SWR - Südwestrundfunk

SWR Fernsehen Programmhinweise und -änderungen von Freitag, 17.07.15 (Woche 29) bis Freitag, 21.08.15 (Woche 34)

Baden-Baden (ots) - Freitag, 17. Juli 2015 (Woche 29)/13.07.2015

Korrigierte Schreibweise im Titel beachten!

04.40 Rock am Ring 2015 - Kraftklub

Freitag, 31. Juli 2015 (Woche 31)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Zwischen Fressnapf und Fettnapf - Tierliebe extrem Erstsendung: 03.04.2015 in SWR/SR

Nur vom Feinsten für Fiffi! Das Fell eingehüllt ins glitzersteinbesetzte Designermäntelchen geht es mit Frauchen zum Hundeyoga, anschließend gibt es zur Belohnung auf dem Heimweg erlesene Bio-Kauknöchelchen, abends wartet im Napf individuell abgestimmtes Hundefutter. Ganz klar: Der Trend geht zum tierischen Prestigeobjekt. Doch das Tier bekommt nichts geschenkt, es muss auch viel dafür leisten: Häufig ist es Kindersatz und dient - oft im Gegensatz zum Partner - als treuer Begleiter. Schnell kann Tierliebe aber auch an Grenzen stoßen und zwanghaft werden: Dramatische Fälle wie z.B. die vermeintliche Katzenliebhaberin, die in ihrer kleinen Wohnung mit 25 Vierbeinern lebt, nehmen zu. Aber auch der Hang zu Exotik- oder Wildtieren, die wiederum dem Nachbarn schlaflose Nächte bereiten. Wann wird Tierliebe zu Wahnsinn? Ist eine ausgeprägte Leidenschaft für Tiere nur Ausdruck einer vereinsamenden Gesellschaft? Worin besteht die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier?

Als Emma vor elf Jahren zu Dunja Hayali kam, zog neues Leben mit ein. Seitdem wacht die Moderatorin morgens neben weißem Fell auf, Gesprächsthemen verlagern sich beim Gassi-Gehen gerne auch mal von der Weltpolitik hin zu Hunde-Verdauungsproblemen. Und ob es hagelt, stürmt oder schneit - Emma will raus. Wenn die Journalistin allerdings im Fernsehstudio ist, sorgt ein Hundesitter für Auslauf. Der Golden Retriever ist Hayalis große Liebe: "Wer mit Emma nicht klar kommt, mit dem könnte ich keine Beziehung führen."

Gaby Baginsky ist weniger auf den Hund, dafür umso mehr auf die Katze gekommen. Die Schlagersängerin hat ein großes Herz für kranke und herrenlose Tiere. Seit 20 Jahren investiert Baginsky sehr viel Zeit, Liebe und Geld in ihre Leidenschaft, aktuell bietet sie 40 Katzen in ihrem großzügigen ländlichen Anwesen ein Zuhause: "Diese Tiere geben mir wahnsinnig viel zurück. Ich glaube, es ist meine Bestimmung im Leben, Katzen aufzunehmen."

Was es bedeutet, wenn Tierliebe krankhafte Züge annimmt, musste Tom Gabriel Fischer bitter erfahren. Als Kind wurde er unter katastrophalen hygienischen Verhältnissen groß, denn seine Mutter hielt zeitweise 90 Katzen in einer kleinen Wohnung: "Wenn ich auf dem Teppich gespielt habe, waren meine Jeans nass vom Katzenurin, überall war Katzendreck. Den Gestank werde ich nie in meinem Leben vergessen." Darüber hinweg half ihm die Musik, die er zum Beruf machte. Heute ist Fischer Frontman einer Black-Metal-Band.

Was es auf sich hat mit der innigen, manchmal auch übertriebenen Beziehung zwischen Mensch und Tier, damit beschäftigt sich Dr. Carola Otterstedt: "Es gibt Menschen, die das Tier zum Objekt degradieren und andere, die es vermenschlichen. Das sind Extreme, die meisten Tierhalter versuchen jedoch, den eigenen und den tierischen Bedürfnissen gerecht zu werden." Die Verhaltens- und Kulturforscherin ist überzeugt, dass auch jeder Tierliebhaber guten Gewissens sein Fleisch auf dem Teller genießen darf.

