SWR - Südwestrundfunk

Aufgebrochen, ausgeräumt ... Was tun gegen Wohnungseinbruch?
Dokumentation aus der Reihe "betrifft" am 5. Oktober 2016, 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

SWR Fernsehen BETRIFFT: AUFGEBROCHEN, AUSGERÄUMT..., "Was tun gegen Wohnungseinbruch?", am Mittwoch (05.10.16) um 20:15 Uhr. Aufgebrochen und ausgeräumt: so finden viele Einbruchsopfer ihre Wohnung vor. © SWR, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit... mehr

Mainz (ots) - Was hilft gegen die drastische Zunahme bei Wohnungseinbrüchen? Mehr Polizei? Eigeninitiativen von Bürgern, die in ihren Wohnvierteln Streife laufen? Die Investitionen der Hausbesitzer in Alarmanlagen und Sicherheitstechnik? SWR-Autorin Rita Knobel-Ulrich begibt sich in der Dokumentation "Aufgebrochen, ausgeräumt ... Was tun gegen Wohnungseinbruch?" auf Recherche zu Ermittlern, Einbruchsopfern und ehemaligen Tätern. Das SWR Fernsehen zeigt den Film in der Reihe "betrifft" am Mittwoch, 5. Oktober, ab 20:15 Uhr.

Sigi zieht sich gerne gut an. Nicht aufzufallen im Villenviertel war Teil seines Erfolgs. Sigi hat eine ansehnliche Karriere als Berufseinbrecher hinter sich, 22 Jahre im Knast verbracht. Ein heruntergelassener Rollladen, eine leere Garage, ein offenes Fenster - das seien geradezu Aufforderungen zum Einbruch, erklärt er. Heute hat Sigi sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Er rät zu Fenstern und Türen mit Sicherheitsverriegelung und ganz klassisch: Den Nachbarn Bescheid sagen, wenn man verreist. Damit es nicht so läuft wie bei Familie K. in Weinheim.

Als das ältere Ehepaar vom Einkauf zurückkehrte, war das Fenster ausgehebelt, die Wohnung durchwühlt, der Familienschmuck verschwunden. Bis heute, sagt das Ehepaar, kämen sie mit einem mulmigen Gefühl nach Hause. Am schlimmsten sei für sie der Gedanke, dass Fremde in ihren privatesten Bereich eingedrungen seien. Wie viele Einbruchsopfer leidet Ehepaar K. unter andauernder Angst und schlaflosen Nächten.

Die Ermittlungen sind schwierig

Für die Polizei ist die Tätersuche mühsam, selbst, wenn sie Einbrecher zu fassen bekommt, sagt Kriminalhauptkommissar Jochen Weber, Leiter der Ermittlungsgruppe "Eigentum" in der Region Heidelberg/Mannheim. Einen Großteil der Taten schreibt das baden-württembergische Innenministerium mobilen Banden zu, die entlang gut ausgebauter Verkehrswege auf Beutezug gingen. Die guten Autobahnanbindungen im Südwesten seien besonders günstig für Täter aus dem ost- und südosteuropäischen Raum.

Für den Vorsitzenden der Polizei-Gewerkschaft GdP in Baden-Württemberg, Rüdiger Seidenspinner, hat die Sparpolitik der letzten Jahre die Lage noch verschärft: "Ob der Bürger es versteht, wenn aus Spargründen sein Recht auf innere Sicherheit eingeschränkt wird?", fragt er und kritisiert: "Die Polizei ist durch die zunehmende Gewalt in Teilen der Gesellschaft, die rasant gestiegene Bedrohung durch extremistische Gruppen und durch organisierte Kriminalität massiv gefordert. Diese Situation darf nicht dazu führen, dass wegen fehlender Kapazitäten die Bekämpfung der Alltagskriminalität, wie Wohnungseinbrüche und Körperverletzung, immer mehr in den Hintergrund tritt."

Fotos auf ARD-Foto.de

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Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel. 06131 929 32755, sibylle.schreckenberger@SWR.de

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