SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Marcus Vetter und Dominik Wessely für Südwest-Reihe ausgezeichnet

    Marl/Baden-Baden (ots) -      

    "Broadway Bruchsal" erhält Grimme-Sonderpreis
    Erste Doku-Serie des SWR als lebendiges Filmformat gewürdigt
    
    Die Doku-Serie "Broadway Bruchsal" des Südwestrundfunks (SWR)
erhält den Grimme-Sonderpreis des nordrhein-westfälischen
Kulturministeriums. Der Preis ist nicht dotiert und wird am Freitag,
22. März 2002, auf der Verleihung des Adolf-Grimme-Preises in Marl
überreicht. "Broadway Bruchsal" handelt von Schauspielerträumen in
der Provinz. Die renommierten Autoren Marcus Vetter und Dominik
Wessely schildern in fünf halbstündigen Teilen den Alltag vor und
hinter den Kulissen der Badischen Landesbühne Bruchsal. Für den
Baden-Badener Filmemacher Marcus Vetter ist dies die dritte
Grimme-Auszeichnung. Das Südwestfernsehen strahlte "Broadway
Bruchsal" im vergangenen Sommer aus. In der Jurybegründung heißt es:
"Im unterhaltsamen Format einer Doku-Soap wird mit leichter Hand
dargestellt, was der Schauspiel-Alltag abseits des Glanzes der großen
Bühnen bedeutet. Theater wird so höchst lebendig." Der SWR probierte
mit "Broadway Bruchsal" erstmals das Format der Doku-Serie aus. Ein
Experiment, das unter der Verantwortung von Redakteurin Martina
Zöllner (SWR/Kulturdokumentationen) gelungen ist. "In dieser
exzellenten Form ist das zeitweilig überstrapazierte Format Doku-Soap
zukunfts- und ausbaufähig", so die Jury.
    
    Im Mittelpunkt von "Broadway Bruchsal" stehen der Erfolg, private
Träume und herbe Niederlagen der einzelnen Schauspieler, aber auch
aller anderen Beschäftigten am Theater. Gezeigt wird zum Beispiel die
28-jährige Antje Schmiele, die auf ein Engagement an einem großen
Theater hofft. Sie schreibt zahllose Bewerbungen, da sie langsam
Panik bekommt, für immer in einer Kreisstadt zu versauern. Ihre
gleichaltrige Kollegin Yvonne Zipperle, früher Stewardess, ist neu im
Ensemble des Kinder- und Jugendtheaters von Bruchsal. Sie fühlt sich
in der Gruppe benachteiligt und vor allem von Antje gemobbt. Norbert
Kritzer und Stefan Klink putzen die Klinken der Kulturämter des
Bruchsaler Hinterlandes. Als Team wollen sie das neue Programm, eine
Schlager-Revue, verkaufen...
    
    Die Grimme-Preis-Jury: "Hintergründig und auch ironisch werden
zentrale Motive - wie die mühselige Vermarktung der Aufführungen -
gemischt mit Schilderungen über den Frust, den Ärger und die
Isolierung, die vor allem junge Schauspieler im Traumberuf erleben.
Nie demonstrativ, sondern eher beiläufig erfahren wir, dass die
Bretter, die für viele die Welt bedeuten, aus Disziplin, Ausdauer und
knappsten Finanzen gezimmert sind. ... Das alles ist Realismus (auch
mit Augenzwinkern), bei dem die Schauspieler natürlich vor der Kamera
nicht ganz das Schauspielern vergessen ... Immer im Hintergrund und
manchmal bis zur Schmerzgrenze von der lebendig-genauen Kamera
eingefangen: die Mühsal, einem kühlen Publikum überhaupt etwas von
der Lust am Theater mitzuteilen. Egal, ob mit Schiller-Klassik, einem
peppigen Jugendstück oder einer unterhaltsamen Schlagerparade. ...
Bildungs- und Kultureinrichtungen werden in ‚Broadway Bruchsal' noch
einen speziellen Mehrwert sehen: eine so unterschwellige wie
lebensnahe Berufsberatung über einen kulturellen Sektor, bei dem
Attraktion und Desillusion so nahe beieinander liegen."
    
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