SWR - Südwestrundfunk

REPORT Mainz, Montag, 18.03.2002, 21.00 Uhr im ERSTEN

    Baden-Baden (ots) - REPORT MAINZ: Porno-Pläne von Premiere stoßen
auf Widerstand in der CSU Fraktionsvorsitzender Alois Glück:
"katastrophale Entwicklung" / Kritik an Leo Kirch
    
    Die Pläne von Premiere Chef Georg Kofler, Pornografie in dem
angeschlagenen Pay-TV Sender Premiere zu senden, stoßen auf
Widerstand in der Union. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin REPORT
Mainz nannte der CSU-Fraktionsvorsitzende Alois Glück das Vorhaben
eine "katastrophale Entwicklung". In dem Interview, das am Montag,
den 18.März um 21.00 Uhr gesendet wird, kritisierte Glück auch Leo
Kirch: "Für mich ist das eine indiskutable Entwicklung, wenn ein wohl
grundsätzlich falsch konzipiertes Projekt wie Pay-TV damit gerettet
werden soll. Das ist unter dem, was wir von einem Veranstalter
erwarten können, der sich einem konservativen Spektrum zurechnet."
Die Pornoabsichten von Premiere stellen für den CSU-Fraktionschef das
Pay-TV insgesamt in Frage. Glück wörtlich: "Wenn es keine
tragfähigere Basis für Pay-TV als Erotikprogramme oder gar
Pornografie gibt, dann glaube ich insgesamt nicht, dass das eine
lebensfähige Struktur ist."
    
    Premiere-Chef Georg Kofler hatte angekündigt, er wolle rund um die
Uhr "einfache Pornografie" senden. Der Jugendschutz sei durch eine
Vorsperre, die nur mit einer Pinnummer zu überwinden ist,
gewährleistet. Pornografie im Fernsehen ist in Deutschland
grundsätzlich verboten. Georg Kofler fühlt sich aber durch ein Urteil
des Bundesverwaltungsgerichts bestätigt. Demnach ist für das
Pornoverbot entscheidend, wie schwer Jugendlichen der Zugang gemacht
wird.
    
    Die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Böhmer vertritt dagegen die
Auffassung, das Pornoverbot gelte auch für Premiere. Gegenüber Report
Mainz sagte sie: "Ich halte es in keiner Weise für vertretbar, dass
der Jugendmedienschutz in Deutschland gelockert wird, denn es geht
darum Kinder und Jugendliche zu schützen. Die Veranstalter können da
nicht aus der Verantwortung genommen werden."
    
    Der frühere RTL-Chef Helmut Thoma äußerte sich skeptisch, dass
Premiere durch Pornografie gerettet werden kann. Gegenüber Report
Mainz sagte Thoma: "Solange keinen neuen Organe entdeckt werden, ist
der Handlungsablauf vorgegeben und es wird langweilig. Das kann noch
ein paar Leutchen bringen, aber den Durchbruch auf keinen Fall."
    
    
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