"Lust auf ein Schnitzel rechtfertigt noch lange nicht Tierquälerei. Artgerecht ist nur die Freiheit.", sagt Hilal Sezgin. Der Journalistin kommen weder Fisch noch Fleisch in die Pfanne, auch Milch und Eier gibt es in ihrem Kühlschrank nicht. Sie ist eine radikale Kritikerin von Tiernutzung jeder Art. Ihre Vision ist ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier, die die überzeugte Veganerin auf ihrem Gnadenhof in der Lüneburger Heide bereits konsequent umsetzt.

Sabine Menshen fühlt eine intensive Verbindung zwischen Mensch und Tier. Deshalb änderte die gelernte Steuerfachgehilfin vor zehn Jahren ihr Leben und ging ihrer Berufung nach. Nun nennt sie sich Tiertelepathin und Medium, und behauptet, eine ganz besondere Gabe zu haben: "Tiere übermitteln mir ihre Gedanken. Ein Blick auf Tierfotos kann ausreichen, Ängste und Krankheiten aufzuspüren. Denn Menschen, Tiere, Engel - alle Wesen sind miteinander verbunden wie mit unsichtbaren Fäden."

Auch Tamme Hanken hat eine besondere Gabe. Der gelernte Landwirt ist Tier-Chiropraktiker und hat sich damit den Beinamen "Der Knochenbrecher" erworben: "Es kracht halt schon mal, wenn man angeknackste Rippen zurecht zieht. Das ist keine rohe Gewalt, sondern angeborene Feinfühligkeit". Das klingt brutal und gefährlich, doch dank seiner Hände konnte der XXL-Ostfriese, der außerdem ein Reha-Zentrum für Pferde betreibt, schon viele Blockaden und Spannungen lösen.

Spannung baut sich häufig bei Hans-Peter Gaupps Gesprächspartner auf, wenn der Hotelier von seinen Heimtieren erzählt: Mitten in Heilbronn hält der gelernte Metzger zwei ausgewachsene Geparden: Jambu und Bungee heißen die Raubkatzen und beide lieben es, auf dem Wohnzimmer-Sofa Platz zu nehmen und dort gekrault zu werden: "Wenn ich einen Geparden von klein auf habe, kenne ich den in- und auswendig. Bislang habe ich nur kleine Schrammen oder mal ein kaputtes Hemd davongetragen, aber ich habe noch alle Finger an der Hand." Hingegen unterbindet der Exotik-Liebhaber strikt jeglichen Kontakt zwischen seinen Geparden und Kindern.

Freitag, 07. August 2015 (Woche 32)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Und das soll Liebe sein? Erstsendung: 20.02.2015 in SWR/SR

Sie 1.82 Meter, er 1.64 Meter. Sie Landwirtin, er Philosophieprofessor. Sie 64, er 25 Jahre - es gibt Paare, da drängt sich einfach die Frage auf: Kann das wirklich Liebe sein? Zu groß scheinen auf den ersten Blick die Unterschiede bezüglich Aussehen, Intellekt, Status und Alter. Partnerportale halten uns mit ihren sogenannten "matching points" stets vor Augen, dass lediglich größtmögliche Überschneidungen der Partnersuchenden eine langanhaltende, harmonische Beziehung versprechen. Doch die Liebe selbst geht oft ganz andere Wege. Sie führt Menschen jenseits der Norm zusammen, die vermeintlich nicht zueinander passen. Wer bei der Partnerwahl dann tatsächlich von den gängigen Mustern abweicht, bei dem wird an der wahren Liebe gezweifelt. Große Fragen werfen auch Beziehungskonstellationen auf, die von Machtspielen und krankhaften Abhängigkeiten geprägt sind - wenn beispielsweise der alkoholkranke Ehemann seine Partnerin mit Betrug und Gewalt demütigt. Da stellt sich die Frage, warum die Ehefrau jahrelang in diesen entwürdigenden Strukturen verharrt. Sind Beziehungen von ungleichen Paaren tatsächlich zum Scheitern verurteilt? Gilt: Je größer die gemeinsame Schnittmenge, desto passender der Partner? Verspricht tatsächlich nur die Liebe auf Augenhöhe das große Glück zu zweit? Michael Steinbrecher fragt nach.

Erst war es ein Flirt, doch dann wurde daraus mehr: Andrea Tapper und ihr afrikanischer Freund Achmed könnten gegensätzlicher kaum sein: Sie, die erfahrene Journalin im besten Alter aus Hamburg - er, der junge Restaurateur aus Sansibar. Und dennoch sprang sofort bei ihrem ersten Treffen der Funke über: "Angst vor unseren Unterschieden hatte ich überhaupt nicht, es kann ja mit jedem schiefgehen."

Durch ihre Rollen bei Film und Fernsehen lernte Ingrid Steeger zahlreiche Männer kennen und lieben. Doch nach vielen Beziehungen, die ihr kein lebenslanges Glück brachten, lebt die Schauspielerin heute allein und ist auf dem Boden der Tatsachen angekommen: "Ich habe die echte große Liebe leider nie erlebt. Heute bin ich zu alt dafür und habe mit dem Thema abgeschlossen."

Schauspieler Walter Sittler liebt hingegen seit dreißig Jahren nur eine: seine Frau Sigrid. 1984 lernten sie sich kennen, ein Jahr später waren sie verheiratet und Eltern des ersten ihrer drei Kinder. Seine Glücksformel? Partner sollten ähnliche Werte haben. Allerdings: "Bevor ich Sigrid traf, hatte ich immer eine ganz konkrete Vorstellung von meiner idealen Traumfrau. Irgendwann schmiss ich dieses Idealbild einfach weg, sonst hätte ich sie wohl nie wahrgenommen."

Wilhelmine Schaefer ist 101 - ihr Auserwählter 40 Jahre jünger! Doch das tut ihrer Liebe keinen Abbruch. Denn allen Vorurteilen zum Trotz ist das Paar bereits seit fast 25 Jahren glücklich. Auch Gerhard Beyl lässt keinen Zweifel daran, dass für die beiden das Alter in der Liebe keine Rolle spielt: "Wilhelmine ist meine wahre große Liebe und ich werde im Leben keine andere mehr lieben als sie."

Unkonventionell lebt und liebt auch der Schriftsteller Bodo Kirchhoff. Seit 38 Jahren sind er und seine Frau Ulrike ein Paar, sie haben zwei gemeinsame Kinder - eine gemeinsame Wohnung aber gab es nie und wird es auch nie geben. Der Grund? Sein Beruf, der zur Berufung wurde: "Mein Werk wäre nicht denkbar, hätte ich mit meiner Frau zusammengewohnt."

Nach langer Suche fand Susanne Wendel vor rund vier Jahren endlich ihren Mann fürs Leben. Doch von Liebe war anfangs keine Spur, denn der Funke sprang zu Beginn ihrer Beziehung überhaupt nicht über. Und dennoch gab es viele verbindende Gemeinsamkeiten, Wünsche und Zukunftspläne. Kurzerhand verlobten sie sich. Sie zogen zusammen und bekamen kurz darauf ein Kind. Ihre Erkenntnis heute: "Die Liebe ist mit der Zeit gewachsen."

Für Nicki war es sofort die große Liebe, als ihr der Unternehmer Alex Klein begegnete. Kurz darauf offenbarte er ihr, dass er am liebsten Frauenklamotten trägt. Mehrere Operationen folgten und aus Alex wurde offiziell eine Frau: Alicia King. Heute sind die beiden verheiratet. Es ist eine Beziehung, die nicht jeder versteht und die häufig für Kopfschütteln sorgt. Doch sie finden: "Wir sind nur äußerlich ein ungleiches Paar."

Eine gute Langzeitprognose haben nach Ansicht von Prof. Dr. Ulrich Clement Partner mit ähnlichen Lebensentwürfen und Werten: "Bei dauerhaften Ehen ist der Respekt füreinander viel wichtiger als die Liebe. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man Liebe und Glück auf keinen Fall gleichsetzen sollte", so der Heidelberger Paar- und Sexualtherapeut.

Freitag, 14. August 2015 (Woche 33)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Diagnose Krebs - zwischen Hoffen und Bangen Erstsendung: 24.04.2015 in SWR/SR

"Sie haben Krebs!" Diese Botschaft des Arztes trifft jedes Jahr eine halbe Million Deutsche wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Die Diagnose Krebs taucht Betroffene und Angehörige in ein Wechselbad der Gefühle: Ab diesem Moment schwankt das Leben zwischen Angst und Hoffnung, Hilflosigkeit und Verzweiflung. Und sofort drehen sich unzählige Fragen im Kopf in Endlosschleife: Weshalb ausgerechnet ich? Bin ich selbst schuld? Habe ich nicht gesund genug gelebt? War meine Lebenseinstellung zu negativ und Krebs vielleicht die Antwort auf meine Unzufriedenheit? Brustkrebs rangiert einsam an der Spitze der Tumorerkrankungen bei Frauen, bei Männern ist es das Prostatakarzinom. Viele halten noch immer eine Krebsdiagnose für ein bereits gefälltes Todesurteil. Doch Überleben ist längst keine Glückssache mehr. In den vergangenen 30 Jahren hat die Forschung immense Fortschritte gemacht: Ein baden-württembergisches Unternehmen will 2016 erste Bluttests auf den Markt bringen, die Krebs frühzeitig entschlüsseln und nachweisen sollen - lange, bevor der Patient Symptome spürt, ohne vorherige Entnahme einer Gewebeprobe. So die Hoffnung. Es sind aber nicht allein die scharfen Geschütze der Medizin, die dem Krebs Paroli bieten. Viele Patienten nehmen die Krankheit zum Anstoß und krempeln ihr Leben komplett um, sie hinterfragen Beziehungen, finden zum Glauben, leben längst begrabene Träume. Wie geht man am besten mit der Prognose um? Welche Rolle spielt das Umfeld des Krebspatienten`? Welche neuen Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Vor einem Jahr bekam Schauspieler Thorsten Nindel eine Botschaft, die ihn völlig aus der Bahn warf: Lungenkrebs! Sein erster Gedanke nach dieser niederschmetternden Diagnose war: "Kann ich noch meiner Verantwortung für meine Tochter gerecht werden, ist sie finanziell so abgesichert, dass sie es auch ohne mich schafft?" Wichtige Stütze während seiner Chemotherapie war auch seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Saskia Valencia. Nindel hat die Behandlung gut überstanden, doch die Angst vor einem Rückfall bleibt.

Wie ohnmächtig sich viele Angehörige von Krebspatienten fühlen, musste auch Bestseller-Autorin Charlotte Link erfahren. Mit 41 Jahren erkrankte ihre geliebte Schwester Franzsika zum zweiten Mal an Krebs. Doch das Vertrauen in Mediziner schwand, als die Familie mit drei Fehldiagnosen und sehr unsensiblen Arztgesprächen konfrontiert wurde. "Es gibt einige Ärzte, die keinerlei Rücksicht auf den psychischen Ausnahmezustand von Krebspatienten nehmen", ist die bittere Erkenntnis der Erfolgsautorin. Vor drei Jahren verlor ihre Schwester schließlich den Kampf gegen den Krebs.

Für den Onkologen Prof. Dr. Gerhard Ehninger ist die Art und Weise, wie Ärzte die Krebsdiagnose vermitteln, entscheidend dafür, wie der Patient mit der Krankheit umgehen kann: "Ungeachtet der Therapiemöglichkeiten muss ich für den Patienten da sein und ihn ernstnehmen". Damit noch mehr Menschen Hoffnung auf Heilung haben können, hat der Krebsmediziner Anfang der 90er Jahre die Deutsche Knochenmarkspenderdatei mit begründet. Und dennoch glaubt er nicht daran, dass die Krankheit Krebs jemals völlig auszurotten ist.

Krebstherapien sind nicht nur lebensrettend, sondern auch teuer. Und gerade deswegen auch ein lukratives Geschäft für Pharmakonzerne, Ärzte und Apotheken. Der Medizinjournalist Markus Grill befasst sich seit Jahren mit den schwarzen Schafen dieser Branche und spricht ganz offen von einer sogenannten Krebs-Mafia: "Mit einer einzigen Chemotherapie-Infusion kann ein Apotheker bis zu 600 Euro verdienen. Solche Gewinnspannen laden geradezu ein zu Korruption und illegalen Verstrickungen", so der Investigativ-Journalist, der hier Handlungsbedarf seitens der Politik einfordert.

Timm Ohrt war unerschütterlich in seinem Glauben an sich selbst, als bei ihm Prostatakrebs festgestellt wurde. Der ehemalige Architekt ging sogar so weit, dass er sich dem schulmedizinischen Rat seines Arztes widersetzte, der ihm ohne Operation binnen Jahresfrist den Tod prognostizierte. Der 73-Jährige sagte den Operationstermin ab, griff zu alternativen Mitteln, und das Unglaubliche passierte: Der Tumor verschwand. Seit 16 Jahren lebt Timm Ohrt nun beschwerdefrei und gibt sich selbstbewusst: "Glück hatte ich schon, aber ich habe auch eine Menge dafür getan."

Mit 25 Jahren hörte Marion Glashauser zum ersten Mal den Satz: "Sie haben Brustkrebs". Die Mutter einer damals acht Monate alten Tochter ist jedoch optimistisch, dass sie die Krankheit besiegen wird. Nach einer Chemo- und Strahlentherapie schlägt aber acht Jahre später das Schicksal wieder zu: "Ich habe zu meiner großen Tochter gesagt: Die Mama stirbt nicht, ich werde leben und kämpfen." Aktuell lebt die 37-jährige zweifache Mutter mit einer Schmerzpumpe, wird künstlich ernährt und genießt jede Minute, die sie mit ihrer Familie verbringen kann.

Vanessa Werner war gerade mal elf Jahre alt, als ihre bis dahin unbeschwerte Kindheit abrupt ein Ende fand: Ihre Mutter hatte Krebs: "Ich habe immer an ein Wunder geglaubt und gehofft, sie wird doch noch in letzter Sekunde geheilt." Fünf Jahre lang war das junge Mädchen ständig einem Wechselbad der Gefühle ausgesetzt, das zwischen Wut, Hoffnung und Verzweiflung schwankte. Vanessa war 16 Jahre alt, als ihre Mutter den Kampf gegen ihre Krankheit verlor.

Sonntag, 16. August 2015 (Woche 34)/13.07.2015

Tagestipp

23.00 Tanzen total: German Open Championships

Einer der größten Höhepunkte der 29. German Open Championships (GOC) sind die beiden Grand Slam Turniere der Standard- und Latein-Tänzer. Diese Serie ist von der Bedeutung her vergleichbar mit Weltmeisterschaften. Deshalb ist die Weltspitze komplett vertreten. Im Standard wollen die GOC-Vorjahressieger und Weltmeister Simone Segatori / Annette Sudol vom TSC Astoria Stuttgart ihren Titel verteidigen.

Beim Grand Slam-Turnier der Lateiner ist ebenfalls die Weltspitze komplett am Start: Von den Top 20 der Weltrangliste werden wohl nur die fehlen, die wegen Verletzung nicht antreten können. Dabei haben sowohl Marius-Andrei Balan mit seiner neuen Partnerin Krystina Moshenska als auch Nina Bezzubova mit Timur Immametdinov gute Chancen, das Finale zu erreichen. Beide Paare starten für den SWC Pforzheim. Die Höhepunkte der beiden Grand Slam Turniere im Latein und Standard sendet das SWR-Fernsehen in einer Zusammenfassung.

Freitag, 21. August 2015 (Woche 34)/13.07.2015

22.00 Nachtcafé

Die SWR Talkshow Gäste bei Michael Steinbrecher Das geplante Kind Erstsendung: 27.02.2015 in SWR/SR

Schwanger werden, wenn Karriere- und Lebensplanung es zulassen? Was unter dem Schlagwort "social freezing" heiß diskutiert wird, ist nur die Zuspitzung der rasanten Entwicklung moderner Medizintechnik. Neben der künstlichen Befruchtung gibt es bereits viele Möglichkeiten, den Kinderwunsch - vor und nach der Zeugung - zu beeinflussen. Längst ist es zur Regel geworden, dass werdende Eltern prüfen lassen, mit welchen Eigenschaften ihr Kind zur Welt kommen wird. Ein umfangreiches Angebot an vorgeburtlichen Untersuchungen trägt jedoch nicht nur dazu bei, dass heute mehr gesunde Kinder geboren werden als früher. Im Falle einer ungewünschten Diagnose stellt es Paare auch vor die Entscheidung, ein möglicherweise behindertes Kind abzutreiben. Bekommen wir in Zukunft das Designerbaby zum Wunschtermin? Welche Chancen bietet die technische Entwicklung in der Medizin? Und wie weit ist der Eingriff in den natürlichen Ablauf der Menschwerdung vertretbar?

Als sich ihr Kinderwunsch auf natürlichem Wege nicht erfüllte, griff Zoë Jenny auf die Reproduktionsmedizin zurück und ist heute glückliche Mutter einer vierjährigen Tochter. Der Weg war eine körperliche wie seelische Tortur, aber für die Schweizer Schriftstellerin war es das alles wert. "Im Rückblick würde ich sagen, dass ich für dieses Mutterglück alles noch einmal genauso machen würde, wenn nicht noch mehr."

Auch Sabine Antoni hat alles versucht. Doch bei ihr stieß die Reproduktionsmedizin an ihre Grenzen und auch eine Adoption scheiterte auf tragische Art und Weise. "Ich habe dem Flair geglaubt, der damals in der Luft lag von: Mach erstmal Beruf, Kinder kriegen kannst du immer noch! - Das war ein Fehler. Man kann Kinder nicht planen." Nach einem langen Prozess kann die 50-Jährige auch ohne Kind ein erfülltes Leben führen.

Der Reproduktionsmediziner Dr. Jörg Puchta erfüllt in seiner Münchener Privatklinik zahlreichen kinderlosen Paaren den Kinderwunsch. Bereits seit 2007 bietet er auch "Social Freezing" an, das Einfrieren von Eizellen, wenn Frauen ihre biologische Uhr anhalten und die Kinderplanung aufschieben wollen. "Social Freezing ist eine Anti-Aging-Technik der Medizin. Ich friere das Alter einer Eizelle ein und damit das Duplikat eines Menschen. Das ist eine Sensation!"

Auch der Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio ist überzeugt, dass die Reproduktionsmedizin eine Möglichkeit ist, das Leid kinderloser Paare zu lindern. Trotzdem warnt er deutlich: "Die Medizin verführt Paare mit dem Versprechen, dass heutzutage alles möglich ist. Das ist aber nicht der Fall!" Auch vermisst er mehr Aufklärung im Bereich der pränatalen Diagnostik und Hilfe im Umgang mit belastenden Diagnosen.

Als Dorothea Meyer mit 43 nochmal schwanger wurde, entschied sie sich bewusst gegen intensive vorgeburtliche Tests und brachte eine Tochter mit Down-Syndrom zur Welt. Eine Situation, vor der viele Menschen Angst haben - nicht so Dorothea Meyer, sie bereute ihre Entscheidung keine Sekunde. "In unserer Gesellschaft gibt es einen Druck, behinderte Kinder abzutreiben. Ich finde aber, wir sollten dringend wieder mehr dem Zufall überlassen."

Marianne Neeb hat diesen Druck gespürt. Als sie mit 43 ein drittes Mal schwanger wurde, erhielt auch sie die Diagnose: Down-Syndrom. Und plötzlich stand die Frage im Raum: Abtreibung oder nicht? "Es ist ein Trauma, das man da als Frau erlebt. Ich musste innerhalb kürzester Zeit über Leben und Tod entscheiden. Ich habe damals den Mut nicht aufgebracht, zu meinem Kind zu stehen und litt jahrelang unter Schuldgefühlen."

Als Johannes Zeller und sein Partner erfuhren, dass sie als schwules Paar durch Adoption keine Chance auf ein Kind haben, erfüllten sie sich ihren Kinderwunsch mithilfe einer Leihmutter aus Thailand. In Deutschland eine umstrittene rechtliche Grauzone, und auch in Thailand neuerdings verboten. Doch für die frischgebackenen Eltern zählt nur ihr Familienglück: "Ich habe das Richtige getan. Deshalb habe ich auch nicht vor Problemen und Konsequenzen zurückgeschreckt."

SWR Pressekontakt: Johanna Leinemann, Tel 07221/929-22285, johanna.leinemann@swr.de

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