SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Donnerstag, 18. April 2002 (Woche 16)
(Woche 17)

Baden-Baden (ots) - Text beachten! 15.15 Länder-Menschen-Abenteuer (WH von MI) Nomadenleben in der Mongolei Ein Film von Christian Romanowski Wer seinen Fuß in die mongolische Steppe setzt, betritt nicht nur ein grenzenlos weites Land, sondern befindet sich in einer anderen Welt - in der die Uhren anders gehen. Nicht der Sekundenzeiger ist das Zeitmaß der Steppenbewohner, sondern Tageslauf und Jahreszeit. Alltag und Feste der Nomaden konnte ein SWR-Team bei Karakorum beobachten. Verstreut in einer überwältigenden Hügellandschaft stehen wie winzige helle Pilze die filzbelegten Jurten der Mongolen. In einer solchen Jurte, dem "Ger", beobachtet der Film die junge Nomadenfrau Gerel bei ihrer "Hausarbeit". Von den zweieinhalb Millionen Einwohnern der mongolischen Volksrepublik leben heute noch etwa ein Drittel als Nomaden. Frauensache ist nicht nur, die Kinder zu versorgen und zu kochen, sondern auch alle zwei Stunden die Stuten zu melken. Gegorene Stutenmilch ist das Hauptgetränk der Steppenbewohner. Bei warmen Wetter steht der Herd meist im Freien, und zwischen den Fohlen messen die Kinder spielend ihre Kräfte im Ringkampf. Ringen ist die Leidenschaft der Mongolen. Natürlich steigt Gerel aufs Pferd, wenn sie auf dem Markt der nächstgelegenen Stadt Einkäufe machen muss. Reiten die natürliche Gangart der Nomaden, ohne Pferd ist der Steppenbewohner kein vollständiger Mensch. Die Kinder sitzen "fest im Sattel", ehe sie richtig laufen können, natürlich auf ungesattelten Pferden. Ein schnelles Pferd ist der ganze Stolz der Männer. Deren Tagwerk ist die Sorge um die Herde. Die Tiere müssen gehütet werden, und immer wieder werden Hengste und Stuten eingefangen und zugeritten. Eindringlich erklärt ein alter Pferdezüchter seinen Gästen die Kunst, richtig mit Pferden umzugehen. Der Film zeigt auch, wie am Naadamfest sechs- bis zwölfjährige Jungen und Mädchen auf den schnellen Rennpferden über die Steppe jagen und auf einer 30 Kilometer langen Strecke um den Sieg kämpfen. Aus allen Himmelsrichtungen strömen die Nomaden in bunt glänzenden Gewändern zum Naadam und fiebern den Wettkämpfen entgegen. Auf dem Festplatz treten auch die Ringer zum traditionellen Kampf Mann gegen Mann an. Der Höhepunkt des Festes und des Jahres ist aber das Rennen der Hengste. Monatelang wurden die Pferde und die kleinen Reiter für die Wettkämpfe vorbereitet. Doch für den Nomaden gibt es kein größeres Glück, als wenn der Lobpreis für sein siegreiches Pferd über die Steppe schallt. Dann zieht er auf unwegsamen Pfaden durch die scheinbar grenzenlose Steppe zu neuen Weideplätzen, erfüllt von der Wahrheit des mongolischen Sprichworts: "Die Steppe gibt die Freiheit, die Steppe gibt das Glück." Freitag, 19. April 2002 (Woche 16) Geänderten Sendetermin beachten! 21.45 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Geld gegen Moral? "Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles, ach wir Armen". Beim Geld, das wusste schon Goethes Gretchen, hört nicht nur die Freundschaft auf, da ist es auch mit anderen moralischen Werten nicht mehr weit her. Das ist bis heute so geblieben. Gut zwei Jahre nach der CDU-Spenden-Affäre zeigt sich, dass Geld und Moral auch bei Sozialdemokraten nicht zwangsläufig eine Einheit bilden. Muss es nicht vielleicht sogar grundsätzlich heißen: "Geld gegen Moral"? Von den kleinen Steuer-Betrügereien im Alltag bis hin zur Börsenspekulation mit dem Unglück anderer Menschen, vom Handwerker, den man schwarz bezahlt bis hin zum Handel mit Menschen: In vielen Bereichen hat sich die Moral immer dann, wenn es um Geld geht, weitgehend verabschiedet. Ist der Ehrliche immer der Dumme? Regiert Geld wirklich die Welt? Verdirbt Geld den Charakter oder kann es auch die Grundlage dafür sein, Gutes zu tun? Darüber diskutiert Wieland Backes mit seinen Gästen: Leslie Malton: Die Schauspielerin denkt bei Geld und Moral vor allem auch an die Möglichkeiten, mit Geld Gutes zu tun. Für die 43-Jährige ist es nicht das Geld an sich, das unmoralisch ist, sondern der Mensch, der Gutes oder Schlechtes im Sinn hat. Prof. Jean Ziegler: Im Zeitalter von "Raubtierkapitalismus" und rücksichtsloser Spekulation sieht der Genfer Soziologie-Professor die Moral mehr und mehr verschwinden. Mit deutlichen Worten geht der 67-Jährige gegen den "Aufstieg der Ökonomie zur totalitären Macht" an und kämpft als Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung. Andreas Kosina: Er hat Millionen verdient, indem er sich ausschließlich auf die Gesetze des Marktes verließ. Als sogenannter Daytrader machte er Gewinne in wenigen Sekunden und kultivierte damit Aktien-Spekulation in ihrer extremsten Form. Für den 39-Jährigen sind Leute, die behaupten, viel Geld zu haben sei unmoralisch, einfach nur neidisch. Hans Dietmar Sauer: Seit Januar 2001 steht er an der Spitze der Landesbank Baden-Württemberg, der siebtgrößten Bank Deutschlands. Doch ganz so einfach ist die Arbeit an der Spitze nicht. Denn gerade weil es immer um viel Geld geht, können ihm Fragen der Moral nicht egal sein. Franz-Josef Antwerpes: Als ehemaliger Kölner Regierungspräsident kennt er die Schwierigkeiten, mit denen Politik und Wirtschaft auf regionaler Ebene zu kämpfen haben. 21 Jahre lang bestimmte er die Geschicke des Regierungsbezirkes Köln mit. Nun hat er wegen der SPD-Spendenaffäre in Köln eine Ladung vor den Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages erhalten. Hans Leyendecker: Der Journalist hat sich auf Unmoral in Wirtschaft und Politik spezialisiert. Als Ressortleiter beim Spiegel war er zuständig für die großen Enthüllungsgeschichten. Ob Flick-Affäre, Plutonium-Affäre, Steueraffären oder Waffenhandel: Hans Leyendecker war bei der Aufdeckung immer mit von der Partie. Felicitas Weigmann: Die gutbürgerlichen Vorwürfe, ihr Gewerbe sei unmoralisch, kennt Deutschlands bekannteste Bordell-Chefin nur zu gut. Sie stellt klar, dass die Motivation zur Prostitution für sie immer das Geld gewesen ist. Aber warum, so fragt sie, soll das unmoralisch sein? Ist Geld nicht die Motivation für die Ausübung eines jeden Berufs? Markus Ortmann: Der Euro war noch keinen Monat alt, da hielt er plötzlich 42 frische Fünfhundert-Euro-Scheine in der Hand. Mitten in der Tübinger Altstadt hatte er ein Päckchen mit 21.000 Euro gefunden. Für den 37-jährigen Lehrer gab es kein Vertun. Die Frage Geld oder Moral wurde von ihm ohne mit der Wimper zu zucken beantwortet: Er brachte das Päckchen zur Polizei. Samstag, 20. April 2002 (Woche 17) Text beachten! 13.45 Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Great Barrier Reef, Australien Das Paradies im Meer Ein Film von Werner Meyer Wie sie sich verabreden weiß keiner, aber jedes Jahr im Frühsommer, zur gleichen Zeit, in der gleichen Nacht, entlassen Abermillionen winziger Korallenpolypen Eier und Samen ins Meer. Diese winzigen Polypen sind die Architekten des größten Bauwerks auf Erden, des Great Barrier Riffs. Vor der Ostküste Australiens erstreckt sich die größte Ansammlung von Korallenriffen der Welt über 2.300 Kilometer und bedeckt eine Fläche, die größer als Italien ist. Die Aborigines Australiens nennen es "Waga Gaboo" - das Grosse Riff. Unzählbare winzige Polypen erzeugen jeden Tag auf einem Quadratkilometer Riff vier Tonnen Kalksteingerippe. In Tausenden von Jahren haben sie die Umwelt für das farbigste und vielseitigste Leben geschaffen. Seit dem Anbeginn der Zeit haben sich dort mehr als fünftausend verschiedene Arten von Meeresfauna und Flora entwickelt. Der Film entführt seine Zuschauer in dieses faszinierende Paradies mit seinen unzähligen Fischen und Pflanzen. Mit einzigartigen Unterwasseraufnahmen zeigt er uns dabei das bunte Leben in einem einzigartigen Ökosystem. Montag, 22. April 2002 (Woche 17) Geänderten Beitrag und Text beachten! (VPS 20.59) 21.00 Teleglobus Die Regentin von Rio - Benedita da Silva Brasiliens erste schwarze Regierungschefin Benedita da Silva wurde vor 60 Jahren mit drei Nachteilen geboren: schwarz, weiblich und arm. In Brasilien, zumal in einem der Elendsviertel von Rio de Janeiro, der Favelas, ist das gleichbedeutend mit chancenlos. "Sehr schnell spürte ich an eigener Haut, was es bedeutet Frau zu sein, schwarz und arm", erinnert sich Benedita. Doch sie fand sich damit nicht ab, sie ging ihren Weg und ist heute eine der bekanntesten Brasilianerinnen - Gouverneurin von Rio de Janeiro. In ihrem Haus in der Favela "Chapéu Mangueira" gleich hinter der schillernden Copacabana, stehen zwei holzgeschnitzte Stühle aus Südafrika - Geschenke von Nelson Mandela. Bischof Tutu war hier schon zu Besuch und Jesse Jackson. Bené - wie sie von ihren Freunden genannt wird - wollte nicht dasselbe Schicksal erleiden wie ihre Freunde und Nachbarn, stieß aber überall auf Vorurteile und Diskriminierung: "Ich prallte hart gegen die Schranken der Äusserlichkeiten, wonach weiss zu sein gleichbedeutend ist mit Intelligenz und gleichzeitig bedeutet, nicht arm zu sein." Benedita da Silva begann nach vier Jahren Grundschule als Putzfrau und Wäscherin. Sie schlief zeitweise mit ihren beiden Kindern auf der Straße. Sie gründete eine Fraueninitiative, sorgte für Strom und Wasser in ihrer Favela. Sie wurde 1982 in den Stadtrat von Rio gewählt, schaffte es ins Parlament und 1994 wurde sie als erste schwarze Frau Brasiliens zur Senatorin gewählt. Vor wenigen Tagen wurde sie Gouverneurin des Bundesstaates Rio de Janeiro - was in Deutschland einer Ministerpräsidentin entspricht. Benedita ist ein Beispiel einer starken Frau, die viel erreicht und bewegt hat, nicht nur für sich, sondern für Millionen Schwarze, Arme. Ihr Leben widmet sie den Benachteiligten. Derzeit unterhält sie 21 Projekte, in denen etwa 150.000 Jugendlichen geholfen und vielen eine Ausbildung zuteil wird. Ihr Ziel ist es, mit der sozialen Ungerechtigkeit Schluss zu machen und den Menschen Chancen eines produktiven Lebens zu geben. Dabei ist sie gegen Almosen: Die Hilfe dürfe nicht einfach vom Himmel fallen, die Menschen müssen die Möglichkeit haben, mit ihrer eigenen Arbeit würdevoll ihre Probleme zu lösen. Peter Puhlmann porträtiert Benedita da Silva als Beispiel einer aktiven Frau, die viel für die Gleichberechtigung und Entwicklungsmöglichkeiten der Schwarzen erreicht hat. Dienstag, 23. April 2002 (Woche 17) Geänderten Beitrag beachten! (VPS 05.29) 05.30 Teleglobus Die Regentin von Rio - Benedita da Silva Brasiliens erste schwarze Regierungschefin Donnerstag, 25. April 2002 (Woche 17) Geändertes Thema beachten! 18.15 Familien-Rat (BW) Geburtstag feiern - aber richtig! Donnerstag, 25. April 2002 (Woche 17) Geändertes Thema beachten! 01.05 Familien-Rat (WH) Geburtstag feiern - aber richtig! Freitag, 26. April 2002 (Woche 17) Geändertes Thema beachten! (Tausch mit 17.05.) 21.45 Nachtcafé Gäste bei Wieland Backes Fußball lieben - Fußball hassen Folge 12/20 Samstag, 27. April 2002 (Woche 18) Geändertes Thema beachten! (Tausch mit 18.05.) 15.00 Nachtcafé (WH von FR) Gäste bei Wieland Backes Fußball lieben - Fußball hassen Montag, 29. April 2002(Woche 18) Zusätzlichen Beitrag und Beginn nachfolgender Sendungen beachten! 22.45 (VPS 22.44) Rheinland-Pfalz extra (RP) 20 Jahre Partnerschaft Rheinland-Pfalz - Ruanda Karin von der Groeben (VPS 22.45) 23.00 Mirabella -Sindelfingen (RP) Ein Film von Andreas Pichler (VPS 23.40) 23.55 Rheinland-Pfalz Aktuell (RP) VPS 23.45 00.00 Treffpunkt (WH) (RP) Menschenskind! (VPS 00.15) 00.30 Programmtipps (WH)(RP) VPS 00.20) 00.35 Und der Wein erfreue des Menschen Herz (WH) (RP) Schloss Johannisberg Teil 1 (VPS 00.50) 01.05 Landesschau Rheinland-Pfalz (WH) (RP) (VPS 01.15) 01.30 Rheinland-Pfalz Aktuell (WH) (RP) (VPS 01.30) 01.45 SWR3 Elch-TV (RP) weiter wie mitgeteilt ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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