SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR)
Freitag, 25. Januar 2002 (Woche 4)
23.15 Nachtkultur

    Baden-Baden (ots) -     Moderation: Markus Brock          u.a. mit folgenden Themen:          Zwischen Glamour und Verzweiflung - Das bewegte Leben der Maria Schell

    Mit ihrem unschuldigen Augenaufschlag rührte sie das Publikum und wurde zum "Seelchen" der Nation. Gemeinsam mit O.W. Fischer avancierte Maria Schell in den 50er Jahren zum Traumpaar des deutschen Kinos ("Tagebuch einer Verliebten"), und an der Seite von Gary Cooper wurde sie auch in Amerika populär. Im Laufe ihrer Karriere war sie in über 80 Spielfilmen, auf der Theaterbühne und in zahlreichen Fernsehproduktionen zu sehen. Doch während die gebürtige Wienerin als einer der ersten großen internationalen Stars der Nachkriegszeit permanent im Rampenlicht stand, war ihr Privatleben stets von Höhen und Tiefen geprägt. Heute lebt die 76-Jährige zurückgezogen auf einer Alm in Kärnten - umgeben von Fernsehgeräten, die ihr immer wieder ihre eigenen Filmerfolge vorspielen. Ihr Bruder Maximilian Schell holte sie jetzt noch einmal vor die Kamera - entstanden ist eine bewegende Dokumentation über Maria Schells Leben - "Meine Schwester Maria".          Süffisant, aber gerecht - Carl Zuckmayers "Geheimreport" über deutsche Künstler der NS-Zeit

    25 Jahre nach dem Tod von Carl Zuckmayer (1896 - 1997) werden jetzt seine brisanten Charakterporträts, die er 1943/44 für den amerikanischen Geheimdienst geschrieben hat, veröffentlicht. Es sind rund 150 Dossiers über deutsche Intellektuelle, die während der NS-Zeit zum Teil herausragende Positionen inne hatten, darunter Namen wie Heinz Rühmann, Ernst Jünger, Leni Riefenstahl und Gustaf Gründgens. Der bislang unter Verschluss gehaltene  Geheimreport" erscheint im April in kommentierter Ausgabe. Die Literaturwissenschaftler Gunther Nickel und Johanna Schrön rekonstruieren darin auch die Entstehungsgeschichte der Dossiers, Zuckmayers Rolle im amerikanischen Geheimdienst und seine politischen Intentionen, die ihn zu dieser Arbeit bewogen haben.          Innovativ und provokant - Martin Kusej inszeniert an der Stuttgarter Oper

    Ob Schauspiel oder Oper - Martin Kusej zählt zu den innovativsten
Theatermachern der Gegenwart. Seit 1990 arbeitet der 40-Jährige als
freier Regisseur in Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien.
Jetzt gehört er bald zu den ganz Großen. 2004 inszeniert er in
Bayreuth Richard Wagners "Parsifal". Das Stuttgarter Staatstheater
bezeichnet der Österreicher als sein "Heimathaus". Unter anderem
inszenierte er dort Sarah Kanes "Gesäubert" und Schillers "Kabale und
Liebe" sowie die Opern "Fidelio" und "König Arthur". Zur Zeit ist
Martin Kusej wieder in Stuttgart. Dieses Mal leitet er Franz
Schrekers (1878 - 1934) opulente Oper "Die Gezeichneten". Am
kommenden Samstag ist Premiere des Stücks, in dem es um Schönheit,
Liebe, Hass und Illusion geht. Die Originalfassung spielt im Genua
des 16. Jahrhunderts. Martin Kusej inszeniert den Stoff aus heutiger
Sicht. Das Bühnenbild stammt von Martin Zehetgruber. Christine
Kaufmann war in der Stuttgarter Staatsoper und hat Martin Kusej
getroffen.
    
    Von der Schönheit am Ende der Welt - Auf den Spuren der Inuit
    Kanada, Grönland, Russland und Alaska - über 50 Jahre lang hat der
Arktisforscher Jean Malaurie das "Ende der Welt" erkundet und bei den
Inuit, den Menschen der Arktis, eine zweite Heimat gefunden. In dem
Bildband "Der Ruf des Nordens" schildert Jean Malaurie seine
Eindrücke und Erfahrungen. Spektakuläre Porträtaufnahmen der Inuit,
Bilder, die den harten Lebensalltag der Menschen festhalten, und
beeindruckende Landschaftsaufnahmen zeigen die tiefe Verbundenheit
von Jean Malaurie mit den Menschen am Polarkreis. Seine Texte sind
Reisetagebuch und Forschungsergebnis zugleich. Sie vermitteln
Einblicke in die Lebensgewohnheiten eines Volkes, das sich seiner
Tradition stark verbunden fühlt und sich dennoch auf dem Weg in ein
neues Zeitalter befindet. Nikolai Vialkowitsch stellt den Bildband
vor.
    
    
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