SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Freitag, 1. März 2002 (Woche 9) bis Sonntag, 10. März 2002 (Woche 11)

    Baden-Baden (ots) -

    Freitag, 1. März 2002  (Woche 9)
    
    23.15    Nachtkultur
                 Moderation: Heike Greis
    
    Die Themen:
    
    Die schönste Frau der Welt - Liz Taylor wird 70
    1942 hat alles angefangen. Damals war Elizabeth Taylor 10 Jahre
alt und feierte in "Lassie come Home" ihre ersten Erfolge als
Kinderstar. Den Durchbruch zur berühmten Schauspielerin schaffte sie
1956 mit dem Film "Giganten" an der Seite von James Dean. Ihre Rollen
und Filmpartner konnte sie sich von nun an aussuchen. Es folgten
Kinoklassiker wie "Die Katze auf dem heißen Blechdach" (1958),
"Cleopatra" (1963) oder "Wer hat Angst vor Virginia Woolf" (1966).
Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere galt Liz Taylor mit ihren
fliederfarbenen Augen als schönste Frau der Welt und erhielt für ihre
schauspielerischen Leistungen drei Oscars. Seit Ende der 60er Jahre
hatte Liz Taylor zwar keine großen Filmerfolge mehr, sorgte aber mit
ihrem exzessiven Lebensstil ständig für Schlagzeilen in der
Boulevardpresse. Am 27. Februar feiert die gebürtige Londonerin ihren
70. Geburtstag. Ursula Böhm gratuliert.
    
    Ein Badener in Los Angeles - der Schriftsteller Patrick Roth
    Seit rund 25 Jahren lebt der 1953 in Freiburg geborene Autor
Patrick Roth in Hollywood, und nicht selten vermengen sich
Deutschland und Amerika in seinen Romanen: So tauchen in seinen
Geschichten immer wieder Schauplätze der alten Heimat auf, und
manchmal wechseln sich englische und deutsche Textpassagen in seinen
Erzählungen ab. Roth ist in der Filmindustrie ebenso zuhause wie in
der Literatur. Vielleicht hat er deshalb das Gespür für die Übergänge
zwischen Realität und Fiktion, zwischen dem Wirklichen und dem
Erfundenen, das seine Werke so typisch macht. Roths Stil ist von
atemberaubender Originalität und nimmt sich insbesondere solcher
Themen an, die andere Gegenwartsautoren nicht interessieren, zum
Beispiel in seinen "Bibelkrimis", in denen er in pathetisch
altertümlicher Sprache die Handlung in die Zeit um 40 n. Chr.
versetzt. Jetzt hat Roth seine Gastdozentur an der Uni Frankfurt, am
Lehrstuhl für Poetik beendet. Nikolai Vialkowitsch nutzte die
Gelegenheit, um den Autor zu treffen.
    
    Cool, praktisch und mit Message - die Kulturgeschichte des
T-Shirts

    Kurz oder lang, bunt oder uni, chic oder lässig - T-Shirts gibt es in unzähligen Ausführungen und passend zu jedem Anlass. Marlon Brando und James Dean machten es Anfang der 50er Jahre gesellschaftsfähig, als sie ihre muskulösen Oberkörper in weißer Baumwolle präsentierten. Damals stand das schlichte weiße Baumwollhemd für Rebellion und Männlichkeit. Eine Modewelle nahm ihren Anfang und ist bis heute nicht verebbt. Ab den 60er Jahren wurde das bequeme Kleidungsstück auch bei den Frauen immer gefragter.

    Heute liegt das T-Shirt in jedem Kleiderschrank: Die Underwear des Arbeiters hat sich zum modischen Top-Produkt gewandelt. Manfred Heinfeldner über die Erfolgsstory eines Kleidungsstücks.          Im Kino - Wim Wenders und die Rockgruppe BAP

    Ursprünglich wollten Wim Wenders und Wolfgang Niedecken ein
Musikvideo produzieren, letztendlich wurde es ein 96-minütiger
Dokumentarfilm, der kürzlich auf der Berlinale Premiere hatte und
jetzt bundesweit in die Kinos kommt. "Viel Passiert - der BAP-Film"
entführt den Zuschauer auf eine Zeitreise zu den wichtigsten
Stationen der berühmten Kölner Rockgruppe. In einer Collage aus
aktuellen Konzertaufnahmen und seltenen Archivbildern, ergänzt mit
Wolfgang Niedeckens Texten und Kommentaren, ist das Porträt einer
Band entstanden, die auch nach zwei Jahrzehnten immer noch ein
Millionenpublikum zu begeistern weiß. Nach dem Oscar-nominierten,
international erfolgreichen Film "Buena Vista Social Club" begibt
sich Wim Wenders mit dem Rockumentary über die Kölner Rockband erneut
in die Musikwelt, und konnte mit Joachim Krol als Filmvorführer und
Marie Bäumer als Platzanweiserin zwei prominente Schauspieler für das
Projekt gewinnen. "Nachtkultur" hat sich den Film angesehen.
    
