SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Programmhinweise von Freitag, 15. Februar 2002 (Woche 7) bis Freitag, 22. Februar 2002 (Woche 8)

    Baden-Baden (ots) -

    Freitag, 15. Februar 2002  (Woche 7)/12.02.2002
    
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    14.30    Es war einmal ... Entdecker und Erfinder
                 Darwin oder Die Entstehung der Arten
                 Folge 15/26
                 (Erstsendung: 14.10.1995, Das Erste)
    
    
    Freitag, 15. Februar 2002 (Woche 7)/12.02.2002
    
    21.45    Nachtcafé
                 Gäste bei Wieland Backes
                 Die Lehrer - Sündenböcke der Nation?
    
    Kaum ein Land hat so dumme Schüler wie Deutschland - das kann
jetzt als amtlich gelten, schließlich ist das ein Resultat der
vielzitierten PISA-Studie. Während ein Aufschrei des Entsetzens durch
Deutschland geht, können Bildungsexperten nur müde lächeln. Für sie
ist dieser Befund keine Überraschung. Seit Jahren warnen sie vor
einem Bildungsnotstand, nicht zuletzt wegen mangelnd ausgebildeter,
überalterter Lehrer, die nicht mehr auf der Höhe der Zeit Tag für Tag
mit aufmüpfigen, uninteressierten und Gameboy-fixierten Schülern
kämpfen. Wie steht es um die deutschen Pauker? Sind sie Schuld an der
Bildungsmisere? Oder werden sie zum Sündenbock gemacht, weil
Politiker und Eltern versagt haben? Wieland Backes lässt sich
belehren unter anderem vom Chef der PISA-Studie Andreas Schleicher,
Wilhelm Wieben und der Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz und
stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU, Annette Schavan, im
nächsten NACHTCAFé am Freitag, den 15. Februar 2002 um 21:45.
    
    Die Gäste:
    
    Das Ergebnis der PISA-Studie bereitete der Kultusministerin von
Baden-Württemberg, Annette Schavan, und stellvertretenden
Bundesvorsitzenden der CDU schlaflose Nächte. Für Schavan geht die
Misere bereits in der Grundschule los: "Wir schulen zu spät ein, wir
erteilen wenig ernsthaften Unterricht und unterfordern systematisch
die Schüler." Die Erziehungswissenschaftlerin fordert mehr
Bewusstsein für Lernen und Leistung: "Die Dominanz der
Spaßgesellschaft muss reduziert werden."
    
    Der Chef der PISA-Studie, Andreas Schleicher, gab es den Deutschen
schwarz auf weiß: Selbst die schlechteren Schüler in den
Spitzenländern sind noch besser als die guten in Deutschland. Der in
Paris lebende Bildungsexperte kann das Gejammer der deutschen Lehrer
über leistungsschwache Schüler und zu große Klassen nicht mehr hören:
"Lehrer müssen einfach professioneller und kreativer werden". Für
Schleicher ist die sogenannte Bildungskatastrophe "kein
Naturereignis, das plötzlich eingetreten ist sondern das Ergebnis
jahrzehntelanger verfehlter Politik aller Parteien."
    
    Den ehemaligen Chefsprecher der Tagesschau, Wilhelm Wieben, hat
das Ergebnis der PISA-Studie in keiner Weise überrascht: "Bildung hat
in Deutschland keinen hohen Stellenwert. Da helfen auch die vielen
Quizshows nichts." Der Schöngeist plädiert dafür, auf die Schüler
mehr Druck und Autorität auszuüben. "Die Lehrer müssen wieder
Respektspersonen sein".
    
    Der Rektor des Niklas Luhmann Gymnasiums in Oerlinghausen,
Friedrich Mahlmann, haute mit seinem Roman "Pestalozzis Erben"
mächtig auf die Pauker. In seinen Beschreibungen über unmotivierte
und faule Lehrer fühlten sich wohl einige Kollegen angesprochen und
hetzten ihm Klagen an den Hals. Mahlmann will die Leistung der Lehrer
besser messen und kontrollieren: "Lehrer müssen kündbar und
überprüfbar sein."
    
