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Kai Diezemann reist hinter Gitter
SWR-Reporter und sein Team fragen, was Strafvollzug eigentlich bringt
20. Juli, 21 Uhr im SWR Fernsehen

Kai Diezemann reist hinter Gitter / SWR-Reporter und sein Team fragen, was Strafvollzug eigentlich bringt / 20. Juli, 21 Uhr im SWR Fernsehen
SWR Fernsehen WAS BRINGT KNAST?, "Diezemanns Reisen hinter Gitter", am Mittwoch (20.07.16) um 21:00 Uhr. Ein straff organisierter Trainings- und Tagesplan. So sollen kriminelle Jugendliche wieder auf die richtige Bahn gebracht werden. © SWR, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit ...

Mainz (ots) - Was Haftstrafen bringen, will SWR-Reporter Kai Diezemann auf einer bundesweiten Recherche-Reise herausfinden und befragt dazu Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten. "Was bringt Knast? Diezemanns Reisen hinter Gitter" liefert am 20. Juli um 21 Uhr im SWR Fernsehen das Ergebnis.

Rund 62.000 Menschen sitzen in deutschen Justizvollzugsanstalten eine Freiheitsstrafe ab. Die Haft ist die "Sühne", der Schuldausgleich für eine begangene Straftat. Daneben sollen die Täter resozialisiert und auf ein geordnetes Leben nach der Entlassung vorbereitet werden. Doch fast jeder zweite Haftentlassene wird in den folgenden Jahren wieder straffällig. Kein Wunder, sagen Knast-Kritiker. Denn in unseren Gefängnissen werde niemand zu einem besseren Menschen.

Kai Diezemann trifft Richter, Therapeuten und Knastinsassen wie Hubertus Becker. Der ehemalige Häftling hat im Gefängnis ein Buch geschrieben. Sein Standpunkt: Wegsperren allein nütze der Gesellschaft nichts. Ohne Betreuung, ohne Therapien sei der Rückfall nach der Entlassung schon vorgezeichnet. Der Berliner Richter Andreas Müller sieht das ganz anders. Zuviel "Sozialromantik" untergrabe den Abschreckungseffekt von Strafe und Gefängnis, sagt er. Er hat täglich mit kriminellen Jugendlichen zu tun. Und fordert schnellere, härtere Strafen.

Die Frage nach dem Sinn von Haftstrafen führt Diezemann auch in die sozialtherapeutische Justizvollzugsanstalt in Ludwigshafen. Hier gibt es intensive Einzel- und Gruppentherapien und Anti-Gewalt-Trainings. Einer der Häftlinge hier ist Toni, der wegen Gewaltdelikten einsitzt. Er sagt: Diese Art des Strafvollzugs habe ihn verändert. Und sieht eine Chance auf ein normales Leben nach der Entlassung.

Der SWR-Reporter trifft aber auch die Opfer von Straftätern wie Susanne Preusker. Sie wurde Opfer eines Verbrechens: Die Psychologin arbeitete in einer sozialtherapeutischen Anstalt und wurde dort von einem Häftling als Geisel genommen. Sie werde nie mehr der unbeschwerte Mensch sein, der sie einmal war, sagt sie. Und: Manche Straftäter seien nicht zu ändern, egal wie viele Stunden Therapie sie bekämen. Und vor diesen Menschen müsste die Gesellschaft geschützt werden.

Ein Film von Kai Diezemann, Christiane Blume und Torben Schmidt

Seit zwei Jahren erforscht SWR-Reporter Kai Diezemann gesellschaftliche Phänomene, stellt Fragen und probiert aus, was diejenigen erleben, deren Sicht der Dinge er verstehen möchte. Für die Reportagereihe "Diezemanns Reisen" lag er bereits auf Yogamatten, fragte, ob man Fleisch wirklich ohne Reue essen kann, oder tauchte ein in die wundersame Welt der Angler.

Am Mittwoch, 27. Juli, um 21 Uhr bringt das SWR Fernsehen eine weitere von Diezemanns Reisen. Der Reporter begibt sich dann in die Welt des Islam und geht der Frage nach: "Deutschland und der Koran: Wie passt das zusammen?".

Film vorab für akkreditierte Journalisten auf presseportal.SWR.de.

Fotos über ARD-Foto.de.

Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel. 06131 929 32755, sibylle.schreckenberger@SWR.de

 
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