    
    Samstag, 2. März 2002  (Woche 10)
    
    22.20    Frank Elstner: Menschen der Woche
    
    Die Gäste:
    
    Paul Spiegel: Der Präsident des Zentralrats der Juden in
Deutschland sprach von einem Wunder, als vor drei Wochen in
Kaiserslautern das erste Fußballländerspiel einer israelischen
Nationalmannschaft auf deutschen Boden stattfand. Seit Januar 2000 in
diesem Amt, hofft er, dass auch durch solche Begegnungen das
historisch belastete Verhältnis der Deutschen mit Israel sich
weiterhin verbessert.
    
    Maria und Margot Hellwig: Die "Golden Girls der Volksmusik" jodeln
und singen seit über 35 Jahren zusammen und sind damit das
erfolgreichste und beständigste volkstümliche Gesangsduo in
Deutschland. Letzte Woche feierte Maria Hellwig ihren 82. Geburtstag
und erfreut sich immer noch guter Gesundheit.
    
    Almaz Böhm: Seit ihrer Heirat mit Karlheinz Böhm, dem Gründer der
Stiftung "Menschen für Menschen e.V." ist die gebürtige Äthiopierin
an der Seite ihres Mannes immer mehr in die Arbeit der Stiftung
hinein gewachsen. In fünf Projektgebieten arbeiten circa 600
äthiopische Mitarbeiter um für über 1,7 Millionen Menschen vor Ort
Entwicklung zur Selbsthilfe anzubieten. Daher wurde Almaz vom
Vorstand der Stiftung bereits als Nachfolgerin von Karlheinz Böhm
gewählt, den sie jetzt bereits schon offiziell vertritt.

    
    Sonntag, 3. März 2002  (Woche 10)
    
    15.30    Sport extra
                 Tischtennis: Deutsche Meisterschaften in Koblenz
                 aus der Sporthalle Oberwerth in Koblenz
                 Moderation: Christian Döring
                 Kommentar: Roman Bonnaire
    
    Die Deutschen Meisterschaften im Tischtennis feiern Jubiläum. Ein
kleines nur, aber immerhin: 70 mal nationale Titelkämpfe, das ist
schon was. Die sieben Jahrzehnte merkt man dem Sportereignis nicht
an. So verspricht das Ereignis auch diesmal drei schwungvolle
Wettkampftage, die in Koblenz vom 1. bis 3. März stattfinden. Der
Südwestrundfunk feiert mit und zeigt in dieser Sendung aus der
Sporthalle Oberwerth die Höhepunkte der DM. Im Mittelpunkt stehen die
Finals bei Damen und Herren. 128 Aktive sind allein im Einzel am
Start, darunter fast alle Asse. Topfavorit bei den Herren ist Timo
Boll (TTV Gönnern). Der 20-Jährige macht international immer mehr auf
sich aufmerksam, ist inzwischen die nationale Nummer eins vor seinem
Teamkollegen Jörg Rosskopf und will seinen dritten Titel holen. Bei
den Damen werden viele Augen auf Nicole Struse (FSV Kroppach)
gerichtet sein. Die Lokalmatadorin geht als Mitfavoritin an die
Platte.
    
    
    Montag, 4. März 2002  (Woche 10)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    21.00    Teleglobus
              
                 Das andere Gesicht des Feindes
              
                 Amira Hass - Eine israelische Journalistin im
Westjordanland

                 Ein Film von Wiltrud Kremer
    
    Sie  ist die einzige israelische Journalistin, die einzige
Journalistin weltweit, die den Alltag der Palästinenser lebt, über
den sie schreibt. Sie schreibt  für die linksliberale Tageszeitung
Ha'aretz. Wenn die israelischen Panzer vorrücken ins Zentrum der
autonomen Stadt Ramallah, wenn die Luftwaffe ihre Bomben und Raketen
wirft, dann fühlt auch sie sich bedroht, denn seit vier Jahren lebt
sie in Ramallah, davor fünf Jahre in Gaza. Für Amira Hass ganz
natürlich. "Wie kann ich über die Palästinenser schreiben, ohne ihre
Lebensumstände zu teilen. Um zu verstehen muss ich mittendrin sein,"
sagt sie. Spätestens dann ist klar, warum sie in von Israel besetztem
Gebiet lebt, warum sie es auf sich nimmt, Grenzgängerin zu sein,
zwischen den verfeindeten Völkern. Der Alltag der Palästinenser unter
der israelischen Besatzungsmacht ist seit Jahren ihr Thema. Ihre
Analyse: Die israelische Politik ist kolonialistisch, rassistisch,
fördert die Apartheid und führt zum Disaster für beide Völker, auf
kurze Sicht für die Palästinenser, auf lange Sicht für die Israelis.
Ebenso unerschrocken schreibt sie über Korruption in der
palästinensischen Autonomiebehörde  unter Arafat, über Folter auch in
palästinensischen Gefängnissen,  über  Schnellgerichte  und  den
Vollzug der Todesstrafe.  Was treibt sie an, was gibt ihr Kraft?
"Wut, Wut über das, was ich tagtäglich sehe  und  erlebe," sagt sie,
"und noch etwas anderes: Die Erinnerungen meiner Eltern, die zu
meinen Erinnerungen geworden sind.  Als ich klein war,  haben mir
meine Eltern,  beide Überlebende des Holocaust, eine Geschichte
erzählt, die mich geprägt hat. ‚Nach zehn Tagen Transport von
Jugoslawien nach Bergen-Belsen,  in den Viehwagen der Bahn,  kamen
wir dort an', hatte mir meine Mutter erzählt,  ‚erschöpft, einige
unfähig zu gehen. Wir wurden aussortiert, ins  Lager gebracht.  Um
uns herum standen deutsche Frauen und schauten teilnahmslos  zu.'
Dieser teilnahmslose zuschauende Blick", sagt Amira, "hat sich  bei
mir eingebrannt,  und mir war klar,  dass ich nie nur Zuschauer sein
wollte."
    
    Eine Reportage über den Alltag  der  Journalistin Amira Hass und
über den Alltag der Menschen,  über die sie schreibt.
    
    
    Dienstag, 5. März 2002  (Woche 10)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    05.30    Teleglobus (WH von MO)
                 Das andere Gesicht des Feindes
                 Amira Hass - Eine israelische Journalistin im
Westjordanland
    
    
    Mittwoch, 6. März 2002  (Woche 10)
    
    Geänderten Programmablauf für BW beachten!
    (Programm RP und SR wie mitgeteilt)
    
    11.00    (VPS 10.59)
    live    Baden-Württemberg extra (BW)
                 Festsitzung des Landtags von Baden-Württemberg
                 aus Anlass der Wahl und der konstituierenden Sitzung der
                 verfassungsgebenden Versammlung vor 50 Jahren
                 (bis 12.30)
    
    weiter wie mitgeteilt
    
    
    Sonntag, 10. März 2002  (Woche 11)
    
    11.00    Die Bestenliste - das Literaturmagazin
                 Die besten Bücher im Monat März
    
    Die Bestenliste, das Literaturmagazin des SWR, stellt die
Neuerscheinungen der traditionsreichen SWR-Bestenliste vor. 35
renommierte deutschsprachige Literaturkritiker und -kritikerinnen
bestimmen Monat für Monat, welchen Büchern sie möglichst viele Leser
und Leserinnen wünschen. Es moderiert Hubert Winkels.
    
    Folgende Bücher werden besprochen:

    Christa Wolf: Leibhaftig; Ulrich Peltzer: Bryant Park; Alex Capus: Fast ein bißchen Frühling;

    Günter Grass: Im Krebsgang; Steffen Kopetzky: Grand Tour; Pedro Rosa Mendes: Tigerbucht          Gäste im Studio:  

    Alex Capus, der in "Fast ein bisschen Frühling" von zwei
Bankräubern erzählt, die vom Seeweg von Wuppertal nach Indien träumen
und in Basel landen.
    
    Ulrich Peltzer - Der Gewinner des "Preises der SWR-Bestenliste
2000" und seine Erzählung "Bryant Park": über kleine und große
Katastrophen in Manhattan, in der eigenen Vergangenheit und -
vielleicht - in der Zukunft.
    
    Martin Ebel und Dirk Knipphals: Die Literaturkritiker sprechen mit
Hubert Winkels über das neue Buch von Günter Grass "Im Krebsgang",
das die Geschichte des Untergangs der "Wilhelm Gustloff" erzählt,
sowie über Christa Wolfs Erzählung "Leibhaftig", eine
Krankengeschichte aus dem letzten Jahr einer kränkelnden DDR:
    
    Beitrag über Steffen Kopetzky und seinen Roman "Grand Tour": die
Erlebnisse eines  Aushilfs-Schlafwagenschaffners in europäischen
Zügen. Außerdem: Lesung mit Barbara Stoll aus "Tigerbucht" von Pedro
Rosa Mendes. Ein düsterer Reisebericht über das Drama afrikanischer
Völker zwischen Krieg, Selbstzerfleischung und Ausbeutung.  
    
    
    Sonntag, 10. März 2002  (Woche 11)
    
    18.15
                 Was die Großmutter noch wusste (274)
        
                 Kochen wie in Einsiedeln
    
    Der Ort Einsiedeln entstand aus einer Einsiedler Klause, die vom
Reichenauer Mönch Meinrad erbaut und bewohnt war. Räuber haben ihn
ermordet. An der Stelle der Einsiedelei wurde im 10. Jahrhundert ein
Benediktiner-Kloster gegründet, das bis heute besteht: Maria
Einsiedeln, einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas. Deftige
Gerichte dienten der Stärkung von Pilgern und Mönchen. Was Kathrin
und Werner besonders gut geschmeckt hat, stellen sie in dieser
Sendung vor.
    

ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich, Tel.:
07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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