SWR - Südwestrundfunk

"Hurra, wir werden aufgeklärt"
Dreiteilige Dokumentationsreihe über die sexuelle Revolution der 1960er Jahre
von Reginald Puhl
8., 15. und 22. Oktober im SWR Fernsehen

SWR Fernsehen HURRA, WIR WERDEN AUFGEKLÄRT, "Freiheit für die Liebe", am Samstag (22.10.16) um 23:20 Uhr. Ende der 60er Jahre kommt der erste nackte Mann auf die Kinoleinwand. Der junge Jochen Busse war dieser Nackte in dem Film ,,Ellenbogenspiele", bei dem der renommierte Regisseur Wolfgang Becker Regie führte. © SWR/Nova Entertainment ...

Baden-Baden (ots) - In den 1960er Jahren wurden die Bundesbürger verführt und aufgeklärt. Erotische Inhalte boomten in den Medien: An den Kinokassen wurden damit Rekorde gebrochen und die Auflagen der Illustrierten und Magazine stiegen. Filmemacher erklärten der Nachkriegsprüderie den Kampf, mussten aber selbst in so manche Schlacht gegen die Freiwillige Selbstkontrolle ziehen. Die TV-Reihe "Hurra, wir werden aufgeklärt" von Reginald Puhl bringt ein Porträt dieser Zeit ins SWR Fernsehen. Der erste Film der dreiteiligen Reihe ist zu sehen am 8. Oktober, 23:15 Uhr, im SWR Fernsehen.

Dokumentationsreihe über die Skandal-Klassiker der 1960er Jahre Auf den Leinwänden der großen Lichtspielhäuser waren in den 1960er Jahren zum ersten Mal unbekleidete Paare auf den Laken, Prostituierte bei der Arbeit und echte Swinger-Partys zu bestaunen. Nackte Tatsachen brachten Zuschauerrekorde, erregten die Gemüter von Zensoren, und Richtern, ließen Rezensenten jubeln und Sittenwächter toben. Damals verkaufte Beate Uhse Gleitgels und ließ als erste auf intime Fragen und Probleme diskret Antwortbriefe verschicken. Die sexuelle Revolution hatte begonnen. "Hurra, wir werden aufgeklärt" zeigt umstrittene und kuriose Ausschnitte - darunter nie gezeigte, indizierte Szenen aus Dutzenden Filmen der 1960er und 1970er Jahre. Aufbereitet zu einer vergnüglichen Collage, führen sie zurück in eine Zeit, die Gesellschaft, Politik und Medien bis heute prägt.

Kuppelei-Paragraf und Krieg mit der Zensur "Hurra, wir werden aufgeklärt" ist aber auch eine Zeitreise zurück ins Schwarzweiß - nicht nur auf der Leinwand. Homosexualität war unter Strafe verboten, unverheiratete Paare hatten keinerlei Chance auf eine eigene Wohnung und der sogenannte Kuppelei-Paragraf verbot es, dass Mädchen ihren Freund über Nacht mit nach Hause bringen durften. Der Kampf um das Recht auf Abtreibung war voll entbrannt. Filmemacher hatten in dieser Zeit jedoch auch immer mit der Zensur der Freiwilligen Selbstkontrolle zu kämpfen. Zensoren echauffierten sich über Masturbation, Schamhaare, Dildos und bemalte Brustwarzen.

Prominente erinnern sich an die sexuelle Revolution Bekannte Persönlichkeiten teilen ihre Erinnerungen an diese Zeit des Umbruchs. Zu Wort kommen unter anderem Erika Berger, die "Sex-Expertin", die dem Fernsehpublikum der 1980er und 1990er Jahre in der RTL-Show "Eine Chance für die Liebe" Fragen zu Sexualität beantwortete, Ingrid Steger, die betont frivol und mit gewagtem Kleidungsstil mit der Serie "Klimbim" ihren Durchbruch hatte, der Schauspieler Jürgen Busse, der als erster nackter Mann auf deutschen Kinoleinwänden zu sehen war, Literaturkritiker Hellmuth Karasek, der bemerkte, dass "die bürgerliche Moral nur ein Vorwand ist, um Sünde zu verschleiern" und Kolumnist Michael Gräter, der sich an die Erfindung des "Dildos mit Motor" erinnert.

Sendetermine im SWR Fernsehen

Teil 1: "Hurra, wir werden aufgeklärt: Als der Sex in die Kinos kam" am 8. Oktober, um 23:15 Uhr Teil 2: "Hurra, wir werden aufgeklärt: Der Kampf mit der Zensur" am 15. Oktober, um 23:20 Uhr Teil 3: "Hurra, wir werden aufgeklärt: Freiheit für die Liebe" am 22. Oktober, um 23:20 Uhr

Fotos über www.ARD-Foto.de. Akkreditierte Journalisten können die Filme anschauen unter presseportal.swr.de. Pressekontakt: Daniela Kress, Tel. 07221 929 23800, daniela.kress@swr.de

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