SWR - Südwestrundfunk

Südwestrundfunk (SWR): Montag, 12. November 2001 (Woche 46)
(Woche 47)

    Baden-Baden (ots) -      

    14.00    Yo!Yo!Kids
                 Thema des Tages: Stars, Fans und tolle Typen - Wofür sind
                 Vorbilder gut?
                 Serien: Das Geheimnis der Sagala, Oliver Twist, Der
                 rosarote Panther
    
    
    Montag, 12. November 2001 (Woche 46)/09.11.2001
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    21.00    Teleglobus
        
                 Aufstand in den Bergen
        
                 Die nordalgerische Kabylei im Aufruhr
                 Eine Reportage von ARD-Korrespondentin Susanne Sterzenbach
    
    "Kein Pardon" - das ist der Schlachtruf der jungen Kabylen, die
seit April gegen die algerische Regierung unter Präsident Bouteflika
revoltieren. Am 18. April war der Schüler Massinisse unter
ungeklärten Umständen von Gendarmen erschossen worden. Er wurde zum
Märtyrer, zum Auslöser für eine Explosion, deren Gründe weit über die
alte Forderung nach kultureller Autonomie der Kabylei hinausgehen und
das ganze Land betreffen. Zwei Drittel der algerischen Bevölkerung
ist unter 30 Jahre alt, und die Mehrheit der jungen Leute hat keine
Arbeit. Im drittgrößten Ölförder-Land der Welt herrschen Armut,
Wohnungsnot und Frust. Die Kabylen sind auf Algier marschiert, sie
haben ihre Wut an den Gendarmen und den staatlichen Gebäuden
ausgelassen. Die Zahl der Toten und Verwundeten geht in die Hunderte
und immer noch folgt eine Demonstration auf die andere. Gleichzeitig
haben die Kabylen die traditionellen Strukturen ihrer
Selbstverwaltung neu belebt: "Les erouchs" - die Versammlung der
Dorfkomitees - versucht, die Protestbewegung in friedliche politische
Bahnen zu lenken. Die Regierung in Algier stellt sich weiter taub und
verschanzt sich hinter einem Großaufgebot an Sicherheitskräften.
Trotzdem haben die Kabylen die politische Landschaft verändert:
Einige Minister sind zurückgetreten und haben sich in offene
Opposition zur Regierung Bouteflika begeben, eine schüchterne
Bewegung der Demokraten hat sich gebildet. Allerdings haben auch die
Attentate islamistischer Terrorgruppen wieder in erschreckendem Maße
zugenommen, und darüber droht die Sache der Kabylen wieder aus dem
Blickfeld zu geraten. Die anderen Algerier haben sowieso langsam die
Nase voll von den Demonstrationen und davon, dass die Kabylen immer
wieder auf die Tatsache pochen, dass sie das Urvolk Nordafrikas sind
und sich von den "Arabern" unterscheiden wollen. Wer sind diese
Leute, die keinen Konflikt scheuen? Die für Algerien in vorderster
Front gegen Frankreich gekämpft haben und seit der Unabhängigkeit für
ihre Autonomie kämpfen? Die alle paar Jahre den algerischen Staat an
den Rand des Abgrunds bringen? Eine Reise zu aufmüpfigen Menschen,
die in einer paradiesischen Bergwelt leben und so verzweifelt sind,
dass sie ihren Zorn in die Städte tragen. Autorin: Susanne
Sterzenbach, ARD-Korrespondentin Algier.

    Montag, 12. November 2001 (Woche 46)
    
    22.15    Saldo
                 Moderation: Tilman Achtnich
    
    Leiden für die Karriere - Mit Chirurgen den beruflichen Erfolg
formen:

    Das Geschäft mit der Eitelkeit boomt. Allein im Jahr 2000 unterzogen sich rund 700.000 Deutsche einer Schönheitsoperation. Auch immer mehr Männer sind der Meinung: Schönheit siegt - vor allem im Beruf. Wer jugendlich und vital aussieht, giltzahlreichen Studien zufolge als leistungsfähiger, belastbarer und kompetenter. Profiteure dieses Trends sind zumindest die plastischen Chirurgen, denn die sind zur Zeit gefragt wie nie.          Schmiergeld - Wie Firmen sich gegen Korruption wehren:     Werden die Deutschen immer korrupter? Viele Experten weltweit glauben das. Schuld daran sind vor allem die politischen Skandale, aber auch zahlreiche Korruptionsfälle in deutschen Unternehmen. Doch immer mehr Firmen wehren sich gegen Schmiergeld und Bestechung in ihren eigenen Reihen. Sie wollen ein sauberes Image und haben sich verpflichtet, offensiv gegen Korruption vorzugehen. Am Beispiel der Deutschen Bahn und des Technologie-Konzerns ABB zeigt "Saldo", wie das funktionieren soll.          Vergiftet, verleugnet, vergessen - Der Holzschutzmittel-Skandal geht in eine neue Runde:

    Der Holzschutzmittel-Skandal der 70er und 80er Jahre ist für viele bereits Geschichte, nicht aber für die Betroffenen. Noch immer leiden Tausende unter den Folgen der giftigen Substanzen. Jetzt geht der Skandal in eine neue Runde, denn im Kampf um Schadensersatz wird derzeit ein Holzschutzmittel-Opfer nach dem anderen vor den deutschen Gerichten abgewiesen. Und das, obwohl die Richter im Frankfurter Holzschutzmittel-Prozess einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Verwendung der giftigen Substanzen und den Erkrankungen festgestellt haben. Als geistig kranke "Ökochonder" abgestempelt, hat für viele Betroffene ein aussichtsloser Kampf begonnen.          Multikulti - Wie wichtig ist die Greencard für deutsche Unternehmer?:

    Die Green-Card wurde im vergangenen Jahr als Lösung des
Fachkräftemangels in der IT-Branche gefeiert. Jetzt will das
Bundesarbeitsministerium weitere 10.000 Aufenthaltsgenehmigungen
erteilen. Doch inzwischen sind auch in der Software-Branche andere
Zeiten angebrochen: Zahlreiche Betriebe mussten schließen, viele
IT-Fachleute wurden entlassen. Wie erging es den ausländischen
IT-Spezialisten, die vor 15 Monaten von der Industrie so dringend
gefordert wurden und die damals mit großen Hoffnungen nach
Deutschland kamen?
    
    
    Dienstag, 13. November 2001 (Woche 46)
    
    14.00    Yo!Yo!Kids
                 Thema des Tages: Astronaut - Wie wird man fit für den
                 Weltraum?
                 Serien: Oliver Twist

    Dienstag, 13. November 2001 (Woche 46)
    
    21.45    Blickpunkt Europa
                 Moderation: Ute Brucker
    
    Üben für die Hölle - Ein Katastrophen-Test-Tunnel in der Schweiz:
    In einem Versuchstunnel zwischen Sargans und Flums in der
Ostschweiz wird der Umgang mit Katastrophen geübt. Brände werden
gelegt, Lastwagen angezündet, Sprengungen inszeniert. Dort wird
demonstriert, wie der technisch sichere, feuerfeste Tunnel
konstruiert werden muss.
    
    Tag des offenen Tunnels - Schweizer Fachleute stellen sich der
Bevölkerung:

    Am Samstag, 10. November 2001, öffnet der Kanton Zürich den Aescher- und den Hafnerberg-Tunnel, zwei Baustellen der Westumfahrung Zürich. An diesem Tag kann man sich ein Bild über den Tunnelbau machen und Fachleute befragen.          Warten auf die Lawine - Galtür zwei Jahre nach der Katastrophe:     Am 23. Februar 1999 ging in Galtür eine Lawine mit unvorstellbaren Ausmaßen ab. 38 Menschen starben. Bis heute haben viele Bewohner Galtürs die Katastrophe nicht verarbeitet. Manfred Lorenz, Berg- und Skiführer sagt, viele solcher Katastrophen seien menschengemacht und könnten verhindert werden. Eine Führung an gefährdete Orte Galtürs und der umliegenden Berge.          Wettlauf mit dem Winter - Der Bau der Rothorn-Seilbahn bei Zermatt:

    Es ist eine der größten Baustellen der Alpen und mit 2.500
Höhenmetern auch eine der höchsten Baustellen Europas: der Bau der
Luftseilbahn auf das kleine Matterhorn. Der Wintereinbruch vom
Wochenende hat die Baustellen-Hubschrauber zu einem Wettlauf gegen
die Zeit gezwungen.
    
    
    Mittwoch, 14. November 2001 (Woche 46)
    
    14.00    Yo!Yo!Kids
                 Thema des Tages: So ein schlauer Hund! Wie intelligent
                 sind eigentlich Tiere?
                 Serien: Oliver Twist
    
    
    Mittwoch, 14. November 2001 (Woche 46)
    
    23.15    "Lauter schwierige Patienten"
                 Marcel Reich-Ranicki über Friedrich Dürrenmatt
                 Gastgeber: Peter Voß
    
    Die Dramen des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt
("Der Besuch der alten Dame", "Die Physiker") haben Theatergeschichte
geschrieben. Sie scheinen aktuell wie nie. "Die Physiker"
dramatisieren den gesellschaftlichen Umgang mit den
Naturwissenschaften, das Wissen um Möglichkeiten, das - einmal in der
Welt - nicht gebändigt werden kann. Aber niemand spielt die Stücke.

    Marcel Reich-Ranicki war von den Stücken Dürrenmatts beeindruckt, er nennt sie unheimlich, weil bodenlos. Dürrenmatt ist trotz seiner Erfolge niemals zum Lieblingskind der deutschen Literaturkritik geworden. Abgründig und oberflächlich in einem, tief und kolportagenhaft - Dürrenmatt ließ sich nicht auf einen Nenner bringen. Tragisch, komisch, grotesk, unerbittlich, pessimistisch, makaber - im Werk von Friedrich Dürrenmatt gibt es keine Hoffnung. Der Pfarrerssohn wendet sich gegen jede Religion, jede politische Ideologie. Selbst ein lösungsorientiertes Genre wie der Krimi atmet bei ihm einen dunklen Geist - den Geist des Zufalls, der Irrationalität. Gerade das könnte ihn wieder auf die Tagesordnung bringen.

    Donnerstag, 15. November 2001 (Woche 46)
    
    14.00    Yo!Yo!Kids
                 Thema des Tages: Wie macht man einen Trickfilm? - Jürgen
                 Haas' "In der Kommode"
                 Serien: Oliver Twist

    Sonntag, 18. November 2001 (Woche 47)/09.11.2001
    
    18.15    Was die Großmutter noch wusste (267)
        
                 Weihnachtsmenue 2001
    
    Wie in jedem Jahr wollen Kathrin Rüegg und Werner O. Feißt
rechtzeitig einen Vorschlag für ein Weihnachtsmenü machen, das die
Haushaltskasse nicht zu stark belastet und nicht zu kompliziert in
der Herstellung ist. Zum Teil können diese Speisen auch schon am
Vortag gekocht werden, so dass man am Fest gemütlich mit der Familie
kann.

    Sonntag, 18. November 2001 (Woche 47)
    
    22.35    Wortwechsel
        
                 Fritz Frey im Gespräch mit Dr. Antje Vollmer
        
                 (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages)
    
    Von den Fundamentalisten in ihrer eigenen Partei ist Antje Vollmer
über Jahre hinweg angegriffen worden: Die Theologin und Pädagogin aus
Bielefeld galt als eine der prominentesten "Realo-Frauen" bei den
Grünen. Nach dem 11. September war sie aber eine der ersten, die vor
militärischer Vergeltung für die Terroranschläge warnten: Man dürfe
sich nicht auf die Denkweise der Attentäter einlassen, und schnelle
militärische Lösungen seien nicht zu erwarten. Wie sieht sie den sich
abzeichnenden Bundeswehreinsatz? Was bedeutet er für die Partei
Bündnis90/Die Grünen? Und wie soll die "neue, internationale
koordinierte Außenpolitik" aussehen, für die sie wirbt? Antje Vollmer
im Gespräch mit Fritz Frey.

    Antje Vollmer wurden 1943 in Lübbecke geborgen. Sie ist Pädagogin und promovierte Theologin. Sie arbeitete unter anderem als Pfarrerin in Berlin und als Dozentin an der Heimvolkshochschule in Bethel bei Bielefeld. 1983 wurde sie auf einer offenen Liste der Grünen erstmals in den Bundestag gewählt. In die Partei eingetreten ist sie erst 1985. Seit 1994 ist sie Vizepräsidentin des Bundestages - als erste Politikerin ihrer Partei. Wegen ihrer Unterstützung der NATO-Osterweiterung wurde sie von Parteifreunden hart angegriffen. Engagiert hat sich Antje Vollmer in den vergangenen Jahren auch stark in der deutsch-tschechischen Aussöhnung.

    Montag, 19. November 2001 (Woche 47)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    21.00    Teleglobus
        
                 Die verkauften Kinder von Poipet
        
                 Sklavenhandel in Kambodscha
                 Eine Reportage von Thomas Berndt
    
    Jeden Monat verschwinden aus Poipet, einer kambodschanischen Stadt
an der Grenze zu Thailand, 400 bis 500 Kinder. Aufgekauft von
skrupellosen Menschenhändlern, werden die Kinder nach Bangkok in
Thailand transportiert und dort gegen Gewinn verkauft. Kindersklaven,
die als Blumen- oder Süßigkeiten-Verkäufer oder als Bettler arbeiten
müssen. Oder an sexhungrige Touristen vermietet werden. Viele von
ihnen sind erst fünf Jahre alt.

    Kinderhandel ist für viele Familien in Kambodscha der letzte
Ausweg aus bitterer Armut. Sie nehmen das blutige Geld der
Menschenhändler an, 200 bis 300 Mark umgerechnet, damit der Rest der
Familie überleben kann. Bauernfamilien, die aus dem verarmten
Landesinneren nach Poipet gezogen sind, in der Hoffnung auf Arbeit im
reichen Nachbarland Thailand. Stattdessen leben Zehntausende unter
erbärmlichsten Bedingungen in riesigen Slums, ohne Strom und Wasser,
ohne Zukunft. Kein Wunder, dass Poipet zur Drehscheibe des
Menschenhandels in Asien geworden ist. Und dennoch gibt es Menschen,
die nicht aufgeben, gegen den Kinderhandel zu kämpfen. Die Schweizer
Kinderschutzorganisation Goutte d'Eau versucht, verkaufte Kinder zu
ihren Familien zurückzubringen. Sie jagen sie den Menschenhändlern
wieder ab, transportieren sie zurück und betreuen die Kinder in einem
Camp in Poipet. Die Hilfsorganisation geht auch an die Wurzeln des
Handels mit Kindersklaven: Sie fördert die Familien mit
Kleinkrediten, damit die Kinder - einmal zurück in der Familie -
nicht wieder verkauft werden. Dabei ist Goutte d'Eau sehr
erfolgreich. Vier von fünf Kindern bleiben in ihren Familien. Die
Reportage zeichnet den Leidensweg der Kinder nach, erforscht die
Hintergründe des Menschenhandels und zeigt einen Ausweg, der Hoffnung
macht.
    
        
    Dienstag, 20. November 2001  (Woche 47)
    
    Nachgeliefertes Thema beachten!
    
    05.30    Teleglobus (WH)
                 Die verkauften Kinder von Poipet
                 Sklavenhandel in Kambodscha
    
    
    Mittwoch, 21. November 2001 (Woche 47)
    
    23.10    "Lauter schwierige Patienten"
                 Marcel Reich-Ranicki über Wolfgang Koeppen
                 Gastgeber: Peter Voß
    
    Wolfgang Koeppen, gesteht Marcel Reich-Ranicki selbst, ist eine
Niederlage. Eine Niederlage, weil Koeppen nie den Roman geschrieben
hat, den Reich-Ranicki von ihm erwartete. Mit "Tauben im Gras", "Das
Treibhaus", dann "Der Tod in Rom" hat Wolfgang Koeppen eine Trilogie
der Nachkriegszeit vorgelegt, deren sprachliche Brillanz Marcel
Reich-Ranicki zu größten Lobeshymnen angeregt hatte. Aber dann war
Schluss. Er war ein außergewöhnlicher Stilist, der schriftlich alles
konnte, aber - so Reich-Ranicki - im Gespräch blass blieb. Das erste
Treffen verlief enttäuschend. Reich-Ranicki hatte Schwierigkeiten,
den farblosen, ruhigen, fast langweiligen Gesprächspartner mit dem
von ihm bewunderten Schriftsteller in Einklang zu bringen. Marcel
Reich-Ranicki hat Koeppen Jobs und Geld besorgt, er hat sich um
keinen Autoren mehr gekümmert - ohne Erfolg. Siegfried Lenz, Heinrich
Böll, Max Frisch, Günter Grass - sie alle spendeten auf Anregung von
Reich-Ranicki für Koeppen, um ihm ein ungestörtes Schreiben zu
ermöglichen - umsonst. Koeppen blieb ein Schriftsteller, der nicht
schreiben wollte, ein Schriftsteller, der lieber las.

ots Originaltext: SWR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Stephan Reich,
Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.: 07221/929-2285.

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