt. Keine vermeintlich wissenschaftliche Erklärung mehr als Feigenblatt - Hauptsache, es geht um Sex. Noch verbietet das Gesetz in Deutschland die Pornografie. Aber Sexunternehmer denken schon an die Zukunft und geben einen unfreiwillig komischen Einblick in ihr Geschäft. Eine neue Generation wächst heran. Tabus fallen. Es wird offen über Sexualität geredet. Es beginnt "Die Freiheit für die Liebe".

Samstag, 29. Oktober 2016 (Woche 44)/06.10.2016

10.15/11.55 Beiträge entfallen, NC rückt auf 10.15 Uhr, 11.40 zusätzl. Beitrag

10.15 (VPS 10.25) Nachtcafé (WH von FR) Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher

11.40 Reisen in ferne Welten: Die Marquesas Vergessene Inseln der Südsee Erstsendung: 01.01.2013 in 3sat

für SR: Tausch 18.15 und 18.45 Uhr-Sendung

18.15 (VPS 18.45) SR: Einfach und köstlich - Kochen mit Björn Freitag Klassiker aus Nordrhein-Westfalen Erstsendung: 07.11.2015 in WDR

18.45 (VPS 18.15) SR: Flohmarkt

Samstag, 05. November 2016 (Woche 45)/06.10.2016

für SR: Tausch 18.15 und 18.45 Uhr-Sendung

18.15 (VPS 18.45) SR: Einfach und köstlich - Kochen mit Björn Freitag Klassiker aus Deutschland Erstsendung: 14.11.2015 in WDR

18.45 (VPS 18.15) SR: Flohmarkt

Samstag, 12. November 2016 (Woche 46)/06.10.2016

für SR: Tausch 18.15 und 18.45 Uhr-Sendung

18.15 (VPS 18.45) SR: Einfach und köstlich - Kochen mit Björn Freitag Klassiker aus Europa Erstsendung: 21.11.2015 in WDR

18.45 (VPS 18.15) SR: Flohmarkt

Pressekontakt: Svenja Trautmann, Tel 07221/929-22285, svenja.trautmann@SWR.de

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