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Versicherer sehen höheres Risiko durch Unterbringung von Flüchtlingen
Nach SWR-Recherchen steigern einige Unternehmen ihre Beiträge bis um das Zehnfache

Mainz (ots) - Mainz. Einige Versicherer sehen in der Unterbringung von Flüchtlingen ein besonders hohes Risiko und erhöhen deshalb Versicherungsbeiträge. Nach SWR-Recherchen haben Versicherungen ihre Beiträge zum Teil verzehnfacht. Betroffen sind alle, die Wohnungen für Flüchtlinge bereitstellen.

In der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden hat eine Kommune ein syrisches Geschwisterpaar in einer Gemeindewohnung untergebracht. Allein für diese Wohnung verlangt der Versicherer jetzt statt 53 Euro fast 300 Euro Feuerversicherung im Jahr - eine Steigerung um das Sechsfache. In der Verbandsgemeinde Rockenhausen leben mehrere Flüchtlinge in einem Wohnhaus, das die Kommune vorher für Obdachlose nutzte. Weil dort jetzt Flüchtlinge leben, hat sich die Gebäudeversicherung von rund 220 auf mehr als 2400 Euro im Jahr erhöht, also das Zehnfache. So geht es zahlreichen Kommunen im Land. Dem SWR liegt ein Schreiben eines Versicherers vor. Darin begründet er die höheren Prämien mit einer erhöhten Brandgefahr. Das sehen aber nicht alle Versicherer so. Ein Sprecher des Gemeindeversicherungsverbands in Köln sagte dem SWR, die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Unterbringung von Flüchtlingen in Wohnungen keine erhöhte Gefahr darstellten.

Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel.: 06131 929-32755, Sibylle.Schreckenberger@SWR.de

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