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"Der Speermann" - eine Abrechnung mit Albert Speer Die Erinnerungen des Architekten Rudolf Wolters

Baden-Baden (ots) - SWR2-Hörspiel von Stephan Krass mit Matthias Brandt und Corinna Junghans / 24. September 2015, 22.03 Uhr

Albert Speer, Rüstungsminister und Generalbauinspektor unter Adolf Hitler, wurde beim Nürnberger Prozess 1946 als Kriegsverbrecher zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Architekt Rudolf Wolters, im Dritten Reich sein engster Mitarbeiter, blieb Speer auch in den Jahren der Haft treu. Dem Häftling Nr. 5 fehlte es im Gefängnis an nichts: Kaviar, Champagner und Gänseleberpastete. Im Gegenzug brachte Speer Kassiber auf den Weg. Mehrere Kilometer Klopapier mit seinen Erinnerungen und Tagebuchnotizen wurden aus dem Gefängnis geschmuggelt und im Architekturbüro Wolters in Coesfeld transkribiert. Nach Speers Entlassung erschienen sie als Buch und wurden Bestseller. Der Autor und SWR2-Literaturredakteur Stephan Krass stieß auf die unveröffentlichten Lebenserinnerungen von Rudolf Wolters im Nachlass seines Vaters. Sie lagen 25 Jahre unberührt in einer Kommode. Jetzt hat Krass den Stoff zu einem 54-minütigen Hörspiel verarbeitet, in dem Wolters mit Speer abrechnet. Die Rolle von Rudolf Wolters spricht der Schauspieler Matthias Brandt. "Der Speermann" hat am 24. September 2015 um 22.03 Uhr in SWR2 Premiere.

"Ich habe beim Zeichnen immer harte Bleistifte bevorzugt, Du weiche. Ich habe mich oft gefragt, warum. Heute weiß ich es. Da lässt sich leichter radieren" (Rudolf Wolters an Albert Speer in "Der Speermann"). Die Aufzeichnungen von Rudolf Wolters belasten Albert Speer in seiner Funktion als Generalbauinspektor schwer. So soll Speer bei der Planung der Reichshauptstadt Germania einer der Hauptverantwortlichen für die Zwangsenteignung zehntausender Juden gewesen sein.

Stephan Krass, 1951 geboren, studierte Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie und promovierte an der Universität Mannheim. Er ist Essay-Redakteur beim SWR und Honorarprofessor für literarische Kunst an der HfG Karlsruhe. Krass gewann 2007 den Hörspielpreis der Akademie der Künste Berlin für "Ponderabilien" und produzierte mit dem SWR zuletzt die Hörspiele "Das grüne Auge von Falun" und "The Moon Tapes" (mit Ulrike Haage).

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