SWR - Südwestrundfunk

SWR: Programmänderungen
Woche 44 - Woche 47

    Baden-Baden (ots) -

    Mittwoch, 31. Oktober 2001 (Woche 44)
    
    Nachgelieferten Text beachten!
    
    23.15    "Lauter schwierige Patienten"
         Marcel Reich-Ranicki über Hans Werner Richter und die Gruppe 47
    
    Die Gruppe 47, das ist Deutschlands wichtigste
Schriftstellerorganisation der Nachkriegszeit. Ihr Kopf und ihre
Seele war Hans Werner Richter. Als Schriftsteller selbst nie
besonders erfolgreich, steht sein Name heute dafür, Individualisten
und Querköpfe mit großem Erfolg zusammen gebracht zu haben: Heinrich
Böll, Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger, Martin Walser, Ingeborg
Bachmann. Die Spitzen der deutschen Nachkriegsliteratur gehörte
dieser Gruppe an, die weder Statuten noch Aufnahmeregeln kannte. Der
einzige, der darüber entschied, war Richter selbst. Und dann kamen
die Kritiker Joachim Kaiser, Walter Jens und eben Marcel
Reich-Ranicki. Er erzählt von den Gruppenritualen, den Lesungen und
der Kritik, den Festen, den Animositäten und Eskapaden und
schließlich davon, dass er sich in der Gruppe 47 zu Hause fühlte und
es doch nie ganz war.
    
    
    Donnerstag, 1. November 2001, Allerheiligen (Woche 44)
    
    Themenabend von 20.15 - 01.30 Uhr:
    Der achte Tag der Schöpfung - Der Streit um die Gentechnik
    
    Selten liegen Heilsversprechungen und Horrorvisionen so nahe
beisammen wie in der Humangenetik. Untersuchungen von Embryos vor dem
Einpflanzen in die Gebärmutter und Forschung mit embryonalen
Stammzellen sollen helfen, Leid zu vermeiden, führen aber auch dazu,
dass Embryos "verbraucht" werden. Ehrgeizige Forscher kündigen sogar
an, Menschen klonen zu wollen.
    

    20:15    Geklont - Babys um jeden Preis (Spielfilm USA 1997)          Herbst 2008. Die Biolaborantin Skye Weston (Elizabeth Perkins) kommt nicht über den Tod ihres achtjährigen Sohns Timmy (Alex Pollock) hinweg, der bei einem Bootsausflug mit ihrem Mann Rick (Bradley Whitford) ertrunken ist. Timmy war ein Retortenbaby - gezeugt mit Hilfe von Dr. Wesley Kozak (Alan Rosenberg) in den Norwest Biolabs, bei denen sie auch arbeitet. Skye hofft auf ein neues Wunder der Medizin, doch Dr. Kozak eröffnet ihr, dass sie keine weiteren Kinder empfangen könne. Tief enttäuscht vergräbt sich Skye in ihre Trauer und fühlt sich auch von Rick alleingelassen, der das Vergangene schnell vergessen will. Da bekommt Skye plötzlich eine Notiz von Dr. Mason (Hrothgar Mathews) zugespielt mit dem Stichwort "Baby 2000" und der Adresse einer Feriensiedlung. Kurz darauf stirbt Dr. Mason bei einem mysteriösen Unfall. Skye fährt in die Siedlung und entdeckt dort den kleinen Chris (Alex Pollock), der ihrem Sohn Timmy auf das Haar gleicht. Chris' Mutter Beth Colton (Chilton Crane) gesteht Skye, dass auch sie ihr Kind mit Hilfe von Dr. Kozak bekommen habe. Skye hat einen düsteren Verdacht, doch Dr. Kozak beruhigt sie mit einem Gentest, wonach die Jungen nicht verwandt seien. Sie bleibt jedoch skeptisch und gibt ein Foto von Timmy ins Internet. Unverhofft werden ihr Bilder von sieben weiteren identischen Jungen zugesandt. Skye ist entsetzt und ist nun davon überzeugt, dass Nordwest ihr Baby geklont und verkauft hat. Sie alarmiert die FBI-Agenten Fuller (Wendy Van Reisen) und Briggs (Fulvio Cecere), doch diese glauben, sie wolle sich wegen des versagten Kinderwunsches an Norwest rächen. Aber Skye gibt nicht auf. Sie dringt heimlich in Dr. Kozaks Labor ein und stellt ihn zur Rede. Dr. Kozak bestätigt den schrecklichen Verdacht. Das Klonen sei aber nur die Vorbereitung zur Züchtung menschlicher Organe gewesen. Er schlägt den Westons einen Teufelspakt vor: Wenn sie darauf verzichten, mit ihrem Wissen über das Experiment an die Öffentlichkeit zu gehen, würde er ihnen mittels Kloning ihren Sohn Timmy zurückgeben. Skye und Rick geraten kurz in einen Gewissenskonflikt, doch sie lehnen ab. Daraufhin setzt Norwest den skrupellosen Sicherheitschef Steve Rinker (Enrico Colantoni) auf das Paar an, um sie zum Schweigen zu bringen. Douglas Barr gelang ein Thriller über die ethischen Grenzen des Fortschritts und die Ängste einer kinderlosen Mutter.     

