SWR - Südwestrundfunk

90-minütige Doku: "Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde" Film von Claus Hanischdörfer
6.8.2016 um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

SWR Fernsehen WIE DER SÜDWESTEN GLEICHBERECHTIGT WURDE, am Samstag (06.08.16) um 20:15 Uhr. Erst nach und nach wurden Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt. © SWR, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung und bei Nennung... mehr

Baden-Baden (ots) - Es war eine Welt mit klar verteilten Rollen: Die Männer, damals auch das starke Geschlecht genannt, verdienten das Geld, besuchten regelmäßig den Stammtisch oder den Fußballplatz und selbstverständlich saßen sie am Steuer, sei es im Auto, in der Politik oder der Wirtschaft. Frauen konnten höchstens "mitarbeiten" und hatten sich um alle häuslichen Belange zu kümmern. Mit Hilfe alter Originalfilmausschnitte aus den Archiven dokumentiert der Film von Claus Hanischdörfer den zeitgenössischen Blick auf die Geschlechterbeziehung zwischen 1949 und Ende der 70er Jahre. "Wie der Süden gleichberechtigt wurde" wird am 6. August um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen ausgestrahlt.

Geschlechterklischees und Gleichberechtigung Mann und Frau sind gleichberechtigt - so steht es seit 1949 im Grundgesetz. Aber was hat sich in Sachen Gleichberechtigung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland getan, seit Artikel 3 Absatz 2 1949 im Grundgesetz verankert wurde? Der Film geht auf Zeitreise, taucht in die Archive des Südwestrundfunks ein und offenbart auf unterhaltsame Weise eine komisch absurde und doch seltsam vertraute Welt, erzählt von Hausfrauen und Paschas, von Hausmännern und Emanzen, von festgefahrenen Rollenklischees und dem Aufbruch in neue Zeiten.

Klare Rollenverteilung

Der Film zeigt die 1950er Jahre, als die klassische Rollenverteilung noch so aussah: Die Frau am Herd und bei den Kindern, der Mann als "Versorger" lässt sich am Feierabend im Sessel bedienen. Doch das sollte sich in den 60er und 70er Jahren ändern: Der Kampf der Geschlechter tobte. Viele Frauen wollten es nicht mehr hinnehmen, wenn ihre Männer sie von der Arbeitswelt fernhalten wollten. Denn erst seit 1977 darf eine Frau ohne die Erlaubnis des Gatten einen Job annehmen. Besorgte männliche Bürger sahen noch Anfang der 60er Jahre die arbeitende Mutter tatsächlich als "ein Verbrechen an der Zukunft unseres Volkes". Und der DFB verbot in den 50er Jahren den Frauenfußball.

Sexuelle Revolution

Die Unterdrückung der Frau ging manchmal aber auch ganz subtil vor sich: Als die Hausfrauen in den 60er Jahren genug von ihrer Rolle am Herd und Kinderspielplatz hatten, schaffte ihr der Mann eine neue Aufgabe, von welcher auch er profitierte: Die Frau soll schön sein. Kosmetikprodukte, Schönheitssalons, Misswahlen und erotische Titelblätter boomten - und machten viele Frauen zum Sexualobjekt. Doch mit der sexuellen Revolution erwachte auch das Selbstbewusstsein der Frau und das althergebrachte Rollenverständnis geriet auch in diesem Bereich ins Wanken. "Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde" gibt Einblick in eine Epoche, die viele Zuschauer noch erlebt und spätere Generationen nachhaltig geprägt haben. Der Film von Claus Hanischdörfer ist ein Blick in die Mottenkiste der Emanzipation, der manchmal erschreckend, aber auch oft sehr komisch ist.

Sendung:

"Wie der Südwesten gleichberechtigt wurde" am Samstag, 6. August 2016 um 20:15 Uhr im SWR Fernsehen

Online first ab 5. August 2016, ab 16 Uhr auf www.SWRMediathek.de. Fotos über www.ARD-Foto.de, Film vorab für akkreditierte Journalisten auf www.presseportal.SWR.de Pressekontakt: Daniela Kress, Tel. 07221 929 23800, Daniela.Kress@SWR.de

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