    Die Hauptschullehrerin Gertrud Neidiger aus Freising bekam das
Elend im Klassenzimmer am eigenen Leib zu spüren. Diffamierungen,
Drogendeals und Arbeitsverweigerung der Schüler strapazierten ihre
Nerven so stark, dass sie einen Zusammenbruch erlitt. Nach
erfolgreicher Verhaltenstherapie unterrichtet sie wieder und hat sich
mittlerweile eine "dicke Hornhaut zugelegt". Ihr Idealismus der
ersten Berufsjahre ist verflogen : "Das, was bildungspolitisch im
Eimer ist, können wir nicht retten."
    
    Die ehemalige Spitzenschülerin (1,0-Abitur im Alter von 17 Jahren)
hält den Schulunterricht  für eine Zwangsveranstaltung: "Die Lehrer
haben kein Interesse an den Schülern und umgekehrt." Mittlerweile
studiert sie und war am Anfang hoffnungslos überfordert, weil ihr
Selbstständigkeit und selbstbestimmtes Handeln in der Schule nicht
antrainiert worden waren: "Lehrern mangelt es an Innovation und
Flexibilität. Manchmal hat man schon das Gefühl, sie wurden nur
deshalb Lehrer, weil sie sonst nicht wussten, was sie machen
sollten."
    
    Die Schulleiterin Anja-Liisa Alanko aus dem Land des
PISA-Spitzenreiters Finnland kann von paradiesischen Zuständen
berichten. Das Ansehen der Lehrer ist hervorragend, die Eltern haben
viel Vertrauen in die Schule, Lehrpläne werden in allen Schulen
selbstständig gestaltet. Anja-Liisa Alanko sieht einen entscheidenden
Vorteil gegenüber den deutschen Schulen: "Bei uns kommt im Studium
die Pädagogik nicht zu kurz."
    
    Lutz Robrecht ist Lehrer aus Leidenschaft. So sehr, dass der
Studiendirektor aus Berlin wöchentlich eine Stunde vor dem Roten
Rathaus demonstriert. Robrecht wehrt sich dagegen, dass immer weniger
Lehrer mehr arbeiten müssen. Und das bei einem immer schwierigeren
Umfeld: "Sechs Stunden am Tag 25 Kindern etwas beibringen, die alle
aus unterschiedlichen Ländern kommen, mit unterschiedlichen
Religionen und dann mit Eltern, die ohnehin alles besser wissen. Das
zehrt an den Kräften."
    
    Sonntag, 17. Februar 2002 (Woche 8)/12.02.2002
    
    22.35
                 Wortwechsel
        
                 Gabriele von Arnim im Gespräch mit Joy Fleming (Sängerin)
    
    Der Countdown für die Vorauswahl zum Grand Prix d'Eurovision 2002
läuft. Mit dabei ist Deutschlands große Stimme, die "Queen des
deutschsprachigen Souls"  Joy Fleming. Die einzige deutschsprachige
Sängerin, die beim legendären amerikanischen Soul-Label Stax einen
Vertrag erhielt, wäre bei einem Sieg die älteste Teilnehmerin aller
Zeiten beim internationalen Wettbewerb. "Gospel verbindet
unterschiedliche Menschen wie keine andere Musikrichtung und steht
für Hoffnung, Freude und Miteinander" so sagt "Mamma Joy". Joy
Fleming wurde am 15.11.1944 in Rockenhausen als Erna Strube geboren.
Der Blues "infiziert" sie bereits als Elfjährige im Elternhaus. Schon
als Teenagerin tingelt sie mit ihrer Begleitgruppe in den zahlreichen
US-Army-Clubs und macht sich einen Namen. Ihre 50-jährige Karriere
ist geprägt durch unzählige Tourneen, Alben, Fernsehauftritten und
ungewöhnlichen musikalischen Begegnungen. Heute komponiert und
arrangiert sie ihre Lieder im eigenen Musikstudio. Joy Fleming lebt
mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Mutter in Hilsbach.
    
    
    Freitag, 22. Februar 2002  (Woche 8)/12.02.2002
    
    Geänderten Beitrag beachten!
    (keine geänderte VPS-Zeit)
    
    14.30    Es war einmal ... Entdecker und Erfinder
                 Mendel oder die Regeln der Vererbung
                 Folge 16/26
                 (Erstsendung: 21.10.1995, Das Erste)
    
    
    
ots Originaltext: SWR
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