SWR - Südwestrundfunk

Programmhinweise/-änderungen für das SWR Fernsehen vom 6.9. bis 15.10.2016

Baden-Baden (ots) - Dienstag, 06. September 2016 (Woche 36)/30.08.2016

18.45 RP: Landesschau Rheinland-Pfalz

Der kleine Ort Krümmel liegt an der A3 zwischen Dierdorf und Selters im Westerwald. Viele LKW sind früher durch den Ort gefahren, aber dank einer Umgehungsstraße herrscht jetzt große Ruhe. Leider trifft das auch auf die Wirtschaft und die Freizeitmöglichkeiten im Ort zu. Wer sich engagieren will, der kann der Feuerwehr beitreten. Die ist hervorragend aufgestellt und kann sich über viel Nachwuchs freuen.

Die derzeitige Ruhe im Ort spürt man auch auf der Hauptverkehrsader. Die Hauptstraße ist, was den Verkehr angeht, anderes gewohnt. Für die 340 Einwohner ist das etwas Neues und so kann man hier Dinge hören, die man an einer Hauptstraße normalerweise nicht hört. Manche Geräusche macht die Natur, andere der Mensch. Sie alle erzählen kleine Geschichten. Natürlich sorgt die Feuerwehr ab und zu für Geräuschkulisse, aber auch ein Mann mit seinem Rasenmähertraktor oder eine Bewohnerin, die mit der alten Schulglocke Botschaften übermittelt. Außerdem gibt es da noch ein junges Unternehmen an der Hauptstraße, das den Zeitgeist erkannt hat und Agrarmaschinen und die damit verbundene Dienstleistung verkauft.

Mittwoch, 05. Oktober 2016 (Woche 40)/30.08.2016

Für RP geändeten Beitrag beachten (getrennt von BW)

18.15 (VPS 18.14) RP: made in Südwest Die Weltenschaffer von Gau-Algesheim Die Firma brima Modellanlagenbau und ihr größter Auftrag Erstsendung: 21.10.2015 in SWR/SR

Sonntag, 09. Oktober 2016 (Woche 41)/30.08.2016

Tagestipp

20.15 Geschichte im Südwesten (bis 21.45 Uhr) Wie aus Besatzern Freunde wurden Die Entstehung der Deutsch-Französischen Freundschaft

Die alliierte Besatzung in Westdeutschland endet 1949 und es beginnt ein neues Kapitel in der deutsch-französischen Geschichte. Es ist die Zeit, in der aus ehemaligen Gegnern Freunde werden - politisch und persönlich. Es ist Charles de Gaulle, der als einer der ersten die Hand zur Versöhnung ausstreckt. Die Treffen zwischen ihm und Konrad Adenauer in Bad Kreuznach, Baden-Baden und Ludwigsburg schreiben Geschichte.

Gerade im Südwesten Deutschlands ist der Wunsch nach Freundschaft zum französischen Nachbarn groß. Die geographische Nähe ist ein Grund dafür. Der andere ist der, dass große Teile von Südwestdeutschland zur ehemaligen Besatzungszone gehörten. Die französischen Soldaten und ihre Angehörigen, die bis in die 90er Jahre im Land bleiben, bringen die französische Lebensart in den Südwesten. Und die Deutschen suchen umgekehrt den Kontakt - nicht nur mit den Soldaten, sondern auch mit Städten und Gemeinden in Frankreich. Weit mehr als einhundert Städtepartnerschaften entstehen. Vereine tauschen sich aus, die Jugend trifft sich, deutsch-französische Kindergärten werden gebaut, in Freiburg kann man einen deutsch-französischen Schulabschluss machen. Mit Rheinland-Pfalz und Burgund sind es sogar zwei komplette Regionen, zwei Weinbauregionen, die aufeinander zugehen und den "Partnerschaftsverband Rheinland-Pfalz/Burgund" gründen, der dieses Jahr sein 60-jähriges Jubiläum feiert.

Der Film stellt die Entwicklung der Beziehungen dar, spricht mit denjenigen, die sie erlebt oder mitgestaltet haben. So zum Beispiel General Jean-Louis Brette, ehemaliger Oberbefehlshaber der französischen Streitkräfte in Deutschland, oder Till Meyer, der Leiter des Hauses Rheinland-Pfalz in Burgund. Auch deutsch-französische Ehepaare kommen zu Wort. Oder Matthias Heister: Er hat 1950 mit Gleichgesinnten beider Nationalitäten die Grenzposten bei Weißenburg niedergerissen - geprägt von dem Wunsch nach einem einigen Europa.

