SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR)
Sonntag, 10. Februar 2002 (Woche 7) - Samstag, 2. März 2002 (Woche 10)

    Baden-Baden (ots) -
    Sonntag, 10. Februar 2002  (Woche 7)
    00.05  Wortwechsel
                Gerhard Meier-Röhn im Gespräch mit Margit Sponheimer
    
    Das Licht der Welt erblickte sie ein paar Stunden zu früh: am
Fastnachtssonntag 1943 und nicht am Rosenmontag, wie sie Jahrzehnte
später in ihrem größten Hit singen sollte. Margit Sponheimer ist
eines der bekanntesten Gesichter des Karnevals überhaupt, auch wenn
sie vor einigen Jahren ihren Abschied von der Fernsehfastnacht
verkündet hat. Als erste Frau überhaupt wurde sie in den 60er Jahren
in der Männerdomäne des rheinischen Frohsinns zum Star, gefördert von
Ernst Neger, dem Gottvater der Meenzer Fassenacht. Ihre eigenen
Auftritte änderten sich mit den Jahren. Die Texte wurden kritischer,
und bei Gastspielen außerhalb der närrischen Jahreszeit nahm sie auch
Chansons in ihre Programme auf. Nach vielen Kampagnen ist aus dem
"goldisch Magittsche" eine, wie sie selbst sagt, "kritische
Fastnachterin" geworden, die sich darum sorgt, dass Fastnacht "nicht
zur Klamotte erroht".
    
    Montag, 18. Februar 2002  (Woche 8)
    22.15 Saldo
    Das Wirtschaftsmagazin
    Moderation: Tilman Achtnich
    
    Klein, aber oho - Winzige Produkte mit riesigen Marktchancen:
    Die Nanotechnologie arbeitet mit Teilchen, die 80.000 mal kleiner
sind als der Durchmesser eines Haares. Deswegen gilt sie als eine der
Schlüsseltechnologien der Zukunft - mit einem ähnlich großen
Potenzial wie die Biotechnologie. Bereits in diesem Jahr könnte ein
Markt mit einem Volumen von rund 50 Milliarden Euro erschlossen
werden. "Saldo" berichtet, wie Firmen aus dem Saarland mit
Nanotechnologie Bierflaschen so beschichten, dass kein Tropfen
verloren geht, wie sie Bioathleten unterstützen und wasserdichte
Verpackungen entwickeln.
    
    Dienstag, 26. Februar 2002  (Woche 9)
    
    22.15 Zeichen der Zeit
    Mein Haus verbraucht zu viel Sprit
    Ein Film von Erich Schütz
    
    Energie verbrauchen und dennoch Geld sparen ist möglich: durch
modernste Technik, gute Isolierung und bewusstes Verhalten. Wer aber
glaubt, die Liberalisierung des Energiemarktes hilft sparen, wird
enttäuscht. Strom wird zwar in Mengen verkauft, aber nicht von den
Marktneulingen. Der Verbraucher kauft mehr Strom denn je auch zu
erhöhten Preisen, wechselt aber eher nicht den Anbieter. Die
Marktliberalisierung hat den Kunden nicht elektrifiziert, wie von den
Werbern erhofft. Wer kennt schon den Energieverbrauch des eigenen
Hauses oder auch den der gemieteten Wohnung? Strom und Gas ist immer
und genügend da, dafür wird auf dem Konto ja regelmäßig abgebucht.
Der Baden-Württembergische Energiekonzern EnBW versuchte mit der
neuen hauseigenen Marke "Yello" neue Kunden zu ködern. Der
angestrebte Erfolg blieb bis heute aus. EnBW setzt jetzt wieder
verstärkt auf die Stadtwerke vor Ort, denn diese haben den Kunden im
Griff. Nur drei Prozent wurden ihnen untreu. Auch bewusste
Energieverbraucher kommen meist ohne Anschluss an den
Stromlieferanten vor Ort nicht aus. Auf jedem erschlossenen Bauland
ist die Energiezufuhr schon bis zur Haustüre verlegt. Die Stadtkasse
bekommt von den Stadtwerken dafür eine Konzessionsabgabe. Der Bauherr
greift zu und ist somit als weiterer Kunde gewonnen. In Zukunft
wollen die Energiekonzerne sogar über eine sogenannte "Powerline" die
gesamte Infrastruktur ihrer Kunden steuern, wie die Dokumentation an
einem Beispiel aus Bremen zeigt: von der Energiezufuhr, über die
Telekommunikation und Müllentsorgung bis hin zum Hausmanagement. Gute
Geschäfte verspricht die Zukunft den Energiekonzernen auch nach der
Öl- und Gaszeit. Die Brennstoffzelle für die Hausheizung will EnBW
selbst vertreiben, über die "Powerline" direkt.
    
    
    Freitag, 1. März 2002  (Woche 9)
    
    20.15 Fröhlicher Weinberg
    Gäste u. a.: Ilja Richter, Werner O. Feißt, Kathrin Rüegg, Werner
    Schön,
    Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell, Bernhard Breuer, Die
    Schäfer, Peter Orloff
    und der Schwarzmeer Kosaken-Chor, Unnerhaus Jazzband
    Moderation: Ulrike Neradt, Johann Lafer
    
    "Licht aus - Spot an": Den Ruhm der jungen Jahre hat Ilja Richter
lange überwunden. Der erfolgreiche Schauspieler und Theaterautor
erzählt über seine ungewöhnliche Karriere. Zusammen mit seiner
Schwester zeigt er Ausschnitte aus seinem neuen Programm. Zwei
Jahrzehnte Kochen vor der Kamera - das klingt rekordverdächtig.
Kathrin Rüegg und Werner O. Feißt kochen seit 20 Jahren traditionelle
Gerichte in der SWR-Kultserie "Was die Großmutter noch wusste". "Die
Güter" nennen sich neun herausragende deutsche Weingüter aus
verschiedenen Wein-Anbaugebieten, die für ihr Qualitätsstreben den
"Grandissimo Wein-Award 2002" erhalten haben. Ferdinand Erbgraf zu
Castell-Castell aus Franken und Bernhard Breuer aus dem Rheingau
stellen ihre Qualitätsphilosophie vor. In der badischen Weinszene ist
er eine Legende: Seit Jahrzehnten engagiert sich der Geschäftsführer
des badischen Weinbauverbandes Dr. Werner Schön für badischen Wein -
von der Sonne verwöhnt. Für die musikalische Unterhaltung sorgen die
Gruppe "Die Schäfer" in neuer Besetzung, Schlagerlegende Peter Orloff
und der Schwarzmeer Kosaken-Chor sowie die "Unnerhaus Jazzband" aus
Landstuhl in der Pfalz.
    
    
    Freitag, 1. März 2002  (Woche 9)
    
    21.45 Thema M ... wie Menschen
    Am Ende der Scham - braucht es wieder das Tabu?
    mit Kristina Roth und Jo Frühwirth
    Jubiläumssendung (15 Jahre Thema M)
    
    Michael Schumacher und Ex-Kanzler Kohl weinen vor laufender
Kamera. Gefallen ist die Hemmung, als Mann öffentlich Tränen zu
zeigen. In Nachmittagstalkshows wird über sexuelle Vorlieben,
körperliche Mäkel und familiäre Zwistigkeiten in allen Details
gesprochen. Die Öffentlichkeit beleuchtet die Intimsphäre ohne
Erbarmen, andere führen ganz bewusst den Seelenstriptease in
Fernsehen und Yellow Press vor, wie Verteidigungsminister Rudolf
Scharping. Noch nie war die Tendenz zur Veröffentlichung des Privaten
so groß wie heute. Scham scheint nicht mehr zu existieren. Das
schafft neue Ängste und Tabus. Es ist die Angst verklemmt zu sein,
alles tolerieren zu müssen. Und es gibt die Scham nicht mehr
mithalten zu können in unserer vom Jugendlichkeitswahn befallenen
Erfolgsgesellschaft. Kinder trauen sich nicht zu sagen, dass die
Eltern die Klassenfahrt nicht finanzieren können, Arbeitslose
schweigen, es aus Scham nicht geschafft zu haben, alte Menschen
werden abseits von unseren Augen von jungen ständig wechselnden
Zivildienstleistenden gepflegt, gewaschen und versorgt. "Thema
M...wie Menschen" fragt: Gibt es noch Tabus im Fernsehen, in der
Politik? Verletzen wir immer mehr Grenzen? Ist der Verlust der Scham
in Medien und Gesellschaft Befreiung oder Gefahr? Welche neuen Tabus
entstehen in den Betrieben, Schule und Familien? Darf man heute eher
über Sex sprechen als über Arbeitslosigkeit oder das Alter? Welche
Grenzen sind neu - welche unverrückbar?
    
    Gäste bei Jo Frühwirth und Kristina Roth sind: Der Intendant des
Deutschlandradios und Deutschlandfunks und frühere
"Pro&Contra"-Moderator Ernst Elitz. Er fordert mehr Fairness der
Journalisten in der Berichterstattung und eine Kontrolle der
Nachmittagstalkshows. Dagmar Eichhorn, Mutter von Frank Gust, der
vier Frauen umbrachte. Sie spricht über die Scham, Angehörige eines
Mörders zu sein und über das Tabu, sich dazu zu bekennen.
    
    
    Samstag, 2. März 2002  (Woche 10)
    
    Themenabend Karlheinz Böhm
    
    21.00 "Wetten, dass ich komme?"
    Frank Elstner trifft Karlheinz Böhm
    
    Am 16. Mai 1981 schlug Karlheinz Böhm dem Showmaster Frank Elstner
eine Wette vor, die das Leben des österreichischen Schauspielers
dramatisch verändern sollte: Die Zuschauer von "Wetten dass...?"
sollten ihre Hilfsbereitschaft unter Beweis stellen und für die
Hungernden in Afrika spenden. Aus der spontanen Aktion wurde eine der
größten Hilfsorganisationen der Welt, die von Karlheinz Böhm
gegründete und geleitete Stiftung "Menschen für Menschen". Bis heute
sammelte er über 180 Millionen Euro für Hungerflüchtlinge in
Äthiopien. Bereits 1981 versprach Frank Elstner in der Sendung
"Wetten dass..." nach Afrika zu kommen. Zum 20-jährigen Bestehen von
"Menschen für Menschen" besuchte Elstner dann Karlheinz Böhm in
Äthiopien, der ihm vor Ort die Arbeit seiner Hilfsorganisation
hautnah zeigte. Die Reportage von Klaus Krieg begleitet die beiden
Prominenten in Äthiopien, sie zeigt, wo die aller ersten
Hilfsmaßnahmen begannen, was heute daraus geworden ist und wie die
Zukunft für einen der ärmsten Teil Schwarzafrikas aussehen könnte.
    
    
    Samstag, 2. März 2002  (Woche 10)
    
    21.45 Frank Elstner im Gespräch mit Karlheinz Böhm
    
    Anlässlich eines Besuches bei Karlheinz Böhm zu den Feiern von 20
Jahren "Menschen für Menschen" unterhält sich Frank Elstner mit dem
Leiter einer der größten privaten Hilfsorganisationen der Welt. In
seinem "Lieblingswohnort", einem kleinen Häuschen im äthiopischen
Erer-Tal, erzählt Karlheinz Böhm, wie aus dem verwöhnten Sohn eines
weltberühmten Komponisten ein berühmter Schauspieler wurde, wie er
später jeglichem Luxus abschwor, um den Ärmsten dieser Welt zu
helfen. Sehr offen sprechen die beiden über die Bedeutung des
übermächtigen Vaters, über die "Sissi"-Filme, über den großen
Einfluss, den Rainer Werner Fassbinder auf den zwischendurch
erfolglosen Schauspieler ausübte und  welche Gründe letztendlich dazu
geführt haben, dass Karlheinz Böhm im Alter von 53 Jahren sein Leben
radikal veränderte.
    

ots Originaltext: Südwestrundfunk SWR
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