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"Nachtcafé": Markenzeichen: Unverkennbar! Gäste: u. a. Heino und Dolly Buster, am 12. Februar, 22 Uhr, im "Nachtcafé" im SWR Fernsehen

Moderator Michael Steinbrecher Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7169 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/SWR - Südwestrundfunk"

Baden-Baden (ots) - Hauptsache extrem und bizarr! Manchen Menschen ist jedes Mittel recht, um sich vom Durchschnitt abzugrenzen, sie wollen Auffallen um jeden Preis. Ob Fahrradschlauch-Lippen, Augapfel-Tattoos, Zungenspaltungen - das Wichtigste für solche Optik-Optimierer ist es, aus der Masse herauszustechen. Ihr individuelles Lebensgefühl soll sofort im Äußeren sichtbar werden. Was ist heutzutage überhaupt noch normal? Warum wird der Drang immer größer, sich bewusst eigen- und andersartig von der Gesellschaft abzugrenzen? Wie kann aus einem vermeintlichen Makel ein Markenzeichen werden? Darüber sprechen u. a. Dolly Buster, Heino und Jens Hilbert am 12. Februar 2016 um 22 Uhr im "Nachtcafé" im SWR Fernsehen.

Die Gäste:

Blond, Brille, Bariton - das sind die Erkennungszeichen und das Erfolgsgeheimnis von Kultsänger Heino. Seit Jahrzehnten lieben ihn die Massen, er besang die schwarzbraune Haselnuss genauso wie den blauen Enzian. Bis er vor zwei Jahren seine Kernkompetenz, das deutsche Volkslied, verließ und sich nochmal ganz neu erfand: Heute rockt er in Nietenlederjacke Heavy-Metal-Festivals, seine Kultbrille aber ist geblieben: "Wenn ich einst begraben werde, dann nur mit meiner geliebten schwarzen Brille."

Blond wie Heino ist Dolly Buster ebenso, aber ihre Markenzeichen unterscheiden sich dennoch gravierend: Die ehemalige Pornoqueen ist bekannt für ihre silikonunterstützte Oberweite und für ihre prägnante Stimme mit tschechischem Akzent. Bereits als Kind wollte das Mädchen aus Prag anders sein als die anderen und auf jeden Fall berühmt werden: "Ich wollte schon sehr früh aus der Masse herausstechen. Für mich ist es eine Horrorvorstellung, normal oder durchschnittlich zu sein."

Bitte bloß nicht auffallen! Das war für Peter Brownbill lange Zeit das Wichtigste. Der 1,20 Meter-Mann schämte sich für seine Kleinwüchsigkeit: "Sehr lange wäre ich in der Masse am liebsten verschwunden." Bis er mit 40 seinen Job bei der Stadtverwaltung kündigte und seinen vermeintlichen Makel zum Markenzeichen machte: Heute ist er Schauspieler und froh darüber, dass er sich durch seine Körpergröße von anderen Darstellern deutlich unterscheidet.

Auch nach Markus Wright dreht sich fast jeder um, doch das hat er sich selbst ausgesucht. Der Österreicher trägt mitten im Gesicht ein großflächiges Totenkopf-Tattoo, unzählige Piercings und Vampirzähne. In seiner kleinen Heimatstadt ist der 26-Jährige bekannt wie ein bunter Hund: "Für so manchen ist mein düsteres Aussehen nicht unbedingt einfach, ich fühle mich aber in meiner tätowierten Haut sehr wohl." Sein Körperkult kennt dabei keine Grenzen: Auf seiner Wunschliste stehen noch tätowierte Augäpfel und eine gespaltene Zunge.

Jens Hilbert ist ebenfalls ein bekennender Paradiesvogel. Seine Kleiderordnung lautet: Hauptsache bunt, schräg und schrill. Doch das war nicht immer so. Früher wurde der Odenwälder als Außenseiter verspottet und lebte deshalb sehr zurückgezogen. Bis er begann, mit seinem Äußeren zu experimentieren. Heute liebt der Selfmade-Millionär und Unternehmer das Blitzlichtgewitter: "Ich polarisiere gerne, das ist auch mein Erfolgsgeheimnis. Nur mit einem gesunden Selbstwertgefühl sind überdurchschnittliche Leistungen und Karrieren möglich."

"Die meisten Menschen wollen dazugehören, aber dennoch unverwechselbar sein", so Sozialpsychologe Dr. Hans-Peter Erb. Der Hamburger Universitätsprofessor und Vorurteilsforscher weiß, wie wichtig für die Weiterentwicklung einer Gesellschaft gerade auch die Menschen sind, die ihre Individualität in besonderem Maße ausleben: "Dieses Bedürfnis hängt sehr stark mit dem Hang zu Kreativität zusammen. Und davon leben Innovationen, die uns voranbringen."

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Karen Schuller (0711 929 13553). Fotos unter ARD-foto.de

Pressekontakt: Svenja Trautmann, Tel. 07221 929 22285, svenja.trautmann@SWR.de

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