21.00 Straßburg und Kehl

Zwei Grenzstädte und eine bewegende Geschichte

Die französische Stadt Straßburg ist berühmt als Europastadt mit Sitz des europäischen Parlaments. Weniger bekannt ist die deutsche Nachbarstadt Kehl, die der Rhein von Straßburg trennt. Beide Städte haben ein gemeinsames Schicksal, in dem die Verschiebung der Grenze zwischen Frankreich und Deutschland je nach politischer Lage eine wichtige Rolle spielt. Heute bildet der Fluss die deutsch-französische Grenze. Doch beide Städte gehörten im Laufe ihrer Geschichte auch schon gemeinsam zu Deutschland oder gemeinsam zu Frankreich. Wie unter einem Brennglas zeigt sich an ihrem Schicksal die europäische Historie. Der Film erzählt die gemeinsame Geschichte der vergangenen 150 Jahre und von Familien, deren Nachbarn und Freunde berichten, wie sie die wechselnde Staatsangehörigkeit erlebt haben.

Helmut Schneider aus Kehl, Jahrgang 1928, stand als Kind mit seinen Eltern oft am Rhein und blickte sehnsüchtig auf das Straßburger Münster. Immer wieder fragte er, warum er es nicht ansehen dürfe, doch die Grenze war damals unpassierbar. Er war gerade 16 Jahre alt, als die Alliierten Straßburg von der deutschen Besatzung befreiten und Kehl evakuiert wurde. Diesen Tag hat er als "Weltuntergang" in Erinnerung. Heute führt er Gruppen durch beide Städte. Die Französin Germaine Keller wohnte ab 1945 als Kind mit ihren Eltern in einer Villa in Kehl, das von 1944 bis 1953 eine ganz und gar französische Stadt war. Diese Zeit hat sie in sehr schöner Erinnerung behalten und war traurig, als die Familie nach der Rückgabe von Kehl an Deutschland umziehen musste. Georg Hornung stammt aus dem ländlichen Kehler Ortsteil Sundheim. Zu seiner Familie gehörten Bäcker und Landwirte, sie betrieben regen Handel mit Frankreich. Nach der Evakuierung 1944 durften die Sundheimer schon früher als die restliche Bevölkerung heimkehren und Familie Hornung nahm viele Flüchtlinge bei sich auf.

In drei Kriegen wurden die Städte abwechselnd von den Nachbarn besetzt. Straßburg wurde 1870 von deutschen Truppen belagert, großflächig zerstört und zu deutschem Reichsland erklärt. 1918 ging es zurück an Frankreich und wurde 1940 wieder von Deutschen besetzt. Kehl wurde nach dem Zweiten Weltkrieg acht Jahre lang von französischen Truppen annektiert und erst 1953 freigegeben. Währenddessen war die Bevölkerung vollständig evakuiert.

Dieses Hin und Her traf Menschen, die einen gemeinsamen Kultur- und Sprachraum bildeten und die sich oft mehr der historisch gewachsenen Region als der jeweiligen Nationalregierung verbunden fühlten. Für viele bedeutete das eine gewaltsame Trennung über Generationen hinweg. Autorin Tamara Spitzing hat Zeitzeugen befragt und Archivmaterial gesammelt, das teilweise noch nie im Fernsehen zu sehen war. Der Film zeichnet das Bild eines dramatischen, weitgehend unbekannten Kapitels der regionalen Geschichte.

Heute liegen die beiden Nachbarstädte im Herzen eines vereinten Europas. Seit 2004 verbinden nicht nur Auto- und Eisenbahnbrücken, sondern sogar eine Fußgängerbrücke die beiden Städte. Diese viel genutzte "Passerelle des Deux Rives", der "Steg der zwei Ufer" überspannt den Rhein als Symbol für ein friedliches Zusammenleben der beiden Länder.

Montag, 10. Oktober 2016 (Woche 41)/30.08.2016

13.15 Planet Wissen

Energiewende - wie sie gelingen kann Erstsendung: 20.04.2015 in SWR/SR

"Die Energiewende ist die große Aufgabe unseres Jahrhunderts", ist sich Felix Ekardt sicher. Denn nur eine radikale Wende im Umgang mit Energie kann den Klimawandel noch abmildern. Als Jurist, Soziologe und Philosoph glaubt er: "Die Energiewende ist unsere Pflicht, moralisch und sogar rechtlich. Und: Sie ist mit wenigen Zutaten auch machbar." Dass eine Kehrtwende bei der Energie sich sogar ökonomisch lohnt, zeigt Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

20.15 Die Aufnahmeprüfung

Spielfilm Deutschland 2012 Erstsendung: 30.11.2012 in Das Erste Autor: Jens Urban

Rollen und Darsteller:

Susanne Meissner____Birge Schade Markus Sedlow____Jan-Gregor Kremp Ferdinand Meissner____Herbert Knaup Anni Süßmayer____Ilse Neubauer Jean-Luc____René Dumont Marietta____Beate Maes Krankenschwester____Lilly Forgách Toni Meissner____Til Schindler Valerie Meissner____Alina Strauß Ludwig Meissner____Sandro Iannotta Kilian____Philipp Breitfuss und andere Kamera: Carsten Thiele Musik: Egon Riedel

Fünf Jahre sind vergangen, seit die Anästhesie-Ärztin Susanne Meissner (Birge Schade) sich von ihrem egozentrischen Ehemann, dem erfolgreichen Chirurgen Ferdinand (Herbert Knaup), hat scheiden lassen. Auch wenn die beiden sich die Erziehung der drei gemeinsamen Kinder teilen wollten, kümmert Susanne sich praktisch alleine um die pubertierenden Sprösslinge Toni (Til Schindler), Valerie (Alina Strauß) und Ludwig (Sandro Iannotta) - eine Aufgabe, die bei aller Liebe auch jede Menge Kraft und Geduld erfordert. Ihre eigenen Bedürfnisse kommen dabei oft zu kurz. Nun endlich scheint sie in dem sympathischen und sensiblen Markus (Jan-Gregor Kremp) eine neue Liebe gefunden zu haben. Monatelang hat sie sich davor gedrückt, ihren Kindern von dem neuen Mann in ihrem Leben zu erzählen, denn es gibt da ein kleines Problem: Markus ist der Mathelehrer von Sohnemann Toni. Kein Wunder also, dass er bei seinem "Antrittsbesuch" nicht gerade begeistert empfangen wird.

Auch der großspurige Ferdinand begegnet dem Freund seiner Exfrau mit überheblichem Spott. Bis er sich bei einem Sturz das Bein verletzt und der traditionelle Abenteuerurlaub mit seinen Kindern auszufallen droht. Da hat Susanne eine Idee: Kurzerhand beschließt sie, mit Markus den Familienurlaub in Tirol anzutreten. Auf diese Weise können die Kinder ihn besser kennenlernen, und er kann ihnen beweisen, dass er mehr drauf hat als Gleichungen, Formeln und Zensuren. Aber so sehr Markus sich auch bemüht, ein guter Kumpel zu sein - die Sympathien der Kinder scheint er nicht gewinnen zu können. Vor allem der mürrische Toni lässt kaum eine Gelegenheit aus, um dem "Neuen" seiner Mutter eins auszuwischen.

Nach vielen Mühen gelingt es Markus dann, allmählich das Vertrauen des Trios zu gewinnen. Ausgerechnet da taucht der eifersüchtige Ferdinand auf der Almhütte auf. Angesichts der fortwährenden Sticheleien stößt bald auch Markus' Geduld an ihre Grenzen. Dem sonst so ruhigen Pauker platzt gewaltig der Kragen.

In der Familienkomödie "Die Aufnahmeprüfung" verliebt sich eine Mutter ausgerechnet in den Lehrer ihres Sohnes. Da ist Stress programmiert und der sympathische Pauker hat nun seinerseits vor den Kids einige Tests zu absolvieren. Birge Schade überzeugt als alleinerziehende Mutter und Jan-Gregor Kremp gibt den sensiblen Oberstudienrat, dessen Geduld auf eine harte Probe gestellt wird.

Zum Ensemble gehören Herbert Knaup als egozentrischer Exmann sowie die Newcomer Til Schindler, Alina Strauß und Sandro Lannotta als Geschwister-Trio. Gedreht wurde "Die Aufnahmeprüfung" unter anderem im malerischen Osttirol und in der "Sonnenstadt" Lienz.

Dienstag, 11. Oktober 2016 (Woche 41)/30.08.2016

13.15 Planet Wissen

Gamification: Wie der Spieltrieb uns packt

Alles wird immer spielerischer: Die Bedienung von Computern, Geräten und immer öfter auch die Arbeitswelt. So können selbst monotone Dinge auf einmal Spaß machen. Werden langweilige Arbeitsabläufe gezielt so umgestaltet, dass sie den menschlichen Spieltrieb ansprechen, dann ist von Gamification die Rede. Aber warum hat die Natur den Menschen und andere Säugetiere mit einem Spieltrieb versehen?

Bei Birgit Klaus und Dennis Wilms zu Gast: Thomas Junker ist eigentlich Apotheker. "Eher spielerisch" hat er Wissenschaftsgeschichte betrieben. So wurde er Mitherausgeber von Darwins Briefwechsel an der Universität Cambridge. Heute lehrt er Geschichte der Biologie in Tübingen. Jörg Niesenhaus ist Informatiker und hat elf Jahre lang Computerspiele entwickelt, später über Computerspielnutzer geforscht. Das macht ihn zum Fachmann für Gamification. Er berät Unternehmen, monotone Arbeitsabläufe interessanter zu gestalten.

Zugeschaltet sind Klaus Teuber und sein Sohn Benjamin. Vater Klaus war eigentlich Zahntechniker und hat als Hobby Brettspiele erfunden. Eines davon war "Die Siedler von Catan", das erfolgreichste Brettspiel aus Deutschland. Heute haben er und sein Sohn eine Firma, die Brettspiele entwickelt.

Mittwoch, 12. Oktober 2016 (Woche 41)/30.08.2016

Korrigierten Sendetitel beachten!

Tagestipp

20.15 Leif trifft: arme Rentner Kein Wohlstand mehr im Ruhestand?

Kaum ein anderes politisches Thema bewegt die Menschen in Deutschland derzeit stärker als die künftige Entwicklung der Renten. Nahezu täglich kommen neue Warnungen von Wirtschaftsvertretern und Politikern, dass die Arbeitnehmer künftig wesentlich länger bis zum Rentenbeginn arbeiten müssen, höhere Versicherungsbeiträge zahlen und eine deutlich geringere Rente erhalten sollen. Heute liegt das Rentenniveau, das definiert, wie hoch die Altersbezüge eines Durchschnittsverdieners mit 45 Beitragsjahren im Verhältnis zum jeweils aktuellen Durchschnittslohn sind, bei knapp 48 Prozent. Beschlossen ist bereits, dass dieses Niveau bis 2030 auf nur noch 43 Prozent sinken darf.

Gegen diesen Trend in Richtung "Armutsrenten" wenden sich die Vorsitzenden von SPD und CSU. Sigmar Gabriel und Horst Seehofer fordern, das aktuelle Rentenniveau zu stabilisieren und sogar wieder auszubauen. Unterstützt werden sie dabei von den Gewerkschaften und Sozialverbänden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will verhindern, dass selbst große Teile der Normalverdiener mit dem weiteren Absinken des Rentenniveaus in die Altersarmut abrutschen. Die Rentenpolitik soll mit einer im September startenden Kampagne "zum bestimmenden Thema im Bundestagswahlkampf 2017" gemacht werden. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit lehnen die Arbeitnehmervertreter strikt ab, zumal schon heute nur noch jeder sechste 64-Jährige sozialversicherungspflichtig beschäftigt sei. Trotz der bereits beschlossenen schrittweisen Verlängerung der Arbeitszeit bis zum 67. Lebensjahr wollen immer mehr Arbeitnehmer früher in Rente, unter anderem auf der Grundlage von Betriebsvereinbarungen.

Arbeitgeber und unternehmensnahe Institute streben mit ihren Forderungen dagegen einen ganz anderen Rentenkurs an. Mitte August forderte sogar die Deutsche Bundesbank die Verlängerung der Lebensarbeitszeit auf 69 Jahre auszudehnen, in Etappen bis 2060. Das Institut der deutschen Wirtschaft und die Industrieverbände gehen noch weiter. Sie rechnen vor, dass der Rentenbeginn schon bald erst mit 70 oder sogar 80 Jahre erfolgen könne. Der Grund: Die Deutschen werden immer älter. Ihre Lebenserwartung steigt jedes Jahr um drei Monate. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs aufgrund der geringen Geburtenzahlen. Die Folgen, so die Mahner, dürften nicht länger verdrängt werden. Männer beziehen heute knapp 19 Jahre Rente, Frauen fast 23 Jahre. Noch vor zehn Jahren waren es drei bzw. zwei Jahre weniger.

Den Streit um die Rente hat SWR Autor Thomas Leif zum Anlass für eine Deutschlandreise genommen. In der Reihe "Leif trifft" fragt er, ob der Weg in die Armutsrente für viele wirklich vorgezeichnet ist und warum die Zahl der Bezieher der Grundsicherung ("Hartz IV für Rentner") massiv steigt? Gerade hier ist die Dunkelziffer der betagten Bezieher hoch und die Scham, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen, groß. Betroffene Rentner und Rentnerinnen, Alleinerziehende und Erwerbsminderungsrentner kommen zu Wort und erklären, wie sie mit weniger als zehn Euro am Tag über die Runden kommen. Der Autor besucht die Lobby der Versicherungsindustrie, um herauszufinden, wie die von vielen Politikern zunächst als zusätzliche "Zweite Private Säule" eingeführte und nun meist als gescheitert angesehene Riester-Rente noch gerettet werden kann. Etwa 2.000 Anbieter verkaufen rund 4.300 verschiedene Riester-Produkte, erreichen damit aber nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ohnehin eine sehr geringe Rente zu erwarten haben.

Was geschieht hinter den Kulissen der Politik und des von Arbeitsministerin Andrea Nahles nicht öffentlichen "Rentendialogs", mit dem sie die gegensätzlichen Interessenvertreter auf eine Konsenslinie bringen will? Interne Protokolle belegen, dass alle Veränderungen in der Rentenpolitik stets ein Handicap haben - von der avisierten Angleichung der Ostrenten, dem angekündigten Ausbau der Betriebsrenten bis zur nochmaligen Verbesserung der Mütterrente. Sie belasten die Rentenversicherung oder den Staatshaushalt meist mit zweistelligen Milliardenbeträgen, bringen Vorteile für jeweils einen Teil der Rentnergeneration und Nachteile für die Jungen. Nach aktuellen Umfragen stehen die heutigen Beitragszahler und künftigen Rentner dem deutschen Rentensystem aufgrund der demografischen Herausforderungen ohnehin skeptisch gegenüber. Dazu kommt, dass bereits im Jahr 2020 die Bundeszuschüsse zur Rentenkasse die Marke von 100 Milliarden Euro übersteigen werden.

Leif trifft die Rentnerrepublik und geht in der 45-minütigen Dokumentation der "Quadratur des Kreises" in einer von widerstreitenden Interessen geprägten Rentenpolitik auf den Grund. In der Öffentlichkeit oft verdrängte Fakten und Zusammenhänge werden ausgeleuchtet und die Folgen geklärt. Prof. Dr. Franz Ruland, der als langjähriger Chef der Rentenversicherung auch als "Rentenpapst" bezeichnet wird, sagt bilanzierend gegenüber dem SWR: "Es ist unvermeidlich, dass die Beiträge steigen werden; es ist unvermeidlich, dass das Rentenniveau sinken wird; deshalb wird auch der Bundeszuschuss für die Renten ansteigen."

Ausführliches Themendossier auf www.swr.de/leiftrifft mit den vollständigen Interviews, den wichtigsten Studien und Hintergrundinformationen.

22.00 Tatort: Ihr Kinderlein kommet

Fernsehfilm Deutschland 2012 Erstsendung: 09.04.2012 in Das Erste Autor: Jürgen Werner

Rollen und Darsteller:

Hauptkommissar Max Ballauf____Klaus J. Behrendt Hauptkommissar Freddy Schenk____Dietmar Bär Hauptkommissarin Eva Saalfeld____Simone Thomalla Hauptkommissar Andreas Keppler____Martin Wuttke Peter Bransky____Anian Zöllner Anna Römer____Lotte Flack David Schmelzer____Josef Heynert Thomas Röpke____Thomas Arnold Petra Röpke____Anja Lais Stefan Graz____Jan Henrik Stahlberg Franziska____Tessa Mittelstaedt Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth____Joe Bausch und andere Musik: Karim Sebastian Elias Kamera: Clemens Messow

In einem Wagen auf einem Kölner Schrottplatz werden Spuren der 15-jährigen, in Leipzig als vermisst gemeldeten, Anna Römer sichergestellt. Für die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) liegt nahe: Es gibt einen Zusammenhang mit dem Mordfall Sarah Stellwag. Beide Mädchen waren in Leipzig verschwunden und in Köln wieder aufgetaucht.

Zur selben Zeit an einem unbekannten Ort: Peter Bransky frisiert und schminkt Anna Römer - und zwar exakt nach dem Ebenbild der Mädchenfotos, die seinen Frisierspiegel zieren. Was hat er mit Anna vor? Und was ist mit den Mädchen auf den Fotos geschehen? Als drei Mädchenleichen aus dem Rhein gefischt werden, erhärtet sich für die Ermittler der Verdacht, dass sie es mit einem Serientäter zu tun haben. Die Abstände, in denen er zuschlägt, werden immer kürzer. Maximal zwei bis drei Tage bleiben Ballauf und Schenk, um Anna Römer lebend zu finden. In dieser Situation erhalten sie Unterstützung von ihren Kollegen Saalfeld (Simone Thomalla) und Keppler (Martin Wuttke) aus Leipzig. Dort hatten die vier bereits im Fall der verschwundenen Mädchen gemeinsam ermittelt. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.

Donnerstag, 13. Oktober 2016 (Woche 41)/30.08.2016

13.15 Planet Wissen

Götz W. Werner: dm-Gründer kämpft für ein Grundeinkommen

Er sei Zahnpastaverkäufer, sagt Götz W. Werner, der Gründer der Drogeriemarktkette dm. Seinen ersten Markt eröffnete er 1973 in Karlsruhe, heute betreibt dm über 3.000 Filialen in zwölf europäischen Ländern und ist laut Umfragen der beliebteste Händler Deutschlands. Götz W. Werner ist ein Querdenker: Er führte den Drogeriediscout ein, stellt seine Mitarbeiter und Kunden in den Mittelpunkt und sagt: Unternehmen sind für Menschen da - nicht umgekehrt. Seit Jahren wirbt Werner für seinen großen Traum von einem bedingungslosen Grundeinkommen. Wie dies in der Praxis funktionieren könnte, erklärt Werner bei "Planet Wissen". Außerdem berichtet Michael Bohmeyer über sein Projekt "Mein Grundeinkommen", für das er Geld sammelt und es als Grundeinkommen für ein Jahr verlost.

Tagestipp

21.00 Heimatglühen

Moderation: Max Peter

Folge 1/3

"Heimat lebt" ist das Motto des neuen Magazins "Heimatglühen" im SWR Fernsehen. Die dreiteilige, jeweils 45-minütige Sendereihe präsentiert Menschen, Geschichten und Orte im Südwesten, die Tradition und modernen Stil auf besondere Art verbinden. Die neue Heimatliebe boomt in vielen Bereichen des Lebens: Traditionsstile mischen sich mit modernem Design, Heimatklang trifft Rapmusik, Trachtenmode trifft Fashion. Genuss geht neue Wege. Hier treffen Alt und Neu, Tradition und Moderne aufeinander und verbinden dabei Generationen. Diesem Phänomen ist "Heimatglühen" auf der Spur. Moderator der Sendung ist Maximilian Peter. Peter ist ein neues Gesicht im Fernsehen. Der begeisterte Hockeyspieler und Trainer wurde 1983 in Heidelberg geboren und studierte dort auch Germanistik und Musikwissenschaften. Zu seiner neuen Aufgabe sagt er: "Heimat ist da wo das Herz ist. Jeder hat seine eigene Heimat, jeder liebt seine Heimat und ich will den Zuschauern gerne das Gefühl geben was Heimat bedeutet, was Heimat ist - und das machen wir jetzt hier."

Themen der Sendungen sind u. a.:

Rockabilly meets Dorfidyll:

Bei den Blatters dreht sich alles ums Haar, und am liebsten nur um das männliche. Denn Peter und Johannes Blatter sind nicht nur Vater und Sohn, sie sind auch das Powergespann in der Barber Stube in Lichtenau. Hier kommen nur Männer rein. Wer seine Frisur oder seinen Bart bei den Blatters in ihrem im 20er Jahre Stil eingerichteten Männer-Beautysalon pflegen lässt, bekommt zur Entspannung erstmal ein Bier oder einen Whiskey gereicht.

Winzerin 3.0

Juliane Eller ist eine der jüngsten Winzerinnen Deutschlands. Mit gerade mal 23 Jahren ist sie in das Weingut ihrer Eltern eingestiegen. Sie hatte nur eine Bedingung: Sie darf den konventionellen Weinanbau auf ökologisch umstellen. Das macht sie jetzt! Juliane ist aber nicht nur Kellermeisterin. Sie weiß auch, dass die Vermarktung des Weines wichtig ist. Namen und Etikettendesign ihres Weines stammen von ihr selbst. Und sie will noch etwas anders machen als ihre Eltern: Gemeinsam mit vier anderen Winzern will sie das Weinbaugebiet Alsheim bekannt machen. Das soll mit Kooperationen und Weinfesten gelingen. Denn die junge Winzergeneration will nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten.

Ein Bonbonmacher zwischen Hard Rock und Zuckerguss:

Rock-Bonbons - alles, was Thomas Krämer liebt. Der gelernte IT-Fachmann und Rockmusik-Fan investiert seine Zeit am liebsten in die kleinen klebrigen Süßigkeiten: Bonbons, oder wie er sie nennt: Hard Rocks. Der 50-Jährige hat dieses Jahr in Kaiserslautern die erste und einzige Bonbonmanufaktur der Stadt eröffnet. Hier werden Bonbons noch so hergestellt wie vor 150 Jahren.

Freitag, 14. Oktober 2016 (Woche 41)/30.08.2016

13.15 Planet Wissen

Kapitalismus am Ende? Erstsendung: 31.05.2016 in SWR/SR

Vor 250 Jahren kam er in die Welt, heute können wir uns ein Leben ohne ihn kaum noch vorstellen: Der Kapitalismus hat jeden Winkel unseres Lebens erreicht, bestimmt die Wirtschaft, die Politik, unser Privatleben. Der Kapitalismus hat uns Wohlstand, Demokratie und eine höhere Lebenserwartung gebracht - doch er braucht ständiges Wachstum, um zu existieren. Das Credo: Immer mehr, immer schneller, immer weiter. Viele Menschen halten mit diesem Tempo nicht mehr Schritt - und auch die Ressourcen der Erde geraten an ihre Grenzen.

Das einstige Erfolgsmodell steckt in der Krise. Doch was genau ist das eigentlich, der Kapitalismus? Wie und wo hat das alles angefangen? Und was sind mögliche Alternativen?

Gast im Studio: Ulrike Herrmann, Wirtschaftsjournalistin und Autorin ("Der Sieg des Kapitals: Wie der Reichtum in die Welt kam")

Schaltgast: Hartmut Rosa, Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena sowie Direktor des Max-Weber-Kollegs in Erfurt

20.15 Expedition in die Heimat

Im Hinterland des Bodensees

Moderation: Annette Krause-Schmidt

Die Reisereportage des SWR führt dieses Mal an den Bodensee. Moderatorin Annette Krause besucht die Region zwischen Kressbronn am Bodensee und Kisslegg im Allgäu. In Kressbronn wird sie bei ihrer Anreise per Schiff am Landungssteg vom Musikverein musikalisch empfangen. Das Besondere daran ist, dass der erst 27-jährige Bürgermeistermeister Daniel Enzensperger im Verein mitspielt. Bei einem Ortsrundgang zeigt er ihr, wie schön seine Gemeinde ist und welch große Aufgaben dort auf ihn warten. Ganz in der Nähe liegt auch der größte Binnenhafen Deutschlands. Hafenmeister Hubert Grassel weiß, weshalb Gohren so beliebt bei Seglern ist. Die Erforschung des Bodensees ist Aufgabe des Seenforschungsinstituts Langenargen. Auf dem Schiff Kormoran nehmen die Wissenschaftler regelmäßig Proben und untersuchen die Wasserqualität. Geforscht wird auch ganz in der Nähe am Degernsee und am Schleinsee. Das Team um Dr. Martin Mainberger hat hier 6.000 Jahre alte Pfahlbausiedlungen entdeckt.

Die idyllische Landschaft im Hinterland des Bodensees ist auch die Heimat von Landfrau Maria Gührer. Die Gewinnerin aus der SWR Sendung "Lecker aufs Land" nimmt ihre Gäste gerne mit auf eine Kapellenrundfahrt in der Pferdekutsche. In Amtzell besucht Annette Krause die Vogler'sche Hammerschmiede. Der Schmied Hans Ortlieb hält das historische Kleinod am Laufen und gibt regelmäßig Führungen. Am Zusammenschluss der Oberen und Unteren Argen liegt der Ort Gopperstweiler. Hierhin hat es Spitzenkoch Artur Frick-Renz verschlagen, der nach vielen Stationen auf der Welt wieder zurück in seine Heimat wollte. Annette Krause besucht einen Grillkurs in seinem Gasthof.

Typisch für das Allgäuer Landschaftsbild sind die vielen vereinzelt gelegenen Bauernhöfe. Ihre Milch liefern viele in die Leupolzer Emmentalerkäserei, die neuerdings sogar koscheren Käse für ein französisches Rabbinerkloster herstellt. Wirklich sehenswert ist in Kisslegg das Neue Schloss, das für seine Kunstausstellungen weithin bekannt ist.

Der Künstler Andreas Scholz hat sein Atelier im nahegelegen Hofgut Dürren, das der Farny-Brauerei gehört. Im ehemaligen Wohnhaus des Politikers Oskar Farny lagern nicht nur seine Kunstwerke, sondern auch noch viele Spuren großer Staatsmänner wie Konrad Adenauer oder Heinrich Lübke, die hier zu Besuch waren.

"Expedition in die Heimat" ist die Reisereportage im SWR Fernsehen. Die Moderatoren besuchen die schönsten Regionen im Sendegebiet. Spektakuläre Luftbilder, spannende Geschichten und vor allem faszinierende Menschen - das ist die attraktive Mischung dieser "modernen Heimatkunde".

Samstag, 15. Oktober 2016 (Woche 42)/30.08.2016

21.50 Liebe am Fjord - Das Ende der Eiszeit Spielfilm Deutschland 2011 Erstsendung: 25.03.2011 in Das Erste Autor: Martin Rauhaus

Rollen und Darsteller:

Pernille Sörenbrandt____Senta Berger Annika Sörenbrandt____Sandra Borgmann Henrik Sörenbrandt____Thure Lindhardt Mika____Philipp Langenegger Herr Österbro____Axel Siefer Frau Österbro____Petra Weifenbach Ole____Alexander Wüst Inga____Jodie Leslie Ahlborn Sekretärin____Annabelle Krieg Herr Brönskvart____Ragnar Holen und andere Kamera: Daniel Koppelkamm Musik: Andy Groll

Aus dem Nichts heraus hat die clevere Unternehmerin Annika Sörenbrandt (Sandra Borgmann) in Oslo den landesweit größten Online-Buchhandel aufgebaut. Für ihre Mutter Pernille (Senta Berger), die sich nach einem schweren Treppensturz nur langsam erholt, ist im Leben der viel beschäftigten Managerin kein Platz. Nur widerwillig reist sie ins provinzielle Fjærland, um der Hilfsbedürftigen etwas unter die Arme zu greifen. Annika hat ihrer Mutter bis heute nicht verziehen, dass die Familie vor 25 Jahren auseinandergebrochen ist und Pernille seither keinen Kontakt zu ihr aufgenommen hat. Bei ihrer Ankunft in dem als "Bücherdorf" bekannten Ort erlebt Annika eine Überraschung: Ihr jüngerer Halbbruder Henrik (Thure Lindhardt), den sie als Kind das letzte Mal sah, ist nicht wie andere junge Männer. Er leidet an einer Form von Autismus, die ihn zu erstaunlichen Gedächtnisleistungen befähigt.

Henrik ist ein wandelndes Lexikon, doch er hat das Gemüt eines Kindes, das abgeschottet in seiner eigenen Welt lebt. Durch die Nähe zu ihrem Halbbruder taut allmählich auch das Eis zwischen Tochter und Mutter. Annika kann nun nachfühlen, wie mühevoll es für Pernille ist, sich tagtäglich um Henrik zu kümmern, der schon mehr als einmal fast das Haus abgefackelt hätte. Dabei beginnt sie auch zu verstehen, dass ihre Mutter sie all die Jahre schmerzlich vermisste. Das Rätsel, warum sie niemals Kontakt zu ihrer Tochter aufnahm, wird dadurch nur umso größer. Der Schlüssel zu diesem Geheimnis findet sich in Pernilles Tagebuch, aus dem Annika endlich erfährt, welch große Bürde ihre Mutter zeitlebens tragen musste.

Senta Berger und Sandra Borgmann treten in diesem sensibel inszenierten Melodram als Mutter und Tochter auf, die einen folgenschweren Familienkonflikt austragen. In der Rolle des Autisten setzt Thure Lindhardt, bekannt aus dem Kinohit "Was nützt die Liebe in Gedanken", schauspielerische Akzente. Die atemberaubende Fjordlandschaft Norwegens verleiht dem psychologisch stimmigen Film über das Schicksal zweier starker Frauen eine ganz eigene Atmosphäre.

Pressekontakt: Svenja Trautmann, Tel 07221/929-22285, svenja.trautmann@SWR.de

 
Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: