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Das Erste: Presseinformation REPORT Mainz, 7. Januar, 21.00 Uhr im ERSTEN

    Mainz (ots) -          "Kraft zum Leben" - Broschüre umstritten     Sektenbeauftragter erhebt Vorwürfe gegen verantwortliche Stiftung     Bayern-Star Paulo Sergio kennt Ziele der Stiftung nicht          Die von der amerikanischen Arthur S. De Moss-Stiftung in Deutschland geführte Werbekampagne für das Buch "Kraft zum Leben" gerät zunehmend unter Druck. Der Sektenbeauftragte der Ev. Kirche von Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, formuliert schwere Bedenken gegen die Initiatoren des Werbefeldzuges: "Die De Moss-Stiftung hat engste Kontakte zu Jerry Falwell, einem der prominenten Sprecher der amerikanischen evangelikalen Rechten. Jerry Falwell hat intensive Arbeitskontakte mit der Munbewegung nicht gescheut, als es um die Finanzierung seiner Liberty-University ging. Ich halte es für sehr bedenklich, wenn eine Organisation, die sich selbst als christlich bezeichnet, keine Berührungsängste gegenüber einem Weltkriegsmessias wie Mun hat."

    Für das Buch "Kraft zum Leben" werben Prominente, wie der Bayern-Star Paulo Sergio, der Golfer Bernhard Langer, der Sänger Cliff Richard und die Ex-DDR-Spitzensportlerin Brita Baldus. Die 134 Seiten starke Broschüre soll den Leser vordergründig zum christlichen Glauben bekehren.

    Bayern-Star Paulo Sergio und Ex-Spitzensportlerin Brita Baldus zeigten sich gegenüber REPORT Mainz von den kritisierten Aktivitäten der De Moss-Stiftung unbeeindruckt: "Ich selbst habe das Buch unterstützt um die Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben. Die Ziele der Stiftung kenne ich nicht", erklärt Paulo Sergio, derzeit in Sao Paulo. Brita Baldus meint: "So wie ich die De Moss-Stiftung kennengelernt habe, im Zusammenhang mit "Kraft zum Leben", habe ich keinerlei Bedenken gehabt und habe ich im Moment immer noch nicht."

    Die Arthur S. De Moss-Stiftung wird auch in Amerika scharf kritisiert. Im Interview mit dem ARD-Magazin REPORT Mainz bezeichnet Rob Boston von der renommierten Bürgerrechtsorganisation "Americans United for Seperation of Church and State" die De Moss-Stiftung als "intolerant, dogmatisch und funtamentalistisch". Es sei bekannt, dass sie extrem rechte Gruppen unterstütze, "die ganz offensichtlich die Rechte der Frauen in der Gesellschaft beschneiden und Homosexualität als Verbrechen brandmarken wollen, das sogar die Todesstrafe nach sich ziehen kann." Zum Beispiel habe die De Moss-Stiftung auch die sogenannte Plymoth-Rock Foundation unterstützt: "Diese Organisation ist im großen und ganzen eine christlich-fundamentalistische Ausgabe der Taliban für Amerika", sagte Rob Boston außerdem im Interview mit REPORT Mainz.          Ein Interview mit REPORT Mainz hat die Arthur S. De Moss-Stiftung abgelehnt.

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