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Programmhinweis Mittwoch, 5. Dezember 2001
Bioterror

Baden-Baden (ots) - Mittwoch, 5. Dezember 2001 23.00 - 23.45 Uhr Bioterror Eine Recherchereise zu geheimen Laboren Film von Kirk Wolfinger und Matthew Collins "Grüne Erbsen" steht in deutsch auf dem Etikett der verrosteten LPG-Dose. Doch was wirklich drin ist, verschlägt der New York Times-Reporterin Judith Miller die Sprache: "Oh Gott, es ist die Pest - in einer Erbsendose!" Es ist kaum zu glauben, was es hier, im ehemaligen Anti-Seuchen-Institut in Almaty/Kasachstan zu sehen gibt: völlig veraltete russische Haushaltskühlschränke, säuberlich beschriftet mit "Pest", "Pocken", "Anthrax" - und das ist nur eine kleine Auswahl aus dem tödlichen Sortiment. Eine Schlüsselszene in dieser 45-Minuten-Dokumentation über die Geschichte der Biowaffenproduktion. Der Film zeigt die vierjährige Recherchereise von drei Reportern der "New York Times" rund um die Welt, zum Beispiel in die drei wichtigsten Forschungszentren für Bio-Waffen in der ehemaligen UdSSR. Überall dort das selbe Bild: Zerfall, Auflösung, und keiner weiß, was aus den meisten Wissenschaftlern geworden ist, die hier einmal gearbeitet haben. Der Film zeigt auch die Hauptakteure in diesem tödlichen Geschäft: z.B. Kanatjan Alibekov, früher der stellvertretende Direktor des Biologischen Waffenprogramms - heute nennt er sich Ken Alibek und arbeitet in den USA. Oder Bill Patrick, zwei Jahrzehnte lang Chef der Produktentwicklung im Zentrum für biologische Kriegsführung in Fort Detrick, Maryland, der dem "New York Times"-Mann William Broad demonstriert, wie man gefährliche Bakterien über lange Zeit konservieren kann: "Gefriertrocknen", meint er lakonisch, "das haben wir beim Kaffee abgeschaut." Am Ende ergibt sich ein erschreckendes Bild: die ganze Welt arbeitete intensiv an Biowaffen, bis vor wenigen Jahren waren Bakterien noch frei erhältlich. Erstaunlich z.B., woher Saddam Hussein die Anthrax-Sporen für sein Biowaffen-Programm bezog: von der Firma ATCC, einer Non-Profit-Organisation in Virginia, wenige Kilometer von Washington entfernt. Niemand dachte hier an etwas Schlimmes, als 1988 ein Herr vom irakischen Handelsministerium ganz offiziell "strain 11966" bestellte, eine speziell für das Militär entwickelte, besonders gefährliche Variante des Milzbrand-Bakteriums. Das Ende des Films ist auch das Ende der Recherche von Judith Miller: Als sie im September 2001 in der Redaktion einen Brief öffnet, aus dem weißes Pulver rieselt. In ihrem Schreck macht sie alles falsch: lässt den Brief fallen, das Pulver stiebt auf, mit den bepuderten Händen nimmt sie ihren Kopfhörer ab, ruft andere Leute im Büro hinzu. Erst nach nervenaufreibendem Warten erfährt sie, dass es ein böser Scherz ..... Diesen Text zum Herunterladen finden Sie im Internet unter http://www.swr.de/presse/programm-infos/index.html ots Originaltext: SWR Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Wolfgang Utz, Tel.: 07221/929-2785. Original-Content von: SWR - Südwestrundfunk, übermittelt durch news aktuell

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