    21.45    Sonde-Spezial:     Gesunde Kinder, geheilte Patienten - Was ist dran an den     Versprechungen der Genmedizin?

    mit Franziska Rubin und Ingolf Baur          Nach einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas ist es durch die Fortschritte der Medizin inzwischen möglich, schon vor der Einpflanzung des Embryos in den Mutterleib genetische Schäden zu entdecken und den Embryo gegebenenfalls zu "verwerfen", wie es im Medizinerjargon heißt. Diese Präimplantationsdiagnostik ist in Deutschland verboten. Doch viele Eltern, die bereits ein behindertes Kind haben, fordern die Legalisierung dieser Methode. Warum soll hierzulande verboten sein, was in England oder Holland bereits praktiziert wird? Und wo liegen die Unterschiede zur "klassischen" Pränataldiagnostik, bei der Abtreibungen unter bestimmten Bedingungen auch nicht bestraft werden? Kritiker warnen jedoch, dass die Präimplantationsdiagnostik ein weiterer Schritt zum "Kind nach Maß" ist. Auch bei der Stammzelltherapie geht es um den frühen Embryo. Seine Zellen sollen eines Tages krankes Gewebe von Patienten wieder aufbauen können. Muskeln, Nervengewebe, selbst insulinproduzierendes Gewebe wurde im Tierversuch erfolgreich mit embryonalen Zellen repariert. Hoffnungen werden geweckt unter anderem bei Diabetikern, Multiple-, Sklerose-, und Parkinson-Patienten. Doch soll es zulässig sein, menschliche Embryonen für Therapien zu verwenden oder gar herzustellen? Und wie sieht es mit Alternativen aus, die viele Forscher in den ethisch weniger bedenklichen adulten Stammzellen, also Zellen aus abgetriebenen Embryonen, sehen? In einer 75-minütigen Sondersendung beleuchtet das Team des SWR-Wissenschaftsmagazins "Sonde" die heiklen Fragen. Patienten, Eltern und Wissenschaftler kommen zu Wort und versuchen Antworten zu finden.               23:00    "Gene, Geist und Träume - der vermessene Mensch"     Ein philosophisches Streitgespräch mit Rüdiger Safranski          "Klonen" - "Menschenzüchtung" - "Embryonenforschung" - sind die Horrorszenarien und Gen-Utopien aus naturwissenschaftlicher Sicht überhaupt gerechtfertigt? Was bedeuten die neuen Erkenntnisse und Methoden der Gentechnik für das menschliche Selbstverständnis und unser Bild vom Menschen? Welches sind die Aufgaben und Möglichkeiten der Ethik - und der Ethikkommissionen - in diesem Zusammenhang? Über diese Fragen diskutieren mit dem Berliner Philosophen und Publizisten Rüdiger Safranski: Dr. Carola Meier-Seethaler, Psychotherapeutin und Philosophin, Bern - Mitglied der Schweizer Ethikkommission; Marc Jongen, Philosoph, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe; Prof. Dr. Christoph Rehmann-Sutter, Molekularbiologe und Philosoph, Universität Basel - Präsident der Schweizer Ethikkommission; Prof. Dr. Jean-Pierre Wils, Theologe und Ethiker, Katholische Universität Nimwegen     

    0:00    Frankenstein lebt (Spielfilm USA 1998)
    
    Der schüchterne Tüftler Frank Stein (Matthew Lawrence) wird an
seiner High School verspottet. Doch eines Tages sieht er, wie seine
Mitschüler Lance (Justin Walker) und Tuttle (Christian Payne) den
Außenseiter Karl (Ryan Reynolds) verfolgen, bis er in einem leeren
Swimmingpool zu Tode stürzt. Frank nutzt die Chance, um den
Übeltätern einen ungewöhnlichen Vorschlag zu machen. Er will Karl
wieder zum Leben erwecken, wenn sie ihn dafür in ihre beliebte Clique
aufnehmen. Frank dringt in das Forschungslabor seines Vaters (Judge
Reinhold) ein und stiehlt ein Hirn. In einer rauen Gewitternacht
erleben Lance und Tuttle entsetzt, wie Frank es Karl einsetz und ihn
damit tatsächlich wiederbelebt. Die beiden halten ihr Verspreche und
Frank wird unversehens zum beliebten Mitschüler. Selbst die
umschwärmte Macy (Christine Lakin) hat auf einmal für ihn Zeit. Karl
ist seinem "Schöpfer" besonders dankbar und steckt ihn mit seiner
Unternehmenslust an. Während Franks Eltern in Urlaub sind,
veranstaltet er für ihn eine ausschweifende Party. Doch Franks
Romanze mit Macy endet abrupt. Sie glaubt, dass er das Geld für die
Party aus der von ihr verwalteten Schulkasse gestohlen hat. Frank
will Karl zur Rede stellen. Er spürt jedoch, dass Karl unberechenbar
ist. Nachdem Karl seinen Rivalen verprügelt hat und dessen Freundin
Andrea (Nicole Neith) plötzlich spurlos verschwunden ist, bekommen es
auch seine Mitschüler mit der Angst zu tun. Als Frank erfährt, dass
er Karl aus Versehen das Gehirn eines Serienkillers eingepflanzt hat,
bittet er seinen Vater um Hilfe. Karl hat sich indessen bereits unter
die Gäste einer Halloween-Party gemischt. Mitch Marcus gewann mit
seinem Debüt-Drama "A Boy Called Hate" 1995 den C.I.C.A.E.-Preis der
Berliner Filmfestspiele. Er inszenierte diese moderne
"Frankenstein"-Version als schwarze Horror-Comedy über Mythen und die
Ängste im Teenagerleben.
    
    
    Sonntag, 4. November 2001 (Woche 45)
    
    Nachgelieferten Text beachten!
    
    22.35    Wortwechsel
         Thomas Reimer im Gespräch mit Hans Küng
    
    "Es kann keinen Frieden zwischen den Nationen geben ohne Frieden
zwischen den Religionen". Hans Küng, der das sagt, hat sich wie kein
anderer für den Dialog zwischen den Weltreligionen eingesetzt. Er hat
erforscht, was die Religionen verbindet und trennt und ausgelotet,
was die gemeinsame Mitte, das Weltethos sein könnte. Das Gespräch der
Religionen miteinander ist seit langer Zeit das große Thema des
katholischen Weltbürgers Küng. 1971, als der Islam im Westen nur
wenige interessierte, diskutierte er mit islamischen Theologen
in Kabul. Nach dem 11. September zeigt sich deutlicher denn je die
Wichtigkeit seiner Thesen. Aber wie konkret kann interreligiöser
Dialog dem Weltfrieden dienen. Mit wem lässt sich dieser Dialog
führen - und mit wem nicht?
    
    Hans Küng wurde 1928 in der Schweiz geboren. Er gilt als einer der
bedeutendsten christlichen Theologen der Gegenwart.  Er wirkte als
theologischer Berater am Zweiten Vatikanischen Konzil mit, und lehrte
als Professor für Dogmatik und ökumenische Theologie in Tübingen. In
seinen Veröffentlichungen setzte er sich immer wieder kritisch mit
der katholischen Kirche auseinander, insbesondere mit dem Dogma von
der Unfehlbarkeit des Papstes. 1979 entzog ihm der Vatikan die
Lehrerlaubnis. Seither setzte Küng seine Arbeit als
fakultätsunabhängiger Professor in Tübingen fort. Seit vielen Jahren
engagiert sich Küng im interreligiösen Dialog. 1990 erschien sein
programmatisches Buch "Projekt Weltethos", in dem er die Religionen
aufforderte, sich gemeinsam für ein friedliches Zusammenleben in der
Welt einzusetzen. Hans Küng ist katholischer Priester.
    
    
    Mittwoch, 7. November 2001 (Woche 45)
    
    Nachgelieferten Text beachten!
    
    23.15    Lauter schwierige Patienten
         Marcel Reich-Ranicki über Anna Seghers
    
    Die Romane "Das siebte Kreuz", "Transit", die Erzählung "Ausflug
der toten Mädchen" - das sind für Marcel Reich-Ranicki Meilensteine
deutschsprachiger Prosa. Als er die Autorin Anna Seghers zum ersten
Mal trifft, ist er enttäuscht. Das Gespräch ist belanglos, plaudernd,
ohne Tiefgang. Anna Seghers ist für Reich-Ranicki eine Begabung ohne
Bewusstsein. Nach dem Krieg wird Anna Seghers zur
Staatsschriftstellerin der DDR. Ihre Romane sind schablonenhaft,
stereotyp - als politisches Sprachrohr verliert sie ihre Kraft. Sie
erträgt stumm das Unrecht, das ihrem Lektor nach dem Ungarnaufstand
angetan wird. Sie opfert Moral und Ästhetik dem Staat.
    
    
    Sonntag, 11. November 2001 (Woche 46)
    
    Gäste beachten!
    
    11.00    Die Bestenliste - das Literaturmagazin
         Die besten Bücher im November
         Gäste: Verena Auffermann, Tilman Spreckelsen, Thomas Hettche
    
    
    Sonntag, 18. November 2001 (Woche 47)
    
    Geänderten Programmablauf beachten!
    
         (VPS 13.59)
    14.00    Sport extra
    Internationales Reitturnier German Masters Stuttgart
    
    Die Weltspitze der Spring- und Dressurreiter mit etlichen
Olympiasiegern, Welt- und Europameistern sowie die Elite der
Gespannfahrer ist beim Internationalen Spring- und Reitturnier 2001
in der Stuttgarter Schleyerhalle vertreten.
    

         (VPS 14.00)
    14.30    Umzug Cannstatter Volksfest
    
    16.00    Fröhlicher Weinberg
    
    weiter wie mitgeteilt
    
    
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Stephan Reich, Tel.: 07221/929-4233 oder Martin Ryan, Tel.:
07221/929-2285.

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