SWR - Südwestrundfunk

Die Todesstrafe teilt die Welt
SWR Schwerpunkt am Karfreitag: "Thema Todesstrafe" in Hörfunk, Fernsehen und Internet

Baden-Baden (ots) - An Karfreitag gedenken Christen auf der ganzen Welt dem Tag der Kreuzigung des Jesus von Nazareth. Wohl kaum eine Hinrichtung ist bekannter, wohl kaum ein Opfer der Todesstrafe prominenter. Der Tod am Kreuz war ein Akt staatlicher Vergeltung. Im Römischen Reich galt diese Strafe als schlimmste und schändlichste aller Hinrichtungsarten. Der Südwestrundfunk nimmt den diesjährigen Karfreitag (29. März) zum Anlass, um in Hörfunk, Fernsehen und Internet das Thema Todesstrafe in der heutigen Welt zu reflektieren. Daran beteiligen sich der Bayerische Rundfunk, das Schweizer Fernsehen und das Schweizer Radio DRS. Im Jahr 2000 war Europa zum ersten Mal ein Kontinent ohne Todesstrafe. Während weltweit in rund 110 Ländern die Todesstrafe gesetzlich abgeschafft ist oder zumind est nicht mehr vollstreckt wird, wird sie in fast 90 Ländern der Erde weiterhin verhängt. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden im Jahr 2000 in 28 Ländern der Erde fast 1500 Menschen hingerichtet. Dabei stand China mit mindestens 1000 vollstreckten Todesurteilen an der Spitze. In den USA wurde die Todesstrafe im Jahr 1977 wieder eingeführt. Bis Ende des Jahres 2000 sind dort rund 700 Menschen hingerichtet worden. Angesichts des "Krieges gegen den internationalen Terrorismus" verschärft sich das Problem der Todesstrafe in den USA. Wie weit darf der Staat gehen, wenn die Menschenwürde prinzipiell als unantastbar gilt? Welche Möglichkeiten hat die Politik, auf Länder einzuwirken, in denen die Todesstrafe noch immer vollstreckt wird? Unter dem Titel "Töten als Strafe - Zur ungebrochenen Konjunktur einer vormodernen Sanktion" informiert SWR2 "Aula" ab 8.30 Uhr über die juristische, strafrechtliche Dimension. Die SWR2 Sendung "Glaubensfragen" beleuchtet um 12.05 Uhr Hintergründe zwischen der christlich-abendländischen Kultur und der Kultur des Islams. Die Leitfrage "Im freien Fall zurück ins Mittelalter?" zielt ab auf die Selbstgewissheit des christlichen Abendlandes. In SWR2 "RadioArt: Hörspiel" setzt sich "Die Hinrichtung des Timothy Mc Veigh" ab 16.05 Uhr mit der Geschichte um die Exekution des Oklahoma-Attentäters auseinander. Der Vollzug dieser Todesstrafe am 12. Juni 2001 wurde in den USA zu einer Inszenierung vordergründiger Solidarität und nationaler Einheit. Die SWR Hörspielredaktion realisierte diese Produktion anlässlich des wellenübergreifenden Schwerpunkttags. Musik aus dem Film "Dead Man Walking" ist in SWR2 "vor Mitternacht" ab 23.00 Uhr zu hören. An einigen ausgewählten Beispielen wird darüber hinaus gezeigt, wie die populären Musikformen Blues, Folklore, Country und Protestsong das Thema Todesstrafe aufgreifen und mit welcher Sprache sie ihren Widerstand formulieren. SWR3 berichtet im laufenden Programm schwerpunktmäßig über Meinungen, Hintergründe und politische Aspekte zum Thema Todesstrafe. Das Jugendangebot DASDING bringt multimedial in Radio, Internet und Fernsehen Reportagen und Interviews über den Tod als Strafe. Auch das Südwestfernsehen befasst sich am Karfreitag mit dem Thema Todesstrafe. Um 20.15 Uhr zeigt der SWR den Spielfilm "Lasst mich leben". Ein Klassiker von 1958 mit Susan Hayward, die für ihre Rolle mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. "Mord nach Gesetz" ist der Titel einer Gesprächsrunde, die ab 22.15 Uhr ausgestrahlt wird. Die Schauspielerin Renan Demirkan, Christa Nickels, MdB Bündnis 90 / Grüne und Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Professor Martin Schubarth, Präsident des Schweizerischen Bundesgerichts, sowie US-Journalist Don Jordan diskutieren eine Stunde lang über die Todesstrafe. "Zum Tode verurteilt" heißt eine Dokumentation vom SWR, BR und Schweizer Fernsehen, die um 23.15 Uhr gezeigt wird. Gunther Franke verfolgt darin das Bemühen christlicher Gruppierungen, Exekutionen im US-Bundesstaat Texas zu verhindern. "Vom Leben nach der Todeszelle" erzählt der gleichnamige Film ab 0.00 Uhr. Kerry Max Cook wurde 1978 des brutalen Mordes angeklagt und zum Tode verurteilt. 22 Jahre saß er im Gefängnis, 13 davon in der Todeszelle - ohne schuldig zu sein. Erst 1999 wurde Kerry Max Cook entlassen. Begleitende und weiterführende Informationen zum Thema Todesstrafe bietet die SWR Online-Redaktion im Internet unter www.swr.de. ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ralf Schmitt, SWR-Programmpresse, 76522 Baden-Baden, Tel.: 07221/929-3216, e-mail: ralf.schmitt@swr.de Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter http://www.swr.de/presse/news/index.html Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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