SWR - Südwestrundfunk

"Nachtcafé: Entscheidungen fürs Leben" Mit Moderator Michael Steinbrecher
Freitag, 1. April 2016, 22 Uhr, "Nachtcafé", SWR Fernsehen
U. a. mit Kabarettist Florian Schroeder

SWR Fernsehen NACHTCAFÉ, "Die SWR Talkshow - Gäste bei Michael Steinbrecher", am Freitag (01.04.16) um 22:01 Uhr. Michael Steinbrecher © SWR/Alexander Kluge, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter SWR-Sendung bei Nennung "Bild: SWR/Alexander Kluge" (S2). ...

Baden-Baden (ots) - Egal ob es um Berufliches, Privates oder die Lebensumstände geht - Entscheidungen verändern unser Leben. Wer sich von einem langjährigen Partner trennt oder gar die Familie verlässt, muss ebenso mit den vielfältigen Konsequenzen leben, wie der Topmanager, der von heute auf morgen alles hinwirft und auf die Karriere verzichtet. Manchmal braucht es die Kraft sich aus schwierigen Lebenssituationen zu befreien oder zu sich selbst zu stehen, etwa bei einer Geschlechtsumwandlung. Und ein ständiger Begleiter der Entscheidungen ist auch das Risiko: Längst nicht jede Entscheidung stellt sich später als richtig heraus, manch eine bereuen wir gar ein Leben lang. Michael Steinbrecher begegnet Menschen, die aus unterschiedlichen Situationen heraus lebensverändernde Entscheidungen getroffen haben. "Entscheidungen fürs Leben" lautet das Thema im "Nachtcafé" am 1. April um 22 Uhr im SWR Fernsehen. Zu Gast ist u. a. der Kabarettist Florian Schroeder, der findet: Besser eine schlechte Entscheidung als gar keine.

Bauchgefühl oder rationale Überlegung - was ist richtig? Welche Entscheidung ist die richtige für mich? Gebe ich meinem Bauchgefühl oder der kühlen, rationalen Überlegung den Vorzug? Wie gehe ich mit den Konsequenzen meiner Entscheidung um? - Diese zeitlosen Fragen beschäftigen viele Menschen immer wieder.

Die Gäste im "Nachtcafé":

Florian Schroeder: Besser eine schlechte Entscheidung als gar keine "Entscheidet Euch!", fordert Kabarettist Florian Schroeder. Er ist überzeugt: "Selbst eine schlechte Entscheidung ist besser, als gar keine". Schroeder beobachtet, dass uns Entscheidungen heutzutage schwerer fallen, und vor allem immer rückholbar bleiben müssen. Er selbst entschied sich vor rund einem Jahrzehnt für ein Leben auf der Bühne - mit Erfolg.

Claudia Antonia Merkle verließ Mann und Kind für den Neuanfang Von außen betrachtet führte Claudia Antonia Merkle ein perfektes Leben: Eine langjährige Beziehung, eine Tochter, ein Haus am Comer See. Wirklich glücklich war sie damit aber nicht. Also ließ sie Mann und Kind hinter sich und wagte alleine einen Neuanfang in London: "Anfangs dachte ich, ich sei eine Rabenmutter. Aber irgendwann habe ich gemerkt, ich muss schon auch irgendwie glücklich sein."

Hannah Lietz, als Mann geboren, lebt als Frau Hannah Lietz wurde als Mann geboren, fühlte sich aber mehr und mehr als Frau. Lange zögerte sie ihre Weiblichkeit auch offen auszuleben, schließlich entschied sie sich aber für eine Geschlechtsangleichung: Aus dem Familienvater Klaus wurde Hannah. Ihre Entscheidung empfindet sie heute als Befreiung: "Die Leute waren gar nicht geschockt, nur unglaublich interessiert. Es war alles sehr warmherzig und positiv."

Viktor Staudt wollte sich mit 30 das Leben nehmen Viktor Staudt ist seit seiner Kindheit depressiv. Im Alter von 30 Jahren wollte er sich das Leben nehmen, sprang vor einen Zug. Das war aus heutiger Sicht die schlechteste Entscheidung seines Lebens. Die Depressionen werden ihn weiterhin begleiten, heute blickt er aber anders auf das Leben: "Man möchte sich ja eigentlich nicht das Leben nehmen, sondern nur den Problemen ein Ende setzen."

Deborah Feldman floh aus einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft Was es bedeutet, wenn eine Entscheidung ein ganzes Leben verändert - das hat auch Deborah Feldman erfahren. In ihrer Heimatstadt New York lebte sie in einer ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft nach sektenartigen Regeln. Sie wurde mit einem fremden Mann verheiratet, erst als sie Mutter wurde, fand sie die Kraft für eine Befreiung: "Manchmal ist es leichter für jemanden anderen zur Heldin zu werden als für sich selbst"

Christian Kurmann bekämpfte den Krebs ohne Hilfe der Schulmedizin Christian Kurmann traf eine Lebensentscheidung, die viele Menschen als unvernünftig bezeichnen würden: Als bei ihm ein Hirntumor diagnostiziert wurde, entschied er sich bewusst gegen die klassische Schulmedizin. Stattdessen ging er in ein Bergkloster in Bhutan. Es geschah, was bis heute kein Arzt erklären kann: Der Krebs verschwand. Diese Entscheidung ermutigte ihn, sein Leben neu auszurichten: "Ich habe eine Freiheit erlangt, die ich früher nie hatte."

Psychologin Ursula Nuber findet Egoismus wichtig Ursula Nuber ist Psychologin und Chefredakteurin des Magazins "Psychologie Heute". Für sie steht fest, dass man bei Entscheidungen egoistisch sein darf und Eigensinn wichtig ist. Außerdem ermutigt sie dazu, sich auf die Konsequenzen einer Entscheidung einzulassen: "Die eine richtige Entscheidung gibt es nicht. Wir selbst müssen unsere Entscheidungen zu den richtigen machen."

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