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Zusätzliche Gäste im "Nachtcafé" beachten "Nachtcafé: Der erste Eindruck zählt"
Haben Vorurteile auch Vorteile?

SWR Fernsehen NACHTCAFÉ, "Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher", am Freitag (16.09.16) um 22:01 Uhr. Michael Steinbrecher © SWR/Alexander Kluge, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung "Bild: SWR/Alexander Kluge" (S2). ...

Baden-Baden (ots) - Ob beim Bewerbungsgespräch oder beim ersten Date: Es braucht nur eine Zehntelsekunde, bis unser Gehirn ein Urteil über unser Gegenüber gefällt hat. Dieser erste Eindruck verändert sich auch im weiteren Verlauf des Kennenlernens kaum noch. "Der erste Eindruck zählt" ist das Thema im ersten "Nachtcafé" nach der Sommerpause. Moderator Michael Steinbrecher begrüßt dazu unter anderem Schlagersänger Roberto Blanco und seine Ehefrau Luzandra. Zu sehen am Freitag, 16. September, 22 Uhr im SWR Fernsehen.

Unbewusste Beeinflussung durch Stereotype Abgestempelt, abgewertet, ausgegrenzt: Alle haben Stereotype im Kopf, die einen mehr beeinflussen, als man glaubt. Dicke Menschen müssen permanent Demütigungen und abfällige Kommentare ertragen. Wer eine andere Herkunft oder Hautfarbe hat, für den sind misstrauische und voreingenommene Blicke fast schon Alltag. Und manchmal ist es nur der vermeintlich falsche Vorname auf den Bewerbungsunterlagen - und schon werden Kevin oder Chantal eben nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Wie kommt man raus aus dem Schubladendenken? Auch wenn es um Status und gesellschaftliches Ansehen geht, prägt der erste Eindruck. So funktioniert das Prinzip "Mehr Schein als Sein" bei Hochstaplern hervorragend. Immer wieder gelingt es charismatischen Blendern, als falsche "Halbgötter in Weiß" jahrelang ganze Krankenhausteams zu täuschen oder sich dank aristokratischem Habitus Zugang in gut betuchte Kreise zu verschaffen. Wie unvoreingenommen ist man tatsächlich, wenn man Unbekannten begegnet? Wie kommt man raus aus diesem Schubladendenken? Haben Vorurteile vielleicht auch Vorteile?

Die Gäste im "Nachtcafé":

Roberto Blanco mit Ehefrau Luzandra, erleben Vorurteile durch ihren Altersunterschied Gute Laune ist bei seinen Showauftritten programmiert: "Ein bisschen Spaß muss sein" ist mehr als einer seiner größten Hits, denn Lebensfreude pur versprüht Roberto Blanco bereits seit mehr als 60 Jahren auf der Bühne. Vorurteile aufgrund seiner dunklen Hautfarbe kennt die 79-jährige Entertainment-Ikone nicht. Ganz im Gegenteil: "Genau das war mein Türöffner in die Unterhaltungsbranche. In den 50er Jahren war ich der einzige Farbige im deutschen Showgeschäft." Wenn er sich aber an der Seite seiner Ehefrau zeigt, sind Vorurteile meist an der Tagesordnung. Doch der Schlagersänger und seine 40 Jahre jüngere Luzandra pfeifen auf spöttische Kommentare. Und wenn die blonde Kubanerin erzählt, dass sie früher in der Schach-Nationalmannschaft gespielt hat, kommen erst recht ungläubige Blicke, so Luzandra Blanco: "Die meisten urteilen leider nach dem Äußeren und schauen nicht auf den Menschen dahinter."

Anna Konda, die Wrestlerin hält nichts von Rollenbildern Blond und eher zierlich - so sah früher auch Anna Konda aus. Doch das Barbie-Image hat sie längst abgestreift, heute bringt die Wrestlerin 115 Kilo auf die Waage. Die zweifache Mutter holt im Fitnessstudio täglich das Äußerste aus ihrem Körper heraus. Ihr Bizeps misst 47 Zentimeter, beim Bankdrücken schafft sie 150 Kilo. Vier Mal hintereinander. Die Berlinerin hält nichts von Rollenbildern. "Ich möchte diese männliche und weibliche Struktur in der Gesellschaft ein bisschen durchbrechen. Auch um Männern zu zeigen, dass Frauen stärker sein können."

Volkert Ruhe, saß wegen Drogenschmuggel im Gefängnis Auf den ersten Blick vermutet bei Volkert Ruhe niemand seine brisante Vergangenheit. Bereits mit 18 saß Volkert Ruhe zum ersten Mal im Gefängnis, später schmuggelte er im großen Stil Kokain für die kolumbianische Drogenmafia. Das brachte ihn sieben Jahre hinter Gittern. Heute unterstützt er Häftlinge bei der Wiedereingliederung in die Gesellschaft. "Wer einmal im Gefängnis saß, begegnet Vorurteilen an jeder Ecke", so die Erfahrung des 61-Jährigen.

Janis McDavid, hat weder Arme noch Beine Ob im Supermarkt, auf Behörden oder im Zug - Janis McDavid fällt auf. Der Wirtschaftsstudent hat keine Arme und keine Beine - an starrende Blicke und Getuschel hat er sich längst gewöhnt. "Wenn ich in ein Restaurant gehe, fühle ich mich manchmal wie ein Superstar - alle drehen sich nach mir um", so Janis McDavid. Auf den ersten Blick wird ihm oft wenig zugetraut - doch genau diese Zweifel sind sein Ansporn. Sein Lebensmotto: Unmögliches möglich machen.

Corinna Ehrhardt, ein Pädophiler erschlich sich ihr Vertrauen und verging sich an Tochter Vom ersten positiven Eindruck hat sich Corinna Ehrhardt blenden lassen - doch die Begegnung mit dem freundlich und liebenswert wirkenden Mann hatte gravierende Folgen. Subtil erschlich sich der Pädophile ihr Vertrauen und missbrauchte ihre kleine Tochter. Ausgerechnet in ihrer Kirchengemeinde lernte sie ihn kennen: "Ich dachte wirklich, dass ich einen guten Freund gefunden habe, mit dem man alles teilen kann." Wie sich später herausstellte, saß der Ingenieur bereits mehrfach wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis.

Prof. Dr. Dieter Frey, Sozialpsychologe

Ob beim Bewerbungsgespräch oder beim Blind Date - jeder will sich bei der ersten Begegnung von seiner besten Seite zeigen. Denn bereits innerhalb von Millisekunden bildet der Mensch unterbewusst eine Meinung über sein Gegenüber. "Dem äußeren Erscheinungsbild schenken wir ganz besondere Aufmerksamkeit", so Sozialpsychologe Prof. Dr. Dieter Frey: "Attraktive Menschen haben einen Vertrauensvorschuss, bekommen im Durchschnitt bessere Noten und werden von Richtern milder verurteilt."

"Nachtcafé: Der erste Eindruck zählt" am Freitag, 16. September, 22 Uhr im SWR Fernsehen.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Karen Schuller, Tel. 0711 929 13553 Fotos über www.ARD-Foto.de Pressekontakt: Svenja Trautmann, Tel. 07221 929 22285, svenja.trautmann@SWR.de

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