SWR - Südwestrundfunk

Das Erste: Preisgekrönter Dokumentarfilm über Kinder im Nahostkonflikt am 2. Januar im Ersten Vom kleinen und großen Friedensprozess

    Baden-Baden (ots) "Ich bin in Jerusalem aufgewachsen und ich glaube, ich hatte eine ziemlich normale Kindheit gehabt. Normal, das ist im Nahen Osten aber immer mit Krieg verbunden. Kämpfe brechen aus. Bomben explodieren. Menschen werden getötet", mit diesen Sätzen beginnt B.Z. Goldberg seinen mit Justine Shapiro ("Lonely Planets") und Carlos Bolado gedrehten Dokumentarfilm "Hass und Hoffnung. Kinder im Nahostkonflikt", den der Südwestrundfunk (SWR) am 2. Januar 2002 um 23.00 Uhr im Ersten ausstrahlt. Nach dem Friedensvertrag ist Goldberg nach Jerusalem zurückgekehrt, um solche keineswegs "normalen Kindheiten" von sieben palästinensischen und israelischen Kinder in Jerusalem unter der ersten und zweiten Intifadahzu interviewen und zu porträtieren. Er hat sich Zeit genommen, viele Fragen gestellt und die Kinder nach zwei Jahren noch einmal besucht, dadurch ist es ihm gelungen, die Dramaturgie eines festgefahrenen Kriegszustandes mit den Kinderstimmen einzufangen.          Die Dokumentation zerfällt in drei Teile, deren ersten man wegen der brutalen Antworten der Kinder kaum erträgt, denn die Kinder reden von zu tötenden Feinden, von Vernichtung, wünschen sich religiöse Oberbefehlshaber zu werden und träumen von einem araber- bzw. judenfreien Land. Durchsetzt von Koran- und Bibelzitaten tragen sie mit kriegerischem Ernst ihre Absicht vor, die anderen zu vertreiben. Wie bei den Erwachsenen gibt es Extremisten, Hardliner und Liberale unter ihnen. Der Krieg hat ihre Seelen verstümmelt, denn sie müssen mit getöteten Angehörigen, ohne Anklage inhaftierte Väter und mit der dauerhaften Gefahr von Terroranschlägen rechnen.          Umso erstaunlicher ist, dass die Filmemacher im zweiten Teil einige von ihnen überreden können, sich mit den "Gegnern" zu treffen. Bevor es zu einem Treffen von vier Kindern im palästinensischen Lager Deleishe in der Nähe von Jerusalem kommt, telefoniert man miteinander, um die wirklich wichtigen Fragen zu klären. "Magst Du Pizza?" oder "Spielst Du Fußball?" Und zum großen Erstaunen dauert es nicht lange, bis man in ausgelassener Stimmung zusammen spielt, lacht und ringt. Fast fängt man an zu hoffen, dass das Feindbild bei den Kindern nur im Kopf besteht, und der kleine Friedensprozess begonnen hat. Unterstützt wird diese Hoffnung durch eine Szene, in der einer der palästinenischen Jungen weinend seine ganze Hoffnung auf die gemeinsame Freundschaft für die Zukunft setzt. Im dritten Teil, zwei Jahre danach sind diese Hoffnungen zerplatzt. Weder der kleine noch der große Friedensprozess sind zustande gekommen. Wünsche nach Erlösung werden auch dem Zuschauer nicht erfüllt.

    "Promises", so der Originaltitel des Films, hat viele internationale Auszeichnungen und Publikumspreise erhalten: den hochangesehenen Canal+ Audience Award, den Winner Audience Award auf dem Rotterdam International Film Festival und beim San Francisco International Film, den Freedom of Expression Award beim Internationalen Film Festival München sowie den Winner Audience Award in Locarno, Sao Paulo,Vallodolid und Paris.

    Hass und Hoffnung - Kinder im Nahostkonflikt     Mittwoch, 2. Januar 2002     23.00 Uhr im Ersten

ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Gabi Schlattmann
Tel.: 07221/929-3273.
    
    
    
Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter
http://www.swr.de/presse/programm-infos/index.html
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    
    Fax  07221 929-2013
Internet: pressestelle@swr-online.de

Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: SWR - Südwestrundfunk

Das könnte Sie auch